{"id":1996,"date":"2021-02-06T11:51:46","date_gmt":"2021-02-06T09:51:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/?p=1996"},"modified":"2021-02-23T15:12:20","modified_gmt":"2021-02-23T13:12:20","slug":"1996-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/1996-2\/","title":{"rendered":"Teilnehmerinnen der doku.klasse im Gespr\u00e4ch"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Jung &amp; Wild sind die 18 Teilnehmer*innen der doku.klasse 2020, zwischen 18 und 28 Jahren alt, haben Lust auf Dokumentarfilme, wollen dar\u00fcber sprechen und sind neugierig auf die, die die Filme machen.\u00a0Jihad Azahrai (24) ist schon mehrfach dabei gewesen, f\u00fcr Pia Nelles (22) ist 2020 das erste Mal. Moderator Dirk Ulrich will wissen, was sie an der doku.klasse reizt.<\/strong><b><\/b><!--more--><\/h3>\n<p><strong>Dirk: Was euch miteinander verbindet, ist das gemeinsame Interesse an dokumentarischen Stoffen. Wie seid ihr dazu gekommen, euch mit dokumentarischen Stoffen auseinanderzusetzen?<\/strong><\/p>\n<p><b>Pia<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Mir ist aufgefallen, dass ich in den letzten Jahren immer mehr Dokumentarfilme, Reportagen oder Dokus konsumiert habe. Im Alltag schau ich sehr h\u00e4ufig Beitr\u00e4ge von verschiedenen Accounts von funk. Mit doxs! und der doku.klasse habe ich dann die M\u00f6glichkeit gefunden, mich mal bewusst mit diesen Stoffen auseinanderzusetzen und die nicht immer nur beil\u00e4ufig zu konsumieren.<\/span><\/p>\n<p><b>Jihad<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: F\u00fcr mich hat es mit der GROSSEN KLAPPE, der Jugendjury von doxs!, angefangen. Da bin ich das erste Mal richtig in Ber\u00fchrung mit diesen Stoffen und auch den Diskussionen gekommen. Das hat mir dann die Welt in diese Richtung ge\u00f6ffnet. Inzwischen habe ich sogar einen Dokumentarfilm in meine Bachelorarbeit mit einbezogen.<\/span><\/p>\n<p><strong>Dirk: Die Filmemacher*innen sind nach den Atelier-Gespr\u00e4chen mit euch immer begeistert von den Diskussionen und auch von eurer klaren und differenzierten Haltung. Wie bereitet ihr euch auf ein Gespr\u00e4ch in der doku.klasse vor? Wie geht ihr an die Expos\u00e9s der Filmemacher*innen ran?<\/strong><\/p>\n<p><b>Jihad<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Ich gehe sehr offen an die Expos\u00e9s. Ich versuche mir alles sehr bildlich vorzustellen und frage mich, wie weit der Text filmisch realisierbar ist. Ich mache mir Notizen und schreibe mir Fragen auf.<\/span><\/p>\n<p><b>Pia<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Ich versuche auch sehr unvoreingenommen an die Expos\u00e9s zu gehen. Da ich aus dem Bereich der Theaterwissenschaft komme, frage ich mich, wie der Film aus einer dramaturgischen Perspektive umgesetzt werden kann. Ich sammele dann Ideen, Fragen und Gedanken erstmal f\u00fcr mich, um sie dann mit der Gruppe und den Filmschaffenden zu besprechen.<\/span><\/p>\n<p><strong>Dirk: Wie sch\u00e4tzt ihr den Aufbau der Atelier-Gespr\u00e4che ein? Zuerst gibt es eine Kennenlernrunde, dann werden Vorg\u00e4ngerprojekte der Filmemacher*innen besprochen, es folgt ein Gespr\u00e4ch \u00fcber das Treatment. Circa ein halbes Jahr sp\u00e4ter gibt es dann eine Rohschnittbesprechung, und dann seht ihr euch noch mal zur Filmvorf\u00fchrung mit abschlie\u00dfendem Gespr\u00e4ch. Findet ihr dieses ganze Paket wertvoll?<\/strong><\/p>\n<p><b>Jihad<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Ich finde den Aufbau echt gut. Ich finde es gut, dass wir uns zuerst als Gruppe besprechen, bevor wir mit dem*r Filmemacher*in sprechen. Da sammeln wir dann meistens auch ein paar Fragen und tauschen uns aus. Wenn wir uns dann die Vorg\u00e4ngerprojekte ansehen, bekommt man einen guten Einblick in die Arbeit des*r Filmemachers*in und kann sich schon mal vorstellen, wie Text hier in Visuelles \u00fcbersetzt wird. Ich finde es auch gut, dass die Filmemacher*innen uns so vertrauen, dass sie dann mit dem Rohschnitt zu uns kommen und nochmal offen f\u00fcr Feedback sind.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>Pia<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Bei mir waren es bis jetzt immer nur Teilgespr\u00e4che, die ich von diesem gesamten Aufbau erlebt habe. Ich finde es aber besonders spannend, wenn es dann um die Rohschnittfassung geht. Die Filmemacher*innen pr\u00e4sentieren sich mit dem Rohschnitt auf eine Weise nackt, weil der Film einfach noch nicht fertig ist. Bei dem Film \u201eHinter unserem Horizont\u201c haben wir uns gegenseitig noch viele Fragen gestellt, und durch das Gespr\u00e4ch hat sich dann tats\u00e4chlich auch noch einiges an der finalen Fassung ver\u00e4ndert.<\/span><\/p>\n<p><strong>Dirk: Wie erlebt ihr diesen Austausch mit den Filmschaffenden? Ist das ein Austausch \u201aauf Augenh\u00f6he\u2018?<\/strong><\/p>\n<p><b>Jihad<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Ja, auf jeden Fall. Nat\u00fcrlich ist das bei jedem*r Filmemacher*in unterschiedlich. Aber bis jetzt haben wir fast nur positive Erfahrung gemacht. Es ist nochmal was ganz anderes, wenn man sieht, dass er oder sie richtig nachhakt und sich Notizen macht und man dann das Gef\u00fchl hat, dass man wirklich geh\u00f6rt wird.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>Pia<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Ich war das erste Mal schon etwas aufgeregt mit einem Filmemacher zu sprechen und war dann total beeindruckt, dass der Austausch wirklich so auf Augenh\u00f6he stattfindet. Die Filmemacher*innen sind wirklich interessiert an uns und wollen wissen, was wir denken und was wir zu ihren Projekten zu sagen haben.\u00a0<br \/>\n<\/span><strong><a href=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/doku.klasse2020_07_web_1200px.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1950\" src=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/doku.klasse2020_07_web_1200px.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1200\" srcset=\"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/doku.klasse2020_07_web_1200px.jpg 1200w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/doku.klasse2020_07_web_1200px-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/doku.klasse2020_07_web_1200px-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/doku.klasse2020_07_web_1200px-800x800.jpg 800w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/doku.klasse2020_07_web_1200px-120x120.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/a>Dirk: Das Spektrum der Filme, die ihr gesehen habt, reicht von sehr intimen Portraits bis hin zu intensiven Auseinandersetzungen mit politischen Systemen. Wenn ihr so einen Weg mit einem Film gegangen seid und am Ende im Kino sitzt, habt ihr dann das Gef\u00fchl, der Weg hat sich gelohnt? Findet ihr etwas wieder von dem, was ihr miteinander diskutiert habt?<\/strong><\/p>\n<p><b>Jihad<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Ich w\u00fcrde sagen, ja. Es ist schon besonders, wenn man den Stoff gelesen hat und dann in Bilder \u00fcbersetzt sieht. Es geht dabei ja auch um echte Menschen, der Stoff \u00e4ndert sich mit der Zeit. Man kann zwar einiges einsch\u00e4tzen, aber was dann wirklich passiert, ist immer wieder spannend. Bei dem Film \u201eIch habe dich geliebt\u201c habe ich im Film nochmal ganz andere Ebenen gesehen, als die, die ich im Expos\u00e9 gesehen habe.<\/span><\/p>\n<p><b>Pia<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Bei dem Film \u201eHinter unserem Horizont\u201c war die Besprechung des Rohschnitts an einigen Stellen schon sehr kritisch. Da war ich sehr gespannt, wie die Filmemacher Dennis und Patrick Weinert<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">damit umgehen werden. Das Ergebnis hat sich dann wirklich nochmal sehr ver\u00e4ndert. Das ist ein sch\u00f6nes Erlebnis, wenn man sieht, dass die doku.klasse einen Film so beeinflussen kann.<\/span><\/p>\n<p><strong>Dirk: Ihr erfahrt viel \u00fcber Stoffentwicklung, Dramaturgie, \u00fcber die Umsetzung und stilistische Mittel. Habt ihr als Besucherinnen der doku.klasse das Bed\u00fcrfnis, mehr \u00fcber einzelne Teilbereiche zu erfahren? Wo seht ihr Grenzen?<\/strong><\/p>\n<p><b>Jihad<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Also ich sehe die Grenze vor allem darin, dass wir nicht bei einem Filmdreh dabei sein k\u00f6nnen. Ich w\u00fcrde mich aber freuen, mal bei einem Schnitt dabei zu sein, um den Prozess der Dramaturgie so mitzuerleben. Ich f\u00e4nde es auch interessant, wenn wir die M\u00f6glichkeiten h\u00e4tten, die Protagonist*innen \u00f6fter mal zu treffen, um \u00fcber ihre Perspektive des Films zu sprechen.<\/span><\/p>\n<p><b>Pia<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: F\u00fcr mich w\u00e4re es interessant, schon bei der Entwicklung der Idee dabei zu sein, also noch bevor ein ausgearbeitetes Expos\u00e9 entsteht. Ich w\u00e4re auch an einem redaktionellen Teil interessiert, in dem grundlegende Fragen besprochen werden. Welche Geschichte soll hier erz\u00e4hlt werden und vor allem, wie?\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Dirk: Seit M\u00e4rz mussten wir ja auf rein digitale oder hybride Formate in unseren Atelier-Gespr\u00e4chen ausweichen. Wie sch\u00e4tzt ihr die Arbeit mit den Bedingungen der Pandemie ein?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><b>Pia<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Die Situation ist ja besonders f\u00fcr Filmemacher*innen, die eigentlich gerade im Ausland drehen w\u00fcrden, sehr schwierig. Deswegen finde ich es sehr wichtig, dass wir diese digitale M\u00f6glichkeit in Anspruch nehmen, und bin auch froh, dass die doku.klasse da von Anfang an so schnell umgestiegen ist.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>Jihad<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Mir w\u00fcrde nichts einfallen, wie man es noch verbessern k\u00f6nnte. Die Schritte, die wir genommen haben, damit es weiter stattfinden kann, sind ja gut gelungen.<\/span><\/p>\n<p><strong>Dirk: Abschlie\u00dfend ein Blick in die Zukunft: Welche Themen sollten eurer Meinung nach in dokumentarischen Stoffen behandelt werden?<\/strong><\/p>\n<p><b>Jihad<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Ich w\u00fcnsche mir vor allem Filme \u00fcber unterrepr\u00e4sentierte Gruppen in Deutschland. Ich w\u00fcrde mich \u00fcber einen Stoff mit einer muslimischen Protagonistin freuen. Es wird zwar viel \u00fcber Brennpunkte geredet, aber statt mit den Menschen zu sprechen, spricht man nur \u00fcber sie.<\/span><\/p>\n<p><b>Pia<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: F\u00fcr mich w\u00e4ren Stoffe interessant, in denen junge Menschen gezeigt werden, die vielleicht einen anderen Weg gegangen sind und mutig waren, etwas Eigenes auszuprobieren. Beispielsweise mit der Gr\u00fcndung eines Start-Ups oder generell einen Weg zur Selbstverwirklichung gew\u00e4hlt haben, der sich von gesellschaftlicher Konvention abwendet.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jung &amp; Wild sind die 18 Teilnehmer*innen der doku.klasse 2020, zwischen 18 und 28 Jahren alt, haben Lust auf Dokumentarfilme, wollen dar\u00fcber sprechen und sind neugierig auf die, die die Filme machen.\u00a0Jihad Azahrai (24) ist schon mehrfach dabei gewesen, f\u00fcr Pia Nelles (22) ist 2020 das erste Mal. 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