{"id":2751,"date":"2024-04-09T11:36:40","date_gmt":"2024-04-09T09:36:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/?p=2751"},"modified":"2024-04-09T11:44:45","modified_gmt":"2024-04-09T09:44:45","slug":"liebe-ist-staerker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/liebe-ist-staerker\/","title":{"rendered":"Liebe ist st\u00e4rker"},"content":{"rendered":"<h3>Die doku.klasse mit Felix Rier zu <a href=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/2023-2\/\">\u201eUndine*\u201c<\/a> war ein besonderer Tag, der allen Teilnehmenden im Ged\u00e4chtnis bleibt. Undine* versucht, ihre seelischen und k\u00f6rperlichen Traumata, die durch sexuelle Gewalt verursacht wurden, zu verarbeiten. Felix Rier begleitet sie und hilft ihr damit.<\/h3>\n<p>Undine* wohnt im 21. Stock eines Hochhauses im Osten von Berlin. Es ist eine gesch\u00fctzte Welt dort oben, die sie mit ihrem Freund Thiago und dem gemeinsamen Labrador teilt. Sobald die Tanzlehrerin und Choreografin aber nach drau\u00dfen tritt und in die kalt gefliesten U-Bahnsch\u00e4chte der Gro\u00dfstadt eintaucht, beginnt f\u00fcr sie eine Zone des Unbehagens und der Unsicherheit. Kurz nach ihrem 24. Geburtstag wurde Undine* Opfer sexueller Gewalt. Die Erfahrung riss in der jungen Frau tiefe physische und emotionale Wunden. Im Tanz und in einer Therapie sucht sie nach einem Weg aus dem Trauma. Doch erst als sie schwanger wird, scheint ein Wendepunkt erreicht \u2013 und in Undine* erwacht eine neue und innige Verbundenheit zu ihrem eigenen K\u00f6rper.<br \/>\nDie Intimit\u00e4t, die diese Thematik mit sich bringt, ist auch in der kleinen Runde zu sp\u00fcren, die sich getroffen hat, um erste Einblicke in Felix Riers Stoff zu erhalten. <br \/>\nFelix kennt Undine* aus Kindheitstagen. Sie kommen aus demselben Dorf in S\u00fcdtirol, waren sogar die erste Liebe des jeweils anderen. Beide hat es nach Berlin verschlagen, wie Felix erz\u00e4hlt. Dort treffen sie sich wieder, eine enge Verbundenheit ist nach wie vor da. <br \/>\nFelix\u2019 Ausbildung in einer Berliner Werbefirma entwickelt sich inhaltlich und auch moralisch f\u00fcr ihn zur Katastrophe, weshalb er den Kontakt zu Hannes Lang sucht \u2013 dem erfolgreichen Dokumentarfilmemacher aus S\u00fcdtirol, dessen Stil Felix bewundert. Dieser hilft ihm nicht nur die richtige Entscheidung f\u00fcr seine weitere Ausbildung zu treffen, sondern gibt ihm auch die M\u00f6glichkeit, in seinem Film \u201eRiafn\u201c als Tongestalter mitzuwirken.<\/p>\n<h3>\nKurz bevor Felix dann zum Studium an die ZeLIG Dokumentarfilmschule nach Bozen gehen will, erf\u00e4hrt er, was Undine* widerfahren ist.<\/h3>\n<p>Im Krankenhaus berichtet sie ihm von der brutalen Vergewaltigung, die sie nur knapp \u00fcberlebt hat. Auch in der doku.klasse ist die Anspannung zu sp\u00fcren, als Felix dann seinen ersten Film pr\u00e4sentiert, der an der ZeLIG entstanden ist. \u201eein mann zu sein\u201c ist durch die Aufgabenstellung \u201eSound before image\u201c ein Brief an Undine*. Felix spricht von seiner Scham, von seinem Gef\u00fchl, w\u00e4hrend seine Freundin von dem Erlebten erz\u00e4hlt. Zu sehen ist nur ihr Auge in der direkten Reaktion auf Felix\u2019 einf\u00fchlsame, aber auch verzweifelte Worte, die er selbst vorliest. <br \/>\nIn der doku.klasse f\u00e4llt es danach zun\u00e4chst schwer, \u00fcberhaupt Worte zu finden. Eine Teilnehmerin formuliert es so: \u201eBei so etwas Schrecklichem sagt man lieber gar nichts, bevor man etwas Falsches sagt.\u201c Umso \u00fcberraschender ist dann der Teaser zu \u201eUndine*\u201c. Die Frau im Film empfinden alle als unglaublich starke und positive Person, die vor Kraft und Energie strotzt. Und das, obwohl Felix uns auch Momente des Verzweifelns und der Trauer zeigt. Undine* lebt in einer gesunden Beziehung mit ihrem Freund Thiago, hat eine funktionierende Therapie und sch\u00f6pft viel Kraft aus ihrer Passion, die auch ihre Arbeit ist: das Tanzen. Die Tanzszenen, die Felix pr\u00e4sentiert, sind f\u00fcr alle ma\u00dfgeblich f\u00fcr das Bild, das von der Protagonistin erschaffen wird. Deutlich wird aber auch, dass es vor allem die Verbindung von Felix und Undine* ist, die dieses Projekt so besonders macht. Ein Teilnehmer der doku.klasse nennt \u201eUndine*\u201c deshalb einen \u201eFilm \u00fcber eine Freundschaft\u201c. Die Freundschaft, so berichtet Felix, ist erst nach und nach mehr auch vor die Kamera ger\u00fcckt. Denn zu Beginn der Dreharbeiten war er vorwiegend stiller Betrachter, dann taucht er mehr und mehr als Freund und Gespr\u00e4chspartner auf. F\u00fcr die doku.klasse ist auff\u00e4llig, wie sensibel Felix dabei auf seine Freundin und Protagonistin eingeht. Zuletzt pr\u00e4sentiert Felix noch Szenen aus einem Geburtsvorbereitungskurs, die in hellen Farben und mit gl\u00fccklichen Gesichtern fast wie ein strahlendes Happy End wirken, denn Undine* ist schwanger. Felix erz\u00e4hlt, dass er selbst bei der R\u00fcckkehr der Eltern mit dem neugeborenen Baby aus dem Krankenhaus nach Hause die Gl\u00fcckstr\u00e4nen nicht zur\u00fcckhalten konnte.<\/p>\n<h3>Es bleiben Fragen offen:<\/h3>\n<p>Wie soll der Film beginnen? Soll die Vergewaltigung direkt \u201eauf die zw\u00f6lf\u201c benannt werden? Dr\u00fcckt man der Protagonistin damit nicht den \u201eOpferstempel\u201c auf? Wie soll der Film enden? Ist die Geburt des Babys nicht zu klischeebehaftet? Wie soll der Film hei\u00dfen? Denn Undine* ist ein Pseudonym aus einem Zeitungsartikel, erf\u00e4hrt die doku.klasse. Deswegen auch das Sternchen. Diese Benennung ist h\u00e4ngen geblieben bei Felix \u2013 Undine, der weibliche, jungfr\u00e4uliche Wassergeist, eine Sagengestalt. Was hat sich der Zeitungsjournalist dabei gedacht? Und ist Felix\u2019 Freundin nicht viel mehr als diese Undine*, die durch die Vergewaltigung entstanden ist? Gerade darum geht es doch. <br \/>\nDie doku.klasse ist gespannt, wie Felix Rier diese gleichzeitig schreckliche und doch so beeindruckende Geschichte weiter erz\u00e4hlen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die doku.klasse mit Felix Rier zu \u201eUndine*\u201c war ein besonderer Tag, der allen Teilnehmenden im Ged\u00e4chtnis bleibt. Undine* versucht, ihre seelischen und k\u00f6rperlichen Traumata, die durch sexuelle Gewalt verursacht wurden, zu verarbeiten. Felix Rier begleitet sie und hilft ihr damit. Undine* wohnt im 21. Stock eines Hochhauses im Osten von Berlin. Es ist eine gesch\u00fctzte Welt dort oben, die sie mit ihrem Freund Thiago und dem gemeinsamen Labrador teilt. Sobald die Tanzlehrerin und Choreografin aber nach drau\u00dfen tritt und in die kalt gefliesten U-Bahnsch\u00e4chte der Gro\u00dfstadt eintaucht, beginnt f\u00fcr sie eine Zone des Unbehagens und der Unsicherheit. Kurz nach ihrem 24. Geburtstag wurde Undine* Opfer sexueller Gewalt. Die Erfahrung riss in der jungen Frau tiefe physische und emotionale Wunden. Im Tanz und in einer Therapie sucht sie nach einem Weg aus dem Trauma. Doch erst als sie schwanger wird, scheint ein Wendepunkt erreicht \u2013 und in Undine* erwacht eine neue und innige Verbundenheit zu ihrem eigenen K\u00f6rper. 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