{"id":2728,"date":"2024-04-09T11:39:42","date_gmt":"2024-04-09T09:39:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/?p=2728"},"modified":"2024-04-09T11:44:11","modified_gmt":"2024-04-09T09:44:11","slug":"jede-szene-braucht-noch-etwas-liebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/jede-szene-braucht-noch-etwas-liebe\/","title":{"rendered":"\u201eJede Szene braucht noch etwas Liebe\u201c"},"content":{"rendered":"<h3>Der Stoff <a href=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/stoffe\/2022-3\/\">\u201eGesundbrunnen Odysseus\u201c<\/a> von Kilian Helmbrecht handelt von der schwierigen Wohnungssuche in Berlin und der Frage, wo die Reise f\u00fcr den jungen Protagonisten Raffly nach dem Studium hingeht. F\u00fcr den Regisseur ein Projekt, das Flexibilit\u00e4t verlangt. Der zweite Termin in der doku.klasse ist etwas zwischen Workshop und Rohschnittsichtung. Da 3sat die Drehtermine nach hinten verschoben hat, bleibt Kilian mehr Zeit f\u00fcr den finalen Schnitt. Eine gute Gelegenheit, sich in Duisburg zu treffen, den aktuellen Stand zu besprechen und vor allem Filmmaterial anzuschauen.<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/PXL_20231001_084419754.MP_-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-2731\" src=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/PXL_20231001_084419754.MP_-1200x675.jpg\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"473\" srcset=\"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20231001_084419754.MP_-1200x675.jpg 1200w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20231001_084419754.MP_-400x225.jpg 400w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20231001_084419754.MP_-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20231001_084419754.MP_-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20231001_084419754.MP_-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Rohschnitt kommt sehr gut an und die Erwartungen in Bezug auf die Pr\u00e4sentation des Protagonisten Raffly haben sich erf\u00fcllt. Auch beim zweiten Workshop mit Kilian Helmbrecht wird deutlich, wie viele Identifikationsmomente das Thema f\u00fcr die Gruppe bietet. Sei es die Wohnungssuche, die \u00dcberlegungen, was man am besten nach der Schule oder nach dem Studium macht, das Balancieren zwischen verschiedenen sozialen Rahmen oder ganz konkrete Erfahrungen mit Alltagsrassismus, die schon bei einem ungew\u00f6hnlichen Nachnamen sp\u00fcrbar sind. Thema ist auch die Pr\u00e4senz von Kilian Helmbrecht selbst im Film. In der letzten doku.klasse nur theoretisch besprochen, sehen wir nun den Regisseur im Bild, h\u00f6ren seine Fragen an Raffly oder ihn die pl\u00f6tzliche Frage eines Passanten nach ihrer Herkunft beantworten: \u201eRuhrgebiet!\u201c. Der transparente Ansatz des Cinema V\u00e9rit\u00e9, den der Filmemacher hier w\u00e4hlt, wird als besonders passend empfunden. Es lasse, so der allgemeine Tenor, etwa die Wohnungsbesichtigungen authentisch wirken und verschleiere nicht, dass die Kamera anwesend ist und sogar einen Effekt auf das Ergebnis haben k\u00f6nnte. Einzelne Szenen werden genauer besprochen, wie etwa jene, in der Raffly beim Beten gezeigt wird. Eine Teilnehmerin merkt hier an, dass das selbstverst\u00e4ndlich Teil seines Alltags ist, aber gerade dadurch, dass die Szene im Film ist, die Gefahr bestehen k\u00f6nnte, seine Religion besonders herauszustellen und sie daher gut eingebettet werden sollte. Das Res\u00fcmee des Regisseurs: \u201eEs ist noch ein bisschen was zu tun, aber ich habe heute eine Menge gute Ideen mitgenommen.\u201c Im<\/p>\n<p>Anschluss an den Workshop f\u00fchrte doku.klasse Teilnehmerin Lena Tuitjer ein kurzes Interview mit Kilian Helmbrecht.<\/p>\n<p>Wie hast du eigentlich deinen Protagonisten kennengelernt?<\/p>\n<p>\u00dcber Leute, die ich zuf\u00e4llig mal in Hamburg kennengelernt habe und einfach ganz sympathisch fand. \u00dcber den Bekanntenkreis war ich dann mal in Berlin bei einem Kulturverein und habe dort mein Projekt vorgestellt. Raffly kam danach auf mich zu und sagte, er h\u00e4tte Lust dazu.<\/p>\n<p>Erz\u00e4hl uns doch gern etwas \u00fcber die bisherigen Dreharbeiten.<\/p>\n<p>Was schon relativ fr\u00fch bei dem Film klar war: Das Drehen wird genauso irre wie die Wohnungssuche in Berlin selbst. Man erwartet, dass man jemanden durch ein paar WGCastings begleitet. Dann wurde klar, es geht nicht um WGCastings, sondern eine Wohnungssuche. Der Zeitrahmen ist ein anderer. Es geht nicht um drei, sondern neun Monate. Da kann ganz viel passieren. Es deutet sich auch an, dass andere interessante Dinge passieren. Dann das Ma\u00df zu finden, dabei zu sein, aber nicht zu viel dabei zu sein \u2013 weil ich ja auch nicht die ganze Zeit danebenstehen und der Person auf die Nerven gehen will. Man muss sich also zur\u00fccknehmen und nur da sein, wenn es wirklich relevant ist. So kann man ja auch Vertrauen erzeugen.<\/p>\n<p>Das ist dir offenbar gut gelungen!<\/p>\n<p>Mir war es wichtig, einen Film zu machen, bei dem ich sp\u00fcre, wie er entstanden ist und wie das Verh\u00e4ltnis zwischen Regie und Protagonist ist. Im Laufe des Drehs haben Raffly und ich uns dann auch miteinander angefreundet. Und ja: Man kann das auch sp\u00fcren, dass es ein entspanntes und vertrautes Verh\u00e4ltnis ist.<\/p>\n<p>Wie gef\u00e4llt dir die Arbeit mit der doku.klasse bislang?<\/p>\n<p>Das Spannende an der doku.klasse ist f\u00fcr mich, dass man, w\u00e4hrend ein Film entsteht, die M\u00f6glichkeit bekommt, sich dar\u00fcber auszutauschen und den Film im Prozess gemeinsam mit dem Publikum zu schauen und wirklich in das Thema einzusteigen. Als ich letztes Jahr hier war, hatte ich gerade die ersten Drehtage hinter mir. Es war noch sehr, sehr offen, in welche Richtung sich dieser Stoff entwickelt. Es war nur schon klar, dass sich die Dinge nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt hatte, ereignen w\u00fcrden. Was sich damals schon abzeichnete, war, dass die Dinge, die ich an dem Thema interessant finde, auch die Teilnehmer*innen der doku.klasse interessant finden. Es gibt da eine gemeinsame Schnittmenge. Es ist manchmal etwas sperrig, dar\u00fcber zu reden. Aber vielleicht entsteht am Ende ja ein Film, der es schafft, ganz unsperrig dar\u00fcber zu reden, indem eine Person dabei beobachtet wird, wie sie sich durch Berlin bewegt und versucht, einen Job, ein Visum und eine Wohnung zu finden.<\/p>\n<p>Wir bleiben gespannt und freuen uns auf die Festivalpr\u00e4sentation in 2024!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Stoff \u201eGesundbrunnen Odysseus\u201c von Kilian Helmbrecht handelt von der schwierigen Wohnungssuche in Berlin und der Frage, wo die Reise f\u00fcr den jungen Protagonisten Raffly nach dem Studium hingeht. F\u00fcr den Regisseur ein Projekt, das Flexibilit\u00e4t verlangt. Der zweite Termin in der doku.klasse ist etwas zwischen Workshop und Rohschnittsichtung. Da 3sat die Drehtermine nach hinten verschoben hat, bleibt Kilian mehr Zeit f\u00fcr den finalen Schnitt. 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