{"id":2756,"date":"2024-04-09T11:35:25","date_gmt":"2024-04-09T09:35:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/?p=2756"},"modified":"2024-04-09T11:44:56","modified_gmt":"2024-04-09T09:44:56","slug":"wer-veraenderung-moechte-sollte-die-norm-aendern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wer-veraenderung-moechte-sollte-die-norm-aendern\/","title":{"rendered":"Wer Ver\u00e4nderung m\u00f6chte, sollte die Norm \u00e4ndern"},"content":{"rendered":"<h3>Um sich der Protagonistin Lotti und ihrem Umfeld anzun\u00e4hern, bedient sich Regisseurin Lea Schlude der Familienaufstellung, einer Methode aus dem Bereich der Familientherapie, mit der zwischenmenschliche Beziehungen veranschaulicht werden. Die doku.klasse nutzt daf\u00fcr kleine Tierfiguren, die die Regisseurin mitgebracht hat. Diese werden auf einem Tisch (der das Ruhrgebiet darstellt) angeordnet, um der Gruppe einen greifbaren Zugang zur Thematik ihres Projekts <a href=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/2023-2\/\">\u201eLotti auf Schicht\u201c<\/a> zu erm\u00f6glichen.<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/PXL_20231217_121500351.MP_-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-2759\" src=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/PXL_20231217_121500351.MP_-1200x675.jpg\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"473\" srcset=\"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20231217_121500351.MP_-1200x675.jpg 1200w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20231217_121500351.MP_-400x225.jpg 400w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20231217_121500351.MP_-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20231217_121500351.MP_-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20231217_121500351.MP_-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Lotti ist eine Meisterin im Spagat und jongliert zwischen ihren verschiedenen Rollen. Als einzige Frau und queere Person in der Produktion eines f\u00fchrenden Stahlunternehmens im Ruhrgebiet behauptet sie sich in einer m\u00e4nnerdominierten Welt und setzt sich als Betriebsr\u00e4tin f\u00fcr eine gr\u00fcne Transformation der Stahlindustrie ein. Nach Schichtende k\u00fcmmert sie sich um ihren Vater. Ein Leben immer in Bewegung und unter Beobachtung. Von den Medien und vom firmeneigenen Marketing wird sie aufgrund ihres Geschlechts und ihrer sexuellen Identit\u00e4t als Role Model gefeiert. Im Kollegenkreis erf\u00e4hrt sie h\u00e4ufig Vorurteile und wird Zeugin von Homophobie und Sexismus. Doch die 26-J\u00e4hrige geht mutig ihren Weg und sucht den Strukturwandel \u2013 auf allen Ebenen.<br \/>\nDass Lea ein Gesp\u00fcr f\u00fcr das Zwischenmenschliche hat, zeigt sich bereits in ihrem Deb\u00fctfilm \u201eSan Cipriano Road\u201c (2019) so wie im Recherchematerial zum neuen Stoff.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/PXL_20231217_131921273-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-2758\" src=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/PXL_20231217_131921273-450x800.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20231217_131921273-450x800.jpg 450w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20231217_131921273-169x300.jpg 169w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20231217_131921273-768x1365.jpg 768w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20231217_131921273-864x1536.jpg 864w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20231217_131921273-1152x2048.jpg 1152w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20231217_131921273-scaled.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mit dieser Beobachtung werden neue Figuren und Gegenst\u00e4nde angeordnet und m\u00f6gliche Szenarien spielerisch dargestellt. \u201eLotti ist die Mandarine, weil sie unterschiedliche Kammern hat und Lotti so vielschichtig ist\u201c, schl\u00e4gt eine Teilnehmerin vor. Die Figur eines Tukans steht stellvertretend f\u00fcr vorherrschende Probleme im Arbeitsmilieu der Stahlindustrie, wie beispielsweise Sexismus und Alkoholismus. Die doku.klasse stellt die Frage, wie Lea die Probleme der Arbeitswelt authentisch einfangen will. Zudem wird hinterfragt, wie unbefangen Lotti vor der Kamera \u00fcber ihre Erfahrungen sprechen kann. Lea vermutet, dass es eine Herausforderung sein k\u00f6nne, ehrliche Antworten von Lottis Kollegen zu genannten Problematiken einzufangen. Die Filmemacherin erkl\u00e4rt aber auch, dass Lotti ein gutes Standing in der Firma habe, f\u00fcr sich und den Betrieb einstehe. Lotti positioniert sich \u00f6ffentlich f\u00fcr eine klimafreundliche Zukunft der Stahlindustrie und setzt sich f\u00fcr einen geschlechtergerechten und strukturellen Wandel in der Branche ein. Sie appelliert an ihre Firma, dass sie Ver\u00e4nderungen und Nachhaltigkeit zulassen muss. Im aktivistischen Kontext artikuliert sich Lotti sicherlich anders als im Umgang mit ihren Kollegen. Mit ihrer feministischen Haltung l\u00e4sst sie sich jedoch von niemandem unterkriegen. Urspr\u00fcnglich verschlug es die Regisseurin f\u00fcr einen anderen Film nach Gelsenkirchen. Sie zog dort in eine WG und lernte so ihre jetzige Protagonistin kennen. Lea will von der doku.klasse erfahren, welche Bilder zu vermeiden sind, wenn das Ruhrgebiet portr\u00e4tiert wird. Schnell werden klischeehafte Darstellungen von Armut und grauer Industriekultur genannt. Auch der Gebrauch von Musikst\u00fccken, die vermeintlich mit den einzelnen Orten assoziiert werden, seien oft stereotypisch. Gemeinsam mit Lea sucht die doku.klasse nach repr\u00e4sentativen Bildern und w\u00fcnscht sich mehr private Einblicke in Lottis Leben. Der \u201eTag der Arbeit\u201c bietet f\u00fcr die Regisseurin zudem eine optimale M\u00f6glichkeit, die junge Generation in der Industrie zu Wort kommen zu lassen. \u201eIch will den Film f\u00fcr junge Leute erz\u00e4hlen, die \u00fcberlegen, ob sie studieren wollen oder nicht und wie die Arbeitswelt und die Lohnarbeit aussieht und welche Perspektiven sie ihnen bietet\u201c, bekr\u00e4ftigt Lea abschlie\u00dfend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um sich der Protagonistin Lotti und ihrem Umfeld anzun\u00e4hern, bedient sich Regisseurin Lea Schlude der Familienaufstellung, einer Methode aus dem Bereich der Familientherapie, mit der zwischenmenschliche Beziehungen veranschaulicht werden. Die doku.klasse nutzt daf\u00fcr kleine Tierfiguren, die die Regisseurin mitgebracht hat. 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