{"id":222,"date":"2014-10-02T10:29:38","date_gmt":"2014-10-02T08:29:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/?p=222"},"modified":"2018-05-23T13:26:19","modified_gmt":"2018-05-23T11:26:19","slug":"ich-denke-mein-stil-polarisiert-sehr-stark-entweder-man-faehrt-voll-drauf-ab-oder-man-empfindet-es-als-too-much","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/ich-denke-mein-stil-polarisiert-sehr-stark-entweder-man-faehrt-voll-drauf-ab-oder-man-empfindet-es-als-too-much\/","title":{"rendered":"Das Herz auf der Zunge"},"content":{"rendered":"<h2>Die Illustratorin Julia Praschma im Interview \u00fcber ihre Entw\u00fcrfe f\u00fcr die doku.klasse, ihren Vorstellungen vom Erwachsenwerden und warum sie es gerne laut und bunt mag.<\/h2>\n<h3>Welche Idee steckt hinter deiner Illustration f\u00fcr die doku.klasse?<\/h3>\n<p>Von der Sparte Jugenddokumentarfilm verstehe ich, glaube ich, nicht sehr viel, aber ich habe mich erinnert an Filme, die mich in meiner Jugend stark beeindruckt haben: \u201cKids\u201c, \u201cTrainspotting\u201c, \u201cAbsolute Giganten\u201c.<!--more--> Auch wenn es in diesen Filmen um ganz andere Biografien geht, als die meine, so bleibt der Tenor doch der gleiche: Eine Melancholie, die einen begreifen l\u00e4sst, dass nichts f\u00fcr die Ewigkeit ist und schon gar nicht das &#8218;Kind sein&#8216;.<\/p>\n<p>Bei den Illustrationen zur doku.klasse habe ich mich vor allem gefragt, worum es eigentlich geht, wenn man &#8218;erwachsen wird&#8216;. Besser gesagt, habe ich mich versucht zu erinnern, was mich damals besch\u00e4ftigt hat, als ich so langsam rausgewachsen bin aus den Kinderschuhen.<\/p>\n<p>Freundschaft, Liebe, Sex, waren da wichtige Themen; wer bin ich, was kann ich, worauf hab&#8216; ich Bock?! Sich selbst kennenzulernen ist das Allerwichtigste, man muss Grenzen austesten, auch mal Fehlversuche machen. Zeitlichkeit spielt dabei immer eine riesen Rolle: Am besten soll alles sofort hinhauen. St\u00e4ndig hat man das Gef\u00fchl was zu verpassen, es k\u00f6nne alles jetzt zu Ende sein und danach geht\u2019s nicht mehr weiter. Nie mehr. Doch eben das ist es, was erwachsen sein f\u00fcr mich ausmacht, zu begreifen, dass es immer weiter geht und dass es eigentlich immer besser wird, denn auf sich selbst zu vertrauen, bringt einen immer nach vorn.<\/p>\n<h3>Wie w\u00fcrdest du deinen Stil beschreiben?<\/h3>\n<p>Keine leichte Frage, aber ich versuche mal in mich zu gehen und das Ganze auf einen Nenner zu bringen: Ungefiltert, ehrlich, manchmal vielleicht zu direkt. Nah an der Realit\u00e4t, aber gleichzeitig raum\u00f6ffnend f\u00fcr fantastische Kopfkonstrukte. Laut, bunt, manchmal vulg\u00e4r, obsz\u00f6n und oftmals dilettantisch. Ich denke, mein Stil polarisiert sehr stark, entweder man f\u00e4hrt voll drauf ab, oder man empfindet es als &#8218;too much&#8216;.\u00a0Schlussendlich aber immer mit dem Herzen auf der Zunge, deswegen durchaus sympathisch. Ich w\u00fcrde sagen, die Beschreibung meines Stils k\u00f6nnte auch glatt als Selbstbeschreibung durchgehen.<\/p>\n<h3>Inspiriert dich die Arbeit mit Kindern bzw. Jugendlichen?<\/h3>\n<p>Tats\u00e4chlich sehe ich mich auch durchaus noch als &#8218;eine von ihnen&#8216;. Altersm\u00e4\u00dfig geh ich mit meinen 30 Jahren zwar nicht mehr durch als Jugendliche, als Erwachsene f\u00fchl ich mich aber noch lange nicht. Die Fragen, die man sich damals gestellt hat, stellt man sich teilweise heute immer noch, nur findet man die Antworten oft schneller, weil man sich selbst mittlerweile besser kennt und wei\u00df, was einem gut tut und was nicht. Ich mache viele Projekte mit Kids und jungen Erwachsenen, die ich in der Regel als meines Gleichen wahrnehme. F\u00fcr mich spielt Alter &#8211; genauso wie Geschlecht &#8211; kaum ein Rolle, ob 8, 18 oder 80 wenn ich den Menschen wertsch\u00e4tze, bin ich grundlegend interessiert an\u00a0seiner\/ihrer Sicht der Dinge und seinem\/ihrem Output.<\/p>\n<h3>Welchen Subkulturen f\u00fchlst du dich verbunden? Reflektiert sich das in deiner Arbeit?<\/h3>\n<p>Auch schwierige Frage. Habe ich ewig nicht mehr geh\u00f6rt das Wort &#8218;Subkultur&#8216;, gibt\u2019s das \u00fcberhaupt noch in Zeiten der Popkultur? Heutzutage kann man ja Iron-Maiden-Shirts bei H&amp;M kaufen, pinke Haare findet man auf jedem Fashion-Blog und alle machen beruflich was mit Medien. Als ich angefangen habe zu studieren, war Grafikdesign noch nicht so &#8218;hip&#8216;, jetzt macht das jeder Zweite habe ich das Gef\u00fchl. Ich glaube, ehrlich gesagt, dass ich gar keiner richtigen Subkultur angeh\u00f6re, au\u00dfer vielleicht der, der brotlosen Lebensk\u00fcnstler (hehe!) und selbst diese Sparte ist mittlerweile fast gesellschaftsf\u00e4hig geworden.<\/p>\n<p>Ich mach das, was viele andere machen: Schlage mich durch, mit dem, was mir Spa\u00df macht, teile mir die Zeit so ein, wie ich sie brauche, pfeife auf &#8217;ne Festanstellung und horte ein riesen Netzwerk von Gleichgesinnten um mich, deren K\u00f6nnen und Sein mein Leben bereichert.\u00a0Ich denke, die Frage kann ich res\u00fcmierend zusammenfassen mit: Ich bin eine der vielen Berufsjugendlichen unserer Zeit und denke, das spiegelt sich absolut in meiner Arbeit wider!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Illustratorin Julia Praschma im Interview \u00fcber ihre Entw\u00fcrfe f\u00fcr die doku.klasse, ihren Vorstellungen vom Erwachsenwerden und warum sie es gerne laut und bunt mag. 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Von der Sparte Jugenddokumentarfilm verstehe ich, glaube ich, nicht sehr viel, aber ich habe mich erinnert an Filme, die mich in meiner Jugend stark beeindruckt haben: \u201cKids\u201c, \u201cTrainspotting\u201c, \u201cAbsolute Giganten\u201c.<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":261,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[24],"class_list":["post-222","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-lequipe","tag-interview"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/JuliaPraschma2.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/222","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=222"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/222\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":431,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/222\/revisions\/431"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/media\/261"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=222"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=222"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=222"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}