{"id":2281,"date":"2021-10-21T14:14:59","date_gmt":"2021-10-21T12:14:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/?p=2281"},"modified":"2021-10-23T10:42:53","modified_gmt":"2021-10-23T08:42:53","slug":"nicht-wissen-was-passieren-soll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/nicht-wissen-was-passieren-soll\/","title":{"rendered":"Nicht wissen, was passieren soll."},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Referenz erweisen (6): Ein Gespr\u00e4ch zwischen dem Filmemacher Andreas Hartmann und dem Filmkritiker Jan K\u00fcnemund.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eIch mag es generell, an einem Ort zu sein, wo ich die Sprache nicht verstehe, um mich so k\u00fcnstlerisch in eine gewisse Unsicherheit zu begeben. Denn im Moment der Unsicherheit habe ich die gr\u00f6\u00dfte Sensibilit\u00e4t.\u201c<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em>Jan K\u00fcnemund: In deiner k\u00fcnstlerischen Entwicklung gibt es viel Bewegung. Von deinem Kamerastudium hin zur Regie, dann von Spielfilm- zu dokumentarischen Arbeiten, schlie\u00dflich der Weg nach Asien, wo \u2013 an verschiedenen Orten \u2013 bisher alle Filme von dir entstanden sind. H\u00e4ngen diese Bewegungen zusammen?<\/em><\/p>\n<p>Andreas Hartmann: Mit 18 war mein Traum, Kameramann f\u00fcr Spielfilme zu werden. Im Studium gab es dann einen ausschlaggebenden Moment, an dem ich f\u00fcr mich entschieden habe, meinen Weg zu \u00e4ndern \u2013 eine Exkursion von Kamerastudierenden nach Vietnam, die dort mit vietnamesischen Regisseur*innen Dokumentarfilme machen sollten, die dann aber keine Zeit hatten. So kam es dazu, dass ich w\u00e4hrend meines Studiums allein meinen ersten langen Dokumentarfilm drehte, \u00fcber eine Familie, die in Mittelvietnam in einem \u00dcberschwemmungsgebiet lebt und an einem Umsiedlungsprogramm teilnimmt. Das war ein besonderes Erlebnis des nonverbalen gemeinschaftlichen Arbeitens. Ich sprach kein Vietnamesisch, die Familie kein Englisch. Trotzdem ist eine innige Beziehung entstanden, die bis heute anh\u00e4lt.<\/p>\n<p><em>Wenn du aber die Gespr\u00e4che nicht verstanden hast, was hat dann eigentlich deine Wahrnehmung bestimmt?<\/em><\/p>\n<p>Ich mag es generell, an einem Ort zu sein, wo ich die Sprache nicht verstehe, um mich so k\u00fcnstlerisch in eine gewisse Unsicherheit zu begeben. Denn im Moment der Unsicherheit habe ich die gr\u00f6\u00dfte Sensibilit\u00e4t. Ich achte auf Energien. Man merkt, wenn sich zwei Menschen unterhalten, ob das, was sie reden, relevant ist oder nicht. Ich komme von der Kamera, alles startet mit dem visuellen Interesse.<\/p>\n<p><em>K\u00f6nntest du das am Beispiel einer Szene konkretisieren? Es gibt in deinem zweiten Film, \u201eMy Buddha is Punk\u201c, in dem du eine Gruppe von Jugendlichen in Myanmar begleitest, einen Konflikt zwischen dem charismatischen Protagonisten Kyaw Kyaw und einem eher anarchistisch argumentierenden Kumpel, der die kritische Frage nach F\u00fchrerschaft in der Gruppe stellt. Wie hast du entschieden, wie du das drehst?<\/em><\/p>\n<p>In der Situation war es Abend, alle haben sich getroffen und ihre Sachen gemacht. Ich habe das beobachtet und war ohne Team da. Bei solch langen Gespr\u00e4chen suche ich mir einen bestimmten Ort, von dem aus ich das Geschehen mit der Handkamera gut einfangen kann. In diesem Fall war Kyaw Kyaw mein Hauptprotagonist, ich habe mich f\u00fcr seine Ausstrahlung, seine Anziehungskraft interessiert. Ich habe mich deshalb sehr nah zu ihm gesetzt und konnte von dort auch alle anderen Personen filmen, ohne meine Position zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p><em>W\u00fcrdest du sagen, dass allein durch die Entscheidung, von wo aus gefilmt wird, auf wen das Mikrofon ausgerichtet ist, zu wem eine physische N\u00e4he herrscht, eine Inszenierung stattfindet?<\/em><\/p>\n<p>Sicherlich. Eine F\u00fchrung und Leitung des Blicks. Das ist Gestaltung. Und nat\u00fcrlich sp\u00fcrt der Protagonist die Anwesenheit der Kamera und nutzt sie vielleicht sogar, um seinen Kumpel zu belehren.<\/p>\n<p><em>Ich verstehe die Vorteile einer Wahrnehmung, die vom visuellen Interesse ausgeht, sofort, mich interessieren aber auch die Grenzen der Methode. Eine Gefahr w\u00e4re f\u00fcr mich, dass man sich da von pittoresken Bildern beeinflussen l\u00e4sst. Es gibt die in Drahtk\u00f6rben eingespannten Schweine auf Gep\u00e4cktr\u00e4gern im ersten Film, das ist so ein Bild, das wohl jeder Mensch aus Europa filmen w\u00fcrde. Aber dieser Blick verschwindet immer mehr in der Entwicklung der Filme. In \u201eFreier Mensch\u201c, dem dritten Film gibt es diesen Blick auf scheinbar \u201efremde\u201c Zeichen (in diesem Fall in Japan) gar nicht mehr, er ist sehr auf den Protagonisten konzentriert, weitet sich kaum aus. Wie schaffst du diesen souver\u00e4nen Umgang mit visuellen Verlockungen?<\/em><\/p>\n<p>Ich versuche, mich inhaltlich und emotional meinen Protagonist*innen anzun\u00e4hern. Ich versuche zu verstehen und suche nach Gemeinsamkeiten. Es ist immer ein magischer Moment, mit einer Kamera einer Person zu folgen und nicht zu wissen, was diese Person machen wird. Kei, der Aussteiger aus \u201eFreier Mensch\u201c, hat durch seine Lebensweise viele Menschen kennengelernt, dadurch entstehen ungeplante Situationen, auch durch die Anwesenheit der Kamera, die den Film weiterbewegen. Das hat f\u00fcr mich so viel mehr Wert, sich da mitzubewegen als jetzt z.B. irgendwelche Absurdit\u00e4ten Japans in Totalen einzufangen.<\/p>\n<p><em>Kann man sagen, dass du nachzuempfinden versuchst, wohin die Aufmerksamkeit deiner Protagonist*innen geht? Es gibt z.B. die Szene, in denen Kei sich pl\u00f6tzlich nicht f\u00fcr den Weg, auf dem du ihn begleitest, interessiert, sondern f\u00fcr das Moos an einem Baum.<\/em><\/p>\n<p>Genau, das hat mich ber\u00fchrt. Und dann interessiere ich mich auch f\u00fcr das Moos. Oder f\u00fcr klassische Musik, die vorher f\u00fcr mich nicht so wichtig war. Ich kopiere aber das Interesse nicht, sondern finde interessant zu beobachten, <em>wie<\/em> er sich daf\u00fcr interessiert.<\/p>\n<p><em>Kann man deine Methode als \u201enachempfindendes\u201c oder \u201eidentifiziertes Schauen\u201c bezeichnen? Das spiegelt sich ja auch sehr sch\u00f6n im Thema deines Protagonisten, seinem interessegeleiteten Unterwegssein. Er nennt ja als einen Grund, warum er auf der Stra\u00dfe lebt, dass er interessante Menschen kennenlernen m\u00f6chte. <\/em><\/p>\n<p>Genau. Klingt vielleicht zu einfach, aber vielleicht ist das eine unterbewusste Suche nach mir selbst in den Protagonist*innen.<\/p>\n<p><em>Kannst du dich konkret an Situationen erinnern, in denen du mit deiner Methode an Grenzen gesto\u00dfen bist, in denen du vielleicht anders reagiert oder etwas Anderes gefilmt h\u00e4ttest, wenn du in dem Moment verstanden h\u00e4ttest, um was es in den Gespr\u00e4chen ging?<\/em><\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte eigentlich nichts bereuen. Die Filme h\u00e4tten sich ja sonst in eine andere Richtung hin entwickelt. Ich hatte ein Stipendium in der Villa Kamogawa in Kyoto, das liegt direkt am Fluss und ich bin mit dem Rad immer an einer Br\u00fccke vorbei und habe dann Kei kennengelernt. Er hat mir erz\u00e4hlt, dass er dort, unter der Br\u00fccke, lebt, dann habe ich dar\u00fcber nachgedacht, \u00fcber ihn einen Film zu machen. Am n\u00e4chsten Tag wollte ich ihn auf seine Heimatinsel begleiten, wo er heimlich etwas aus seinem Elternhaus holen wollte. Da musste man mit einem Auto \u00fcber eine Br\u00fccke. Aber Kei hat sich nicht so recht getraut, Autos anzuhalten, wir standen an einer Tankstelle und es wurde Abend. Ich habe mich in die Handlung eingemischt und Kei \u00fcberzeugt, die Aktion abzubrechen und zur\u00fcck nach Kyoto zu fahren. H\u00e4tte ich zu dem Zeitpunkt gewusst, dass Kei der Protagonist meines n\u00e4chsten Films wird, h\u00e4tte ich mit ihm da \u00fcbernachtet und mal geschaut, wie es weitergeht.<\/p>\n<p><em>Keis Suche, in der sich deine eigene Suche spiegelt, l\u00e4sst sich mit deiner Methode des identifizierten Schauens sehr gut abbilden. In \u201eMy Buddha is Punk\u201c hast du einen Protagonisten, der ein starkes Sendungsbewusstsein hat, der seine eigene Agenda ausbreitet, vielleicht wissend, dass du ihn in diesem Moment gar nicht verstehst. Liegt da nicht auch eine Grenze deiner Methode, dass jemand dieses Angebot ausnutzt?<\/em><\/p>\n<p>Klar. Speziell mit diesem Protagonisten wurde es nach sechs Drehwochen schwierig. Da ist die Begeisterung f\u00fcr seine Energie und Leidenschaft etwas gekippt. Da meine Arbeitsweise ja eine rein beobachtende ist, was hei\u00dft, dass ich mich ausklammere aus dem Geschehen, hatte ich nicht die M\u00f6glichkeit, ihn zu konfrontieren und das zu hinterfragen, was er macht. Das passiert aber vielleicht nachtr\u00e4glich in der Montage, da bekommt man schon den Eindruck von jemandem, der auf einer Mission ist.<\/p>\n<p><em>Ist die Montage f\u00fcr dich ein zweiter, v\u00f6llig abgekoppelter Prozess?<\/em><\/p>\n<p>Bisher gab es nach dem Dreh immer eine gro\u00dfe Pause, in der ich das Material habe liegen lassen. Die \u00dcbersetzungsphase passiert beim Sichten des Materials, sie nimmt viele Monate ein, und dabei entstehen erste Ideen f\u00fcr die Dramaturgie. Das ist eine Puzzlearbeit, manchmal gibt es Verschr\u00e4nkungen zwischen Szenen, die nicht chronologisch geordnet sind. Oder Szenen, die ich aufsplitte und deren Einzelteile an verschiedenen Stellen im Film auftauchen. Der vietnamesische Vater beim Wahrsager in \u201eTage des Regens\u201c z.B., oder die Punks in dem Raum, in dem sie sich \u00fcber Drogen und anderes austauschen. Das wirkt dann so, als seien das mehrere Unterhaltungen, es ist aber nur eine.<\/p>\n<p><em>Das hei\u00dft, du baust da regelm\u00e4\u00dfige Strukturen nach, die du aus der Wirklichkeit der Figuren kennst, um sie in dem Film erfahrbar zu machen?<\/em><\/p>\n<p>Genau. Nat\u00fcrlich geht es mir auch darum, dass der Film eine funktionierende Dramaturgie bekommt, aber er bildet trotzdem eine Realit\u00e4t ab. Und bleibt nat\u00fcrlich immer nah an dem, was mich urspr\u00fcnglich beim Drehen interessiert hat. So abgekoppelt ist die Montage dann doch nicht.<\/p>\n<p><em>Im Voice-Over von \u201eFreier Mensch\u201c \u00e4u\u00dfert Kei an einer Stelle, dass er keinen Grund mehr zu leben s\u00e4he, wenn er nicht seinen Interessen folgen k\u00f6nnte. Wir sehen ihn drau\u00dfen, au\u00dfer Atem, er wirkt aufgel\u00f6st. Ist diese Montage manipulativ?<\/em><\/p>\n<p>Beides waren jedenfalls unterschiedliche Situationen: Das Interview hatte ich im Goethe-Institut gemacht, die Bilder entstanden, als Kei auf einen Berg l\u00e4uft und dabei au\u00dfer Atem ger\u00e4t. Er hatte vorher eine Bronchitis, das erw\u00e4hnt er an anderer Stelle kurz, aber man versteht es wahrscheinlich so, dass er diese Gedanken in diesem Moment auf dem Berg hat. Das ist vielleicht problematisch. Aber wir hatten verabredet, das Interview ohne Bild aufzuzeichnen, und daraus ergab sich die Frage, \u00fcber welches Bild ich diese Aussage lege. Ich h\u00e4tte mich f\u00fcr die \u201eRealit\u00e4t\u201c entscheiden k\u00f6nnen, indem ich das Interview filme und im On zeige. Aber in dem Fall habe ich mich f\u00fcr die gestaltete Erz\u00e4hlung entschieden.<\/p>\n<p><em>Die Frage w\u00e4re ja wieder, ob das eine Gestaltung ist, die ihm gerecht wird, oder ob du darin eher einen Kommentar auf ihn zum Ausdruck bringst.<\/em><\/p>\n<p>Sie entspricht eher meinem Blick auf ihn, das muss ich offenerweise sagen. Als ich Kei den Film ein Jahr sp\u00e4ter gezeigt habe, war er mit ihm einverstanden, vermisste aber einige der positiven und lustigen Momente darin, die er unter der Br\u00fccke erlebt hat. Das hat mir zu denken gegeben. Habe ich ihn so abgebildet, wie er sich selbst sieht, oder habe ich jetzt zu sehr an einen guten Film gedacht, an eine spannende Dramaturgie? Aber trotzdem ist das ja kein klassischer Obdachlosenfilm geworden. Auf jeden Fall ist es ein subjektiver Blick. H\u00e4tte ein anderer Filmemacher einen Film \u00fcber ihn gemacht, w\u00e4re der nat\u00fcrlich fundamental anders geworden.<\/p>\n<p><em>F\u00fchrst du auch beim Drehen schon Momente herbei, von denen du das Gef\u00fchl hast, sie k\u00f6nnten deinem Film dramaturgisch helfen? \u00a0In \u201eFreier Mensch\u201c geht Kei am Ende nochmal in ein Musikcaf\u00e9, in dem wir ihn schon h\u00e4ufiger gesehen haben, und h\u00f6rt ein Musikst\u00fcck, er spricht aber auch mit dem Besitzer, der einige f\u00fcr den Film sehr wichtige Informationen mitteilt: dass Zeit vergangen ist, dass Kei wieder auf seine Insel gezogen ist, einen festen Job hat usw. Wie war hier das Verh\u00e4ltnis von Zufall, Absprache, Initiierung und \u2013 vielleicht \u2013 Inszenierung?<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_910\" style=\"width: 1210px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/FM_Still-0911neu.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-910\" class=\"wp-image-910 size-full\" src=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/FM_Still-0911neu.jpg\" alt=\"doku.klasse\" width=\"1200\" height=\"800\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-910\" class=\"wp-caption-text\">Filmstill aus dem Film &#8222;Freier Mensch&#8220; von Andreas Hartmann<\/p><\/div>\n<p>Kei lebte nicht mehr in Kyoto, wir haben uns da verabredet. Weil er unter der Woche arbeiten musste und nur am Sonntag kommen konnte, mussten wir den Besitzer vorher fragen, ob er nur f\u00fcr uns an einem Sonntag sein Musikcaf\u00e9 \u00f6ffnen k\u00f6nnte \u2013 insofern sind da viele Absprachen passiert. Was aber dann im Caf\u00e9 passierte, ergab sich spontan. Dass der Besitzer ihn nach seiner Situation fragt, war nicht abgesprochen, vielleicht hatte er \u00fcberlegt, was ein interessantes Gespr\u00e4chsthema f\u00fcr den Film w\u00e4re, das kann passieren, wenn eine Kamera im Raum ist. Mir war der Ort wichtig, weil er f\u00fcr Kei wichtig war. Aber dass das die Schl\u00fcsselszene f\u00fcr den Film wird, dass da ein emotionaler Moment passiert und das sich das Gespr\u00e4ch so interessant entwickelt, das wusste ich vorher nicht. Es war nur ein Drehtag unter vielen.<\/p>\n<p><em>In \u201eTage des Regens\u201c gibt es Hinweise, dass deine Anwesenheit Einfluss auf das Geschehen hat, z.B. dass du Malutensilien gekauft hast, mit denen dein Protagonist im Film zu sehen ist. Oder dass mit deinem Handy die Schwester angerufen wird, um sie um Geld zu bitten, was ja eine wichtige Szene ist. Wie kommt es zu solchen Situationen?<\/em><\/p>\n<p>Das waren selbstverst\u00e4ndliche Nettigkeiten, da die Familie auch sehr gastfreundlich war. \u00a0Vielleicht auch mit der Idee im Hinterkopf, dass man da etwas Spannendes drehen kann. Aber ich bin dankbar, dass sie das im Film angesprochen haben und dass unsere Beziehung dadurch sichtbar wird. Viele der auf diese Weise initiierten Szenen sind so deutlich in dem Film gekennzeichnet.<\/p>\n<p><em>Mit \u201eInitiieren\u201c im Unterschied zum \u201eInszenieren\u201c meinst du etwas Ansto\u00dfen, ohne zu wissen, was daraus entsteht?<\/em><\/p>\n<p>Ja. Meine pers\u00f6nliche Grenze zur Inszenierung w\u00e4re erreicht, wenn ich w\u00fcsste, was passiert, bevor ich die Kamera anmache. Um zur ersten Frage zur\u00fcckzukommen: Ich habe ja nach meinem ersten Dokumentarfilm auch nochmal fiktional gearbeitet, f\u00fcr mein Kamera-Diplom, das war ein langer Kinofilm, und die Arbeit hat mich nicht wirklich bereichert. Im Dokumentarfilm muss man nur da sein und pr\u00e4sent sein, und man bekommt lauter Realit\u00e4ts-Perlen zugeschickt. Im Spielfilm wei\u00df man, was passieren soll.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die \u201eAb 18!\u201c- Produktion <a href=\"https:\/\/www.3sat.de\/film\/ab-18\/ab-18-freier-mensch-100.html\">\u201eFreier Mensch\u201c<\/a> ist in der 3sat-Mediathek verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/Andreas-Hartmann-Jan-Kuenemund.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2282 size-full\" src=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/Andreas-Hartmann-Jan-Kuenemund-e1634818440393.png\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"715\" srcset=\"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/Andreas-Hartmann-Jan-Kuenemund-e1634818440393.png 1920w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/Andreas-Hartmann-Jan-Kuenemund-e1634818440393-400x149.png 400w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/Andreas-Hartmann-Jan-Kuenemund-e1634818440393-1200x447.png 1200w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/Andreas-Hartmann-Jan-Kuenemund-e1634818440393-768x286.png 768w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/Andreas-Hartmann-Jan-Kuenemund-e1634818440393-1536x572.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/a><\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 50%;\">\n<p><strong>Andreas Hartmann<\/strong> (geboren 1983 in Paderborn) lebt in Berlin und arbeitet als Filmemacher, Kameramann und Fotograf. Er absolvierte eine Ausbildung zum Mediengestalter und ein Diplom-Kamera Studium an der Hochschule f\u00fcr Film und Fernsehen (HFF) in Potsdam-Babelsberg.\u00a0Er war von 2011 bis 2013 bereits mehrmals als DAAD-Stipendiat im Ausland (Burma und Vietnam), um dort seine Diplomarbeit zu schreiben und das Dokumentarfilmprojekt &#8222;My Buddha is Punk&#8220; zu realisieren, das 2015 seine Weltpremiere auf dem &#8222;Festival dei Popoli&#8220; in Florenz feierte. W\u00e4hrend eines Aufenthaltes in Kyoto arbeitete er an seinem dokumentarischen Filmprojekt \u201eA Free Man\u201c (Freier Mensch). Der Film wurde von 3sat f\u00fcr die Sendereihe \u201eAb 18!\u201c ausgew\u00e4hlt<\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width: 50%;\">\n<p><strong>Jan K\u00fcnemund<\/strong>, freier Filmjournalist und Kurator, lebt in Berlin, hat f\u00fcr einen Kinoverleih gearbeitet und Medienwissenschaften an der Uni Hildesheim unterrichtet, das Queer-Cinema-Magazin \u201eSissy\u201c herausgegeben, ist Mitglied der Auswahlkommission der Duisburger Filmwoche und Berater des Berlinale Forums.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Referenz erweisen (6): Ein Gespr\u00e4ch zwischen dem Filmemacher Andreas Hartmann und dem Filmkritiker Jan K\u00fcnemund. \u201eIch mag es generell, an einem Ort zu sein, wo ich die Sprache nicht verstehe, um mich so k\u00fcnstlerisch in eine gewisse Unsicherheit zu begeben. 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