{"id":1452,"date":"2017-09-28T15:51:12","date_gmt":"2017-09-28T13:51:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/?p=1452"},"modified":"2018-05-23T13:26:15","modified_gmt":"2018-05-23T11:26:15","slug":"neue-blicke-satt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/neue-blicke-satt\/","title":{"rendered":"Neue Blicke satt"},"content":{"rendered":"<h3>W\u00e4re die doku.klasse ein Wirtschaftsunternehmen, w\u00e4re \u201egesundes Wachstum\u201c wohl das Stichwort, das diesem Artikel als \u00dcberschrift diente. Ist sie aber zum Gl\u00fcck nicht. Stattdessen sagen wir einfach: Die doku.klasse hat Zuwachs bekommen.<br \/>\n 14 Sch\u00fclerInnen des Duisburger Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums verst\u00e4rken in diesem Jahr die Runde der jugendlichen TeilnehmerInnen. Frische, unverbl\u00fcmte Blicke, die die Kompetenz der doku.klasse st\u00e4hlen! Auch ganz ohne den <em>Harvard Business Manager\u00a0<\/em>im Abo zu haben, wissen wir schlie\u00dflich wie Weiterentwicklung funktioniert.<!--more--><\/h3>\n<h3><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1454 alignleft\" src=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/Marlon-218x300.jpg\" alt=\"\" width=\"161\" height=\"221\" srcset=\"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/Marlon-218x300.jpg 218w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/Marlon-768x1055.jpg 768w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/Marlon-582x800.jpg 582w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/Marlon.jpg 1035w\" sizes=\"auto, (max-width: 161px) 100vw, 161px\" \/>Beim ersten Treffen der Marxloher Sch\u00fclerInnen dabei war auch unser Praktikant Marlon Miketta. Als Freund des dokumentarischen Bewegtbildes hat ihn sein Weg unweigerlich zu doxs! \u2013 und damit auch zur doku.klasse gef\u00fchrt. \u00dcber seine Verst\u00e4rkung sch\u00e4tzen wir uns gl\u00fccklich, denn ein Freund des Schreibens ist er auch. Daher lassen wir euch hier mitlesen, was er von seinem Au\u00dfentermin im Norden Duisburgs \u2013 bei dem tats\u00e4chlich auch \u00f6konomische Aspekte eine Rolle spielten \u2013 zu berichten hat.<\/h3>\n<h6><strong>Von Marlon Miketta<\/strong><\/h6>\n<p>Viele Fragen ert\u00f6nen beim ersten Treffen der doku.klasse am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium. Im Rahmen eines Literaturkurses diskutieren die Sch\u00fclerInnen \u00fcber die Vorbereitung und den Verlauf einer Dokumentarfilm-Produktion \u2013 quasi als Trainingslager, um fit f\u00fcr die Debatten mit den alten Hasen der doku.klasse und den FilmemacherInnen im Oktober zu sein.<br \/>\n Bevor es bei den Treffen mit den diesj\u00e4hrigen StipendiatInnen ans Eingemachte geht, stattete also der Filmemacher Dirk Uhlig mit seinem Film \u201eAm Ende der Milchstra\u00dfe\u201c den Sch\u00fclerInnen einen Besuch ab, um beispielhaft anhand seiner Produktion zu kl\u00e4ren, wie die Arbeit an einem Dokumentarfilm \u00fcberhaupt so genau funktioniert.<\/p>\n<p>Schnell wird deutlich: Gute Vorbereitung ist die halbe Miete \u2013 auch als FilmemacherIn. Denn wer nicht gut vorausplant, erh\u00e4lt weder eine Finanzierung noch ein gutes Ergebnis. Script und Kostenkalkulation m\u00fcssen angefertigt werden, und als das wahrscheinlich wichtigste stellt sich eine gr\u00fcndliche Recherche heraus.<\/p>\n<p>Die Kostenkalkulation enth\u00fcllt den Preis des 97-min\u00fctigen Dokumentarfilms: \u201eSo viele Euros?!\u201c sagen die verbl\u00fcfften Gesichter der Sch\u00fclerInnen, in die ich schaue.\u00a0Aber mit Aufschl\u00fcsselung der Kalkulation kommt die Erkenntnis: FilmemacherInnen schwimmen selten in Geld. Denn abgesehen davon, dass die Steuern noch abgezogen werden, nimmt die Produktion eines Dokumentarfilms meist sehr viel Zeit in Anspruch. In diesem Fall wurden insgesamt zweieinhalb Jahre ben\u00f6tigt, in denen rund 105 Stunden Videomaterial entstanden ist.\u00a0<\/p>\n<p>Im Schnittraum galt es dann, diese 4,375 Tage (ja, ich habe es tats\u00e4chlich ausgerechnet) auf 97 Minuten zu reduzieren. Auch hier zahlt sich gute Vorbereitung aus: manche ProtagonistInnen reden viel und geben gerne und einiges von sich preis, manche eben nicht. Das sollte man ber\u00fccksichtigen, also den Schnitt an die Charaktere anpassen.<\/p>\n<p>Einem Sch\u00fcler f\u00e4llt beim Stichwort ProtagonistInnen etwas auf: \u201eWarum sind die eigentlich in <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1456 alignright\" src=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/doku.klasse-400x182.jpg\" alt=\"\" width=\"426\" height=\"182\" \/>der Kostenkalkulation aufgef\u00fchrt?\u201c\u201eDas Geld ist nat\u00fcrlich nicht als Honorar gedacht\u201c, erkl\u00e4rt Dirk Uhlig, es ist als eine Option in die Kalkulation geschrieben, die dazu dient den ProtagonistInnen nach fertiggestelltem Film f\u00fcr Ihre Beteiligung am Projekt zu danken. Wir haben es f\u00fcr ein gemeinsames Fest im Dorf eingesetzt und jeder unserer Protagonisten hat einen symbolischen Betrag als eine Art Aufwandsentsch\u00e4digung f\u00fcr den Zeitraum der Dreharbeiten erhalten.\u201c<br \/>\n Nicht nur die Aufwandsentsch\u00e4digung, sondern auch andere Kosten, die bei der Produktion eines Films anfallen, werden meist durch Filmf\u00f6rderungen finanziert. Dabei handelt es sich um \u00f6ffentliche Einrichtungen, die alle Phasen der Filmproduktion von der Idee \u00fcber die Drehbuchentwicklung bis hin zur Produktion und der Kinoauswertung mit finanziellen Mitteln unterst\u00fctzen. Wer etwas vom Kuchen der Filmf\u00f6rderung abbekommen m\u00f6chte, muss sich allerdings erstmal durch jede Menge Formulare und Antr\u00e4ge k\u00e4mpfen. Und klar ist, sie setzen ihr Geld nur auf gute Ideen und gute Teams.<\/p>\n<p>Aber wie kommt man eigentlich auf eine gute Idee? In diesem Fall entschied der Zufall. Dirk Uhlig besuchte nur Freunde, als er zum ersten Mal mit dem Co-Regisseur Leopold Gr\u00fcn das Dorf betrat. Der Ort, der Zusammenhalt der BewohnerInnen und das Prinzip des \u201eJeder hilft Jedem\u201c begeisterten sie. Die Idee zu \u201eAm Ende der Milchstra\u00dfe\u201c war geboren.<\/p>\n<p>Im Laufe der Recherche entwickelt man als FilmemacherIn eine ungef\u00e4hre Vorstellung davon, wie dieser Stoff filmisch bearbeitet werden kann. Aber was passiert eigentlich, wenn sich nach der anf\u00e4nglichen Recherche etwas ver\u00e4ndert?\u00a0Beim vorliegenden Film sind zum Beispiel vor dem Drehstart zwei Bewohner verstorben, die als Protagonisten vorgesehen waren. Es passieren aber auch gl\u00fcckliche Zuf\u00e4lle: einen Protagonisten lernte das Team erst w\u00e4hrend der Dreharbeiten kennen.\u00a0Auch die Einstellung der ProtagonistInnen zum Projekt kann sich \u00e4ndern \u201eEin geplanter\u00a0 Protagonist ist schon fr\u00fch in der Recherchephase aus dem Projekt ausgestiegen, ein anderer ist dann w\u00e4hrend der laufenden Dreharbeiten dazugekommen.\u201c Schlussendlich gilt es, solche Ver\u00e4nderungen zu meistern: Spontanit\u00e4t geh\u00f6rt zum FilmemacherIn-Beruf unbedingt mit dazu.<\/p>\n<p>Nach einem debattenreichen Nachmittag sind die Grundsteine gelegt. F\u00fcr die n\u00e4chste Sitzung sind die Sch\u00fclerInnen gut vorbereitet und mit einem L\u00e4cheln f\u00fcr die Kamera verlassen sie den Raum. Wir sagen: bis bald!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1457 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/IMG_0893-e1506606544889-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"248\" height=\"372\" srcset=\"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/IMG_0893-e1506606544889-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/IMG_0893-e1506606544889-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/IMG_0893-e1506606544889-533x800.jpg 533w\" sizes=\"auto, (max-width: 248px) 100vw, 248px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4re die doku.klasse ein Wirtschaftsunternehmen, w\u00e4re \u201egesundes Wachstum\u201c wohl das Stichwort, das diesem Artikel als \u00dcberschrift diente. Ist sie aber zum Gl\u00fcck nicht. 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