{"id":2004,"date":"2021-02-11T14:51:05","date_gmt":"2021-02-11T12:51:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/?p=2004"},"modified":"2021-02-23T15:14:17","modified_gmt":"2021-02-23T13:14:17","slug":"das-bild-vor-dem-inneren-auge-ist-ja-immer-das-worum-es-letztendlich-geht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/das-bild-vor-dem-inneren-auge-ist-ja-immer-das-worum-es-letztendlich-geht\/","title":{"rendered":"&#8222;Das Bild vor dem inneren Auge ist ja immer das, worum es letztendlich geht.&#8220;"},"content":{"rendered":"<h3>Vom Film zum H\u00f6rst\u00fcck. Durch die Kooperation zwischen der doku.klasse und dem Deutschlandfunk Kultur konnten bereits mehrere Feature-St\u00fccke aus den Dokumentarfilmprojekten der Reihe \u201eAb 18!\u201c entstehen. In diesem Jahr hat der Autor Jonas Heldt seinen Film \u201eSeda baut Autos\u201c f\u00fcr das Radio-Feature \u201eAutomotive\u201c bearbeitet. Christian Kosfeld spricht mit ihm \u00fcber seine Herangehensweise.<\/h3>\n<h3><b><\/b><!--more--><\/h3>\n<p>\n<strong>Hast Du neben deiner Arbeit an Dokumentarfilmen bereits f\u00fcr das Radio und an Audio-Formaten gearbeitet?<\/strong><br \/>\nIch war schon Radio-Autor, bevor ich richtig beim Dokumentarfilm eingestiegen bin. Ich finde, da ergeben sich immer sch\u00f6ne \u00dcberschneidungen zwischen diesen beiden Formen. Also das dokumentarische Erz\u00e4hlen habe ich mir ein bisschen \u00fcber das H\u00f6ren angeeignet. Und deswegen kam mir diese Kooperation mit do-xs! sehr entgegen, weil ich mir auch oft bei einem Kinobild denke: Eigentlich ist die Sprache eines Films ja das, was zwischen den Bildern geschieht, und so empfinde ich das beim H\u00f6ren. \u201eAutomotive\u201c ist das zweite Mal, dass mit einem Film ein Radiost\u00fcck entsteht.<\/p>\n<p><strong>Wie hast Du die Kooperation mit der doku.klasse 2019 in Duisburg erlebt, hat Dir das Impulse gegeben, Ideen f\u00fcr das Film- und das Feature-Projekt?<br \/>\n<\/strong>Ich bin jemand, der gerne Feedback hat. Mit der doku.klasse gab es Bereicherungen auch im Schnitt-Prozess. Im Treatment zum Beispiel stand, dass meine Protagonistin noch einen Nebenjob hat, dass sie nach f\u00fcnf Nachtschichten pro Woche noch eine Nachtschicht an der Tankstelle macht, um sich einen Mercedes zu kaufen. Und als ich das erz\u00e4hlt habe, haben die Leute aus der doku.klasse gesagt, das finden sie total spannend und wichtig, dass das im Film ist. Das hat also ganz konkret Regie-Entscheidungen beeinflusst. Es gab nat\u00fcrlich auch Input, den ich so nicht \u00fcbernommen habe.<\/p>\n<p><strong>Wie war die Zusammenarbeit mit der Feature-Redaktion beim Deutschlandradio, habt Ihr das Radiost\u00fcck zusammen entwickelt, ausgehend von Deinem Film?<\/strong><br \/>\nKatrin Moll und Ingo Kottkamp kannte ich schon vorher. Es war so, dass ich schon wusste, was die Kino-Fassung ist, und dann haben wir besprochen, was f\u00fcr das Feature besser funktionieren k\u00f6nnte, und haben auf der Grundlage nochmal neue Aufnahmen gemacht mit den beiden Protagonistinnen und eine eigene Dramaturgie erarbeitet.<\/p>\n<p><strong>Wir sehen die beiden Protagonistinnen Seda und Eva in ihren sehr unterschiedlichen Welten, auch die Menschen, die um sie herum sind, Mitarbeiter, die Familie, Freundinnen. Ich hatte beim H\u00f6ren des Features den Eindruck, dass Du den O-T\u00f6nen und Atmos sehr vertraust, dass sie viel von diesen unterschiedlichen Welten und Menschen, wie und wo sie sprechen, transportieren k\u00f6nnen.<br \/>\n<\/strong>Das war ein grunds\u00e4tzlicher Ansatz, dass ich sage: Ich als Autor muss die Welt nicht erkl\u00e4ren, sondern ich kann Welten schildern, aber sie zu interpretieren, ist etwas, wo man der filmischen oder H\u00f6rst\u00fcck-Form vertrauen muss. Es vermittelt sich eine Atmosph\u00e4re, es vermitteln sich verschiedene Arten des Sprechens. Ich m\u00f6chte die Erkl\u00e4rungen denen \u00fcberlassen, die vor der Kamera, vor dem Mikrofon sind, Seda oder Eva.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/doku.klasse2020_02_web_1200px.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1945\" src=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/doku.klasse2020_02_web_1200px.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1200\" srcset=\"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/doku.klasse2020_02_web_1200px.jpg 1200w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/doku.klasse2020_02_web_1200px-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/doku.klasse2020_02_web_1200px-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/doku.klasse2020_02_web_1200px-800x800.jpg 800w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/doku.klasse2020_02_web_1200px-120x120.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/a><strong>Im Film stellt sich viel \u00fcber die Bilder von technischen Abl\u00e4ufen und Sedas Arbeitswelt her. Manche Ger\u00e4usche aus dieser technischen Welt lassen sich im Feature akustisch gar nicht entschl\u00fcsseln. Wie bist du mit Ger\u00e4uschen und Atmos umgegangen?<br \/>\n<\/strong>Ich glaube, ein spielerischer Umgang mit den Formen ist eine gute Voraussetzung. Ich glaube, dass ich in der Radioform eine enorme Freiheit habe. Diese Welt von Autoteilen fand ich visuell und akustisch spannend. Wir haben ganz viel aus den Ger\u00e4uschen gemacht, die Musik und die Songs sind aus den Ger\u00e4uschen entstanden. Da wurde aus so einem Klackern eine Snare, und da haben wir drei Wochen im Studio gesessen und haben Musik daraus komponiert. Und ich glaube, ab da sch\u00e4rft sich der Fokus: Dieses Wort soll hier fallen und dieses Ger\u00e4usch ist an dieser Stelle wichtig, und das passt jetzt in das St\u00fcck, weil man vielleicht gerade diese Welt auch nicht mehr versteht. Diese Headset-Stimme zum Beispiel, die Seda in der Nachtschicht h\u00f6rt, die ist unglaublich schnell. Seda ist ge\u00fcbt darin, die zu verstehen, ich habe da kein Wort verstanden. Das fand ich interessant: Das ist ja wieder eine Sprache, die anders ist!<\/p>\n<p><strong>Ich hatte den Eindruck, dass die Musik im Feature exponierter und motivischer eingesetzt ist als im Film.<br \/>\n<\/strong>Das stimmt. Ich finde das spannend, bei so einer Technikwelt zu \u00fcberlegen, wie klingt die musikalisch, und was war da auch schon in den 70er-, 80er-Jahren? Vielleicht erkennt der eine oder die andere was wieder, wie sich da der Mensch in einer Roboterwelt wiederfindet.<\/p>\n<p><strong>Du hast noch eine gefl\u00fcsterte Frauen-Stimme eingebaut ins Feature, warum?<br \/>\n<\/strong>Ich bin auf die ASMR-Stimmen (Autonomous Sensory Meridian Response) gesto\u00dfen, das sind meistens Stimmen von jungen Frauen und Ger\u00e4usche, die helfen sollen, besser einzuschlafen und Ruhe zu finden. Ein kompletter ASMR-Strang waren Job-Interviews. Und das fand ich interessant: Es gibt Leute, die sich ein erfolgreiches Vorstellungsgespr\u00e4ch anh\u00f6ren, wie das laufen k\u00f6nnte. Das war f\u00fcr mich sehr treffend, um das St\u00fcck atmen zu lassen und auf Distanz zu gehen.<\/p>\n<p><strong>Wirst Du weiterhin parallel arbeiten, Film-H\u00f6rfunk-Feature?<\/strong><br \/>\nDas ist in meinem technischen Ansatz immer mitgedacht. Ich versuche, die Aufnahmen so zu gestalten, dass sie auch r\u00e4umlich funktionieren, und ich denke das nie von der endg\u00fcltigen Form her, sondern ich suche mir einen Stoff, der mich reizt. Daraus kann ich verschiedene Formen machen, was sich vielleicht auch ergibt. Der Anfang unseres Gespr\u00e4chs hat sich auf die grunds\u00e4tzliche Sprache von Film oder Kino bezogen, und die kann f\u00fcr mich auch im H\u00f6ren stattfinden. Das Bild vor dem inneren Auge ist ja immer das, worum es geht letztendlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Film zum H\u00f6rst\u00fcck. 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