{"id":1166,"date":"2016-11-04T18:47:50","date_gmt":"2016-11-04T16:47:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/?p=1166"},"modified":"2018-05-23T13:26:15","modified_gmt":"2018-05-23T11:26:15","slug":"weniger-dinos-mehr-dokus-mit-klasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/weniger-dinos-mehr-dokus-mit-klasse\/","title":{"rendered":"Weniger Dinos, mehr Dokus mit Klasse!"},"content":{"rendered":"<h4>Ein Pl\u00e4doyer\u00a0von doku.klasse-Teilnehmerin Bengisu Y\u00fcksel.<\/h4>\n<p>Wieso schauen wir, die \u201cjungen Leute\u201d, uns nicht mehr Dokumentarfilme an?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Haben wir keine Zeit (aber schon das dritte Mal \u201eGame of Thrones\u201c durchgeguckt?), zu viel Schule, Uni oder Arbeit? Oder k\u00f6nnte es sein, dass wir uns von dem, was wir aus dem Fernsehprogramm kennen, in dem es nur Dokus \u00fcber Dinos, alte Schl\u00f6sser und Nazideutschland zu geben scheint, schlicht nicht angesprochen f\u00fchlen? Wie k\u00f6nnen wir das \u00e4ndern?<\/p>\n<p>Die doku.klasse ist f\u00fcr mich besonders: was sie ausmacht ist, dass DokumentaristInnen und potentielle Zuschauer zusammentreffen und sich austauschen, unmittelbar und auf Augenh\u00f6he. Diesen Austausch mit den FilmemacherInnen empfinde ich als Gewinn f\u00fcr beide Seiten: Wir, die Jugendlichen bekommen einen umfangreichen Einblick in die Arbeit an Dokumentarfilmen und ihre Entstehung. Die FilmemacherInnen haben die M\u00f6glichkeit, Feedback zu ihrer Projektidee zu erhalten. Es ist ein gutes Gef\u00fchl, mal nicht nur reiner Konsument zu sein, sondern sich eingehend mit den Projekt-Expos\u00e9s und den Arbeitsproben zu besch\u00e4ftigen und offen die Meinung sagen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich glaube, dass die FilmemacherInnen oft zun\u00e4chst mit einer gewissen \u201cPublikumsgespr\u00e4chshaltung\u201d in die Workshops einsteigen, ein wenig distanziert sind. Allerdings sind alle positiv \u00fcberrascht, wie genau wir uns im Vorfeld mit ihrem eingereichten Expos\u00e9 besch\u00e4ftigt haben. Kritik, positive wie negative, wird gut aufgenommen und diskutiert. Aus eigener Erfahrung am Theater wei\u00df ich, wie schwierig es bei intensiver Besch\u00e4ftigung und kreativer Arbeit ist, einen Schritt zur\u00fcckzumachen und alles mal von au\u00dfen zu betrachten. Ich denke, dass die doku.klasse den FilmemacherInnen insbesondere in dieser Hinsicht eine Hilfe ist.<\/p>\n<h5>Ein Hoch auf die Filmschaffenden<\/h5>\n<p>Bevor ich Teil der doku.klasse wurde, war mir unklar, wie viel zeitintensive Recherche hinter einem Projekt steckt, wie viel M\u00fche. Oft m\u00fcssen viele Reisen samt Interviews gef\u00fchrt und Vertrauensarbeit mit ProtagonistInnen geleistet werden. Wer \u00fcbrigens noch das Bild eines menschenscheuen Kreativen im Kopf hat, sollte sich das nochmal \u00fcberlegen. Die Bereitschaft, v\u00f6llig in den Stoff und die Welt der ProtagonistInnen einzutauchen, erstaunt mich immer wieder. Ein Beispiel ist der Stipendiat des letzten Jahres, Andreas Hartmann, der immer wieder mit seinem Protagonisten Kei auf der Stra\u00dfe gelebt hat, um seinen Film \u201cFreier Mensch\u201d zu drehen. R\u00fcckschl\u00e4ge, weil etwas nicht klappt oder anders kommt als geplant, sind nicht selten, weshalb ich gro\u00dfen Respekt habe vor der Frustrationstoleranz der FilmemacherInnen, die ich kennenlernen durfte.<\/p>\n<p>Einer meiner Lieblingsaspekte beim Dokumentarfilm, \u00fcber den ich in der doku.klasse viel gelernt habe, ist der Einsatz von stilistischen Mitteln, sei es eine besondere Kameraf\u00fchrung, Farbgebung oder Ton, die eine bestimmte Stimmung erzeugen oder Assoziationen hervorrufen (oft ohne, dass der Zuschauer viel davon mitkriegt). \u00dcber solche Details wird in den Workshops immer wieder am meisten diskutiert.<\/p>\n<p>Es sind diese intensiven Diskussionen, warum ich so gerne bei diesem Projekt dabei bin: wegen Momenten, in denen alle hochkonzentriert \u00fcber einen Filmtitel nachdenken oder der Film in meiner Vorstellung klare Konturen annimmt und \u201cw\u00e4chst\u201d. Wegen der Liebe zum Detail aller TeilnehmerInnen, FilmemacherInnen und des doxs!-Teams, den Methoden und dem Sachverst\u00e4ndnis, das wir mitbekommen und nat\u00fcrlich, nicht zu vergessen: wegen der richtig guten Filme, die wir sehen.<\/p>\n<p>Ich freue mich schon auf das n\u00e4chste Mal und auf den vollen Kopf, der mich nach den Workshops immer f\u00fcr einige Zeit begleitet. Und der mich von Filmen tr\u00e4umen l\u00e4sst, die ich hoffe, irgendwann zu sehen.<\/p>\n<p><em><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-1167 size-thumbnail\" src=\"http:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/Bengisu-180x130.jpg\" alt=\"doku.klasse\" width=\"180\" height=\"130\" \/>Bengisu Y\u00fcksel<\/strong> (19) studiert Allgemeine und <\/em><em>Vergleichende Literaturwissenschaft und Germanistik an der Ruhr-Universit\u00e4t in Bochum, wo sie auch wohnt. Wenn sie nicht gerade versucht, der Textflut, die ihr Studium mit sich bringt, Herrin zu werden und anderen zu versichern, dass sie wirklich immer noch gerne liest, geht sie ins Theater. Bengisu ist seit 2015 Mitglied der\u00a0doku.klasse.<br \/><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Pl\u00e4doyer\u00a0von doku.klasse-Teilnehmerin Bengisu Y\u00fcksel. 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