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Die Qual der Wahl

„Filme zu lesen“ ist ein von Medienpädagogen gern gebrauchtes Bild in der Vermittlung. In der doku.klasse wird diese Übersetzungsleistung zur wortwörtlichen Herausforderung: Noch vor dem ersten Bild tauchen junge Erwachsene in diejenigen Textwelten ein, die beschreiben, andeuten und versprechen, was als filmische Vision verwirklicht werden will. Keine leichte Aufgabe, aber eine, die die Teilnehmer der doku.klasse 2014 mit Vehemenz für sich einforderten. Und so mischten die Jugendlichen dieses Jahr auch bei der Auswahl der Stipendiaten mit.

35 Stoffe wurden zu der zweiten Auflage der doku.klasse eingereicht – 35 ganz unterschiedliche Herangehensweisen, dokumentarische Formen und Ästhetiken, Protagonisten und Geschichten. Die thematische Bandbreite der Stoffe reicht von der Planlosigkeit nach dem Abi über die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper bis hin zum Aufwachsen in Kriegsgebieten. Ebenso finden sich hochaktuelle Themen wie Flüchtlingspolitik oder Inklusion in den Projektvorschlägen wider. Im Mittelpunkt: junge Protagonisten und persönliche Geschichten mit Strahlkraft.

Starke Stoffe provozieren starke Diskussionen. Es gab hitzige Debatten über Form und Inhalt, über minoritäre Themen und gesellschaftliche Relevanz, über die richtige Perspektive und vermeintliche Komplizenschaft mit den Protagonisten. Und doch: Der Austausch von Argumenten führte schließlich zu einer Entscheidung.

Auswählen bedeutet, sich für eine von mehreren Möglichkeiten zu entscheiden. Bei der doku.klasse zum Glück sogar für drei. Damit geht aber auch einher, dass eine Vielzahl von hochambitionierten Projektvorschlägen nicht eingeladen werden können. Wir danken allen FilmemacherInnen für das Vertrauen, ihre Treatments für die doku.klasse einzureichen und wünschen viel Erfolg für die Auswahl bei 3sat!

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Verstärkung für die doku.klasse

Fünf neue Gesichter erweitern die Runde der Jugendlichen, die mit den Stipendiaten ihre Stoffideen in diesem Herbst diskutieren.  Willkommen in der doku.klasse!

Wer sie sind, was sie mögen, warum sie sich nur mit Mütze nicht hinsetzen, erzählen sie am besten selbst:

Chioma Onyeagusi, 18

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Die meisten Menschen nennen mich einfach nur Chi. Ich studiere Physik und spiele E-Gitarre in einer Band. Ich rede nicht viel, höre aber gerne zu, wenn man nur laut genug redet und ich nicht gerade von entfernten Galaxien träume oder mich in fremde Welten lese.

Ajla Kavaz, 21

Ajla Kavaz doku_klasse

Meiner Meinung nach gibt es nichts Interessanteres im Leben, als seinen Horizont zu erweitern. Sei es durch Reisen, verschiedene Kunstformen oder neue Kontakte. Lässt man sich auf Neues ein, können sich wunderbare Chancen auftun, aus denen man schöpfen sollte!

Bengisu Yüksel, 17

Bengisu hat 12 Jahre Rumsitzen erfolgreich mit dem Abitur abgeschlossen und sich daraufhin zwei Dinge geschworen: das von allen prophezeite „Was mach ich denn jetzt?“-Loch nach der Schule einfach zu überspringen und mit schönen Sachen zu füllen, außerdem sich möglichst wenig hinzusetzen.

Belinda Rathmann, 18

Belinda Rathmann

Ich habe dieses Jahr mein Abitur geschrieben und mein Traum ist es, irgendwann Jura studieren zu können. Vielleicht nicht für immer, aber immerhin mal reinschnuppern. Film und Fernsehen interessieren mich auch sehr. Mit Freunden habe ich Amateurfilme mit einer einfachen Digitalkamera gedreht, die im Nachhinein für ein Grinsen gesorgt haben, weil wir ja doch keine Profis vor und hinter der Kamera sind. Falls Jura nichts für mich ist, kann ich mir auch vorstellen beim Fernsehen zu arbeiten. Mich gibt’s nur mit Mütze und wenn ich aus dem Haus gehe, dann mit meinem Penny Board, das doch nur ausgeliehen ist.

Luisa Kamps, 17

In meiner Freizeit spiele ich Saxophon und Klavier, mache Leichtathletik und lese gerne.
In meiner Nicht-Freizeit gehe ich zur Schule!
Sonst interessiere ich mich sehr für Filmproduktionen und würde gerne mal bei einem Dreh dabei sein. (Allerdings wohl besser hinter der Kamera!)

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„Spielen und glücklich sein“

Eine Kritik von Delia West zu Irene von Albertis Dokumentarfilm „Hassans Films“ – entstanden in der 3sat-Reihe „Ab 18!“

Hassan ist 25 Jahre alt.  Mit circa drei Jahren ist er aus dem Libanon nach Berlin-Neukölln gekommen. Einen Schulabschluss hat er nicht. Stattdessen wurde er für die Schauspielerei entdeckt und spielt neben dem Theater auch in einigen Spielfilmen mit. Mit seinen Rollen als Krimineller oder Drogendealer kann Hassan sich nicht identifizieren. Er will Menschen darstellen und keine Klischees bedienen. Weiterlesen

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„Der Kleine muss den Großen füttern“

Eine Filmkritik von Delia West zu Shaheen Dill-Riazs Dokumentarfilm „Der Vorführer“ – entstanden in der 3sat-Reihe „Fremde Kinder“

Erzählt wird die Geschichte von dem 8-jährigen Rakib aus Bangladesh. Weil sein älterer Bruder nicht arbeiten geht, sondern lieber mit Freunden unterwegs ist, schuftet Rakib abends im örtlichen Kino seines Onkels als Filmvorführer. Weiterlesen

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Die Klasse zum Lebensgefühl »Ab 18«

Zum ersten Mal begleitete doxs! die 3sat-Ausschreibung »Ab 18!« mit einem Stipen- diatenprogramm für Filmemacher: der doku.klasse. In diesem Atelier treffen Dokumentaristen auf ihr potentielles Publikum und erhalten kreatives Feedback auf Projektideen – im Dialog und direkten Austausch mit jungen Filmenthusiasten.

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Vom Papier zum Bild

Die Erstauflage der doku.klasse ging zu Ende mit der Abschlusspräsentation auf dem 13. doxs!-Festival. Die Teilnehmer demonstrierten ihr in den letzten Wochen erworbenes Wissen am Beispiel eines konkreten Filmprojekts – und hatten für drei Stipendiaten eine gute Nachricht mitgebracht.

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