{"id":1881,"date":"2020-01-13T13:55:34","date_gmt":"2020-01-13T11:55:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/?p=1881"},"modified":"2020-01-13T14:25:20","modified_gmt":"2020-01-13T12:25:20","slug":"zugaenge-sind-spielentscheidend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/zugaenge-sind-spielentscheidend\/","title":{"rendered":"\u201eZug\u00e4nge sind spielentscheidend\u201c"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Jonas Heldt war zum ersten Mal zu Gast bei der doku.klasse und stellte seinen Rohschnitt <em>Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen<\/em> (AT) vor. Mit im Gep\u00e4ck: zwei seiner vorherigen Dokumentarfilme <em>Station\/Pathologie<\/em> (2013) und <em>Hinterwelten<\/em> (2014).<\/strong><!--more--><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">In allen drei Projekten f\u00e4llt den Teilnehmer*innen auf, dass Jonas Heldt ein Interesse daf\u00fcr hat, Verschlossenes zu \u00f6ffnen: Die Entscheidungsprozesse auf einer pathologischen Station, das Leben im Grenzgebiet zwischen Bayern und Tschechien oder \u2013 wie im aktuellen Projekt \u2013 die Biografie der 20-j\u00e4hrigen Lagerhelferin Seda, die bei dem Autohersteller Audi in einem Leiharbeitsverh\u00e4ltnis befristet angestellt ist.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1885 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/003_Duisburger_Filmwoche_2_DR39490.jpg\" alt=\"\" width=\"506\" height=\"379\" srcset=\"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/003_Duisburger_Filmwoche_2_DR39490.jpg 6155w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/003_Duisburger_Filmwoche_2_DR39490-400x300.jpg 400w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/003_Duisburger_Filmwoche_2_DR39490-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/003_Duisburger_Filmwoche_2_DR39490-1067x800.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 506px) 100vw, 506px\" \/><br \/>\nFasziniert steht die Klasse vor der Frage: \u201eWie kommst du in diese Orte rein?\u201c Heldt: \u201eBeim Dokumentarfilm sind Zug\u00e4nge spielentscheidend.\u201c Dazu braucht er ein pers\u00f6nliches Verh\u00e4ltnis, das lange, bevor er dreht, entsteht. Seda habe er, so der Regisseur, vor \u00fcber einem Jahr kennengelernt, als die junge Frau ihn bei den Recherchebesuchen im Logistikbereich des Audi-Werks angesprochen habe. \u201eSie hat mich ausgesucht.\u201c Heldt ist wichtig, klar und offen zu formulieren, worum es ihm bei einem Projekt geht, was sein Thema ist. \u201eHat es Absprachen gegeben, Erwartungen des Unternehmens an den Film?\u201c, hakt ein Teilnehmer nach. Die Antwort: \u201eNein, ich darf immer alles filmen, sonst fange ich gar nicht erst an.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1886 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/013_Duisburger_Filmwoche_2_DR39984.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"373\" srcset=\"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/013_Duisburger_Filmwoche_2_DR39984.jpg 6476w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/013_Duisburger_Filmwoche_2_DR39984-400x267.jpg 400w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/013_Duisburger_Filmwoche_2_DR39984-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/013_Duisburger_Filmwoche_2_DR39984-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/013_Duisburger_Filmwoche_2_DR39984-840x560.jpg 840w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><br \/>\n<strong>\u201eEin guter Film hat f\u00fcr mich immer etwas Universelles\u201c<br \/>\n<\/strong><br \/>\nDas Projekt zeichnet sich durch seine starke Protagonistin aus, darin sind sich alle Teilnehmer*innen einig, \u201efacettenreich und emanzipiert.\u201c Seda macht deutlich, was ihr an dem Job liegt \u2013 um ihre eigene Wohnung au\u00dferhalb des strengen Elternhauses zu halten \u2013, aber eben auch, dass gerade dieser Job ihr gef\u00e4llt. Beim Vormontieren von Zigarettenanz\u00fcndern sch\u00e4tzt sie die Nachtschicht, die Bewegung und die Struktur. Um ihre Zukunft selbst zu gestalteten, w\u00fcrde sie gerne eine Ausbildung zur Logistik-Fachkraft machen. Vom Arbeitsamt wird ihr jedoch ein Kurs f\u00fcr den Gabelstaplerf\u00fchrerschein vermittelt. \u201eDas wird in Zukunft interessant, weil n\u00e4chstes Jahr autonome Gabelstaplerfahrer eingef\u00fchrt werden\u201c, erg\u00e4nzt Jonas Heldt.<\/p>\n<p>Eine Teilnehmerin m\u00f6chte wissen: \u201eWas steht bei dem Film f\u00fcr dich im Fokus; Emanzipation, Sedas Migrationshintergrund, ihr Kampf um eine unbefristete Anstellung?\u201c \u201eDas finde ich eine ganz tolle Frage, die m\u00f6chte ich gerne genauso zur\u00fcckgeben\u201c, antwortet Heldt begeistert, \u201edenn ein guter Film hat f\u00fcr mich eigentlich immer etwas Universelles.\u201c Eine andere Teilnehmerin: \u201eF\u00fcr mich ist die Frage zentral, lebt sie f\u00fcrs Arbeiten oder arbeitet sie f\u00fcrs Leben. Das ist Kapitalismuskritik.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1884 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/001_Duisburger_Filmwoche_2_DR39353.jpg\" alt=\"\" width=\"555\" height=\"370\" srcset=\"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/001_Duisburger_Filmwoche_2_DR39353.jpg 7043w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/001_Duisburger_Filmwoche_2_DR39353-400x267.jpg 400w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/001_Duisburger_Filmwoche_2_DR39353-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/001_Duisburger_Filmwoche_2_DR39353-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/001_Duisburger_Filmwoche_2_DR39353-840x560.jpg 840w\" sizes=\"auto, (max-width: 555px) 100vw, 555px\" \/><\/p>\n<p>In dem Zusammenhang f\u00e4llt auf, dass im Treatment ein Zweitjob an einer Tankstelle erw\u00e4hnt wird, der im Film nicht vorkommt: \u201eDer Teil ist wichtig, um ihre Notsituation zu verstehen, sich die Wohnung leisten zu k\u00f6nnen\u201c, lautet dazu eine Meinung. Dieser Nebenaspekt findet in der 30 Minuten Fassung bis jetzt keinen Platz, aber es steht auf einer Liste f\u00fcr Szenen, die eventuell wieder zur\u00fcckkehren, erkl\u00e4rt Jonas Heldt.<\/p>\n<p>Die F\u00fclle an Themen schafft f\u00fcr den Regisseur auch mehrere inhaltliche Zug\u00e4nge, die er f\u00fcr einen Film im Fernsehen wichtig findet. Denn f\u00fcr TV-Ausstrahlungen ist es schwieriger als im Kino, die Aufmerksamkeit der Zuschauer*innen zu halten. \u201eHat diese Erkenntnis, dass im Fernsehen eher umgeschaltet wird, deinen Schnitt beeinflusst?\u201c, fragt eine Teilnehmerin. Die verschiedenen Ankn\u00fcpfungspunkte w\u00fcrden insofern genutzt, als dass der Film es zulasse, nach dem Verpassen von einem Teil, wieder einen Einstieg zu finden, da er auf verschiedenen Ebenen zusammenlaufe, sagt Heldt: \u201eMir ist es wichtig, dass den Film viele Leute sehen \u2013 denn er geht viele an.\u201c<\/p>\n<h3><strong>\u00a0<\/strong><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jonas Heldt war zum ersten Mal zu Gast bei der doku.klasse und stellte seinen Rohschnitt Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen (AT) vor. 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