{"id":1731,"date":"2018-10-18T15:30:30","date_gmt":"2018-10-18T13:30:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/?p=1731"},"modified":"2018-10-18T15:51:15","modified_gmt":"2018-10-18T13:51:15","slug":"das-war-direkt-so-yo-faust-aufs-auge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/das-war-direkt-so-yo-faust-aufs-auge\/","title":{"rendered":"\u201eDas war direkt so: Yo! Faust aufs Auge.\u201c"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Die doku.klasse zeigt sich beeindruckt von Katharina Pethkes Expos\u00e9 \u201eDazwischen Elsa\u201c (AT). Das Gef\u00fchl, das der Text beschreibt, kennen viele in der Gruppe: Erwartungen prasseln auf einen ein, die Anforderung, etwas zu leisten und sich gleichzeitig selbst zu verwirklichen \u2013 Spa\u00df machen soll das alles ja auch noch! Kein Wunder, dass dieser Druck bei der 20-j\u00e4hrigen Protagonistin Elsa zum Stillstand f\u00fchrt.<\/strong><\/h3>\n<h3><!--more--><\/h3>\n<p>Das Expos\u00e9 \u00fcberzeugt mit Struktur und Vielschichtigkeit. \u201eDas Lesen wurde mit jeder neuen Ebene spannender\u201c, so eine Teilnehmerin der doku.klasse. Und das, obwohl das Thema als solches sie eher nervt, hat sie doch f\u00fcr sich mit der \u201eAuszeit-Zeit\u201c abgeschlossen. Auch ein Gruppenmitglied, das aus Syrien nach Deutschland gekommen ist, hatte eine l\u00e4ngere Phase, in der es nichts gemacht hat. \u201eDas war total frustrierend! Irgendwann musste ich einfach etwas \u00e4ndern.\u201c Doch nicht immer ist es sinnvoll, Orientierungslosigkeit mit Aktivit\u00e4t zu \u00fcberbr\u00fccken, meint eine Teilnehmerin. \u201eEinfach nur dazuliegen und zu denken kann doch genauso produktiv sein.\u201c Ein Punkt, der Katharina Pethke wichtig ist: \u201eUnsere Zeit l\u00e4sst es nicht zu, dass man sich mal in Ruhe hinsetzt und nachdenkt. Dabei kann das so wertvoll sein.\u201c\u00a0<\/p>\n<h4><strong>Nicht nur ein Luxusproblem<\/strong><\/h4>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1737 alignright\" src=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/DokuKlasse_007-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/DokuKlasse_007-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/DokuKlasse_007-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/DokuKlasse_007-533x800.jpg 533w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>Wie sich diese gesellschaftliche Ebene herausarbeiten l\u00e4sst, ist f\u00fcr Pethke ein heikler Punkt. \u201eEs geht ja um Elsa. Kann ich mir anma\u00dfen, eine gr\u00f6\u00dfere Frage dar\u00fcber zu stellen?\u201c Andererseits: Nur Elsas Zustand der Starre zu beschreiben, w\u00e4re filmisch wahrscheinlich nicht besonders interessant. Die Klasse verweist auf Pethkes fr\u00fchere Arbeiten, auf ihre starken metaphorischen Bilder. Mit diesem Stil wird sie auch Elsas Situation vermitteln k\u00f6nnen, ist sich eine Teilnehmerin sicher. Pethke freut sich \u00fcber das Vorschussvertrauen. \u201eSehr beruhigend, dass Dir schon klar ist, wie ich den Film machen werde, ich wei\u00df es n\u00e4mlich noch nicht&#8230;\u201c<\/p>\n<p>Noch eine Herausforderung wird benannt: \u201eWir als Zielgruppe k\u00f6nnen Elsas Schwierigkeiten nachvollziehen. Aber man muss schon aufpassen, dass man nicht viele andere Leute verliert \u2013 die, die selbst gar keine Wahlm\u00f6glichkeit haben.\u201c<\/p>\n<p>Elsas Situation zum Problem zu erkl\u00e4ren, sei schwierig, wirft ein Gruppenmitglied ein. \u201eWir argumentieren gerade sehr gesellschaftskonform. Es muss klar sein, dass Elsa nicht einfach als faul abgestempelt werden darf. Dass man nicht von jedem dasselbe Tempo erwarten kann.\u201c So wie auch in Pethkes Abschlussfilm \u201eLouisa\u201c deutlich wurde: Hier hat nicht die Person, sondern die Gesellschaft ein Problem.<\/p>\n<h4><strong>Blo\u00df kein \u201eDokumentarfilm-Bingo\u201c<\/strong><\/h4>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1734\" src=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/DokuKlasse_035-400x267.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/DokuKlasse_035-400x267.jpg 400w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/DokuKlasse_035-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/DokuKlasse_035-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/DokuKlasse_035-840x560.jpg 840w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>Wer beim Lesen noch gezweifelt hatte, ob die Protagonistin den Film tragen wird, ist nach der Sichtung des Materials \u00fcberzeugt: \u201eDie ist ziemlich cool. Elsa hat so eine Klarheit.\u201c Richtig nahe kommt man ihr in der ersten Zusammenstellung des Materials allerdings nicht. Vielleicht sind einfach zu oft R\u00fccken im Bild? Einige vermissen die Intimit\u00e4t der Nahaufnahmen aus \u201eLouisa\u201c. Eine Meinung zur Zeitlupe als Stilmittel?\u00a0\u201eEher so semi.\u201c Und ein Teilnehmer hat Szenen, in denen am Fenster geraucht wird, schon zu oft gesehen: Das sei \u201eDokumentarfilm-Bingo\u201c warnt er und r\u00e4t ab. Kann das Gef\u00fchl des Stillstands besser vermittelt werden, wenn man lebendige Bilder als Kontrast einbaut? Ein sch\u00f6ner Hinweis, findet Pethke: Um den Stillstand zu erz\u00e4hlen, muss man Bewegung dagegensetzen.<\/p>\n<h4><strong>Wie geht es weiter?<\/strong><\/h4>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1744 alignright\" style=\"font-size: 15px;\" src=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/DokuKlasse_031-400x267.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/DokuKlasse_031-400x267.jpg 400w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/DokuKlasse_031-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/DokuKlasse_031-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/DokuKlasse_031-840x560.jpg 840w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>Trotz der kritischen \u00dcberlegungen \u00fcberwiegt klar der Optimismus: \u201eIch mache mir da gar keine Sorgen\u201c, so eine Bilanz. \u201eDas wird ein guter Film.\u201c F\u00fcr die Regisseurin bleiben manche Fragen offen, etwa, wie sie selbst und ihre Familiensituation im Film vorkommen soll. Aber sie hat viel Klarheit gewonnen. \u201eEs muss vor allem um Elsa gehen \u2013 ob man Gr\u00f6\u00dferes darin lesen m\u00f6chte, liegt beim Zuschauer.\u201c Auch eine Idee, wie das Portr\u00e4t enden soll, steht. Doch eine letzte Frage hat Katharina Pethke noch an die doku.klasse, und die ist zugleich ein Kompliment: \u201eKann ich mit dem Rohschnitt noch mal zu Euch kommen?\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die doku.klasse zeigt sich beeindruckt von Katharina Pethkes Expos\u00e9 \u201eDazwischen Elsa\u201c (AT). Das Gef\u00fchl, das der Text beschreibt, kennen viele in der Gruppe: Erwartungen prasseln auf einen ein, die Anforderung, etwas zu leisten und sich gleichzeitig selbst zu verwirklichen \u2013 Spa\u00df machen soll das alles ja auch noch! 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