{"id":2762,"date":"2024-04-09T11:34:47","date_gmt":"2024-04-09T09:34:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/?p=2762"},"modified":"2024-04-09T11:45:08","modified_gmt":"2024-04-09T09:45:08","slug":"auf-tauchstation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/auf-tauchstation\/","title":{"rendered":"Auf Tauchstation"},"content":{"rendered":"<h3>Auf Tauchstation \u201eDas ist eine Geschichte, die es total wert ist, erz\u00e4hlt zu werden\u201c, bekr\u00e4ftigt eine Teilnehmerin der doku.klasse am Endes des Treffens mit Regisseur Florian Baron und spricht damit wohl der gesamten Gruppe aus der Seele. Die doku.klasse trifft sich diesmal schon zu einem ganz fr\u00fchen Zeitpunkt des Filmprozesses mit Florian, um \u00fcber sein neues Projekt <a href=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/2023-2\/\">\u201eSpeara\u201c<\/a> zu sprechen.<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/PXL_20240121_111906426-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-2764\" src=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/wp-content\/uploads\/PXL_20240121_111906426-1200x675.jpg\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"473\" srcset=\"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20240121_111906426-1200x675.jpg 1200w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20240121_111906426-400x225.jpg 400w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20240121_111906426-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20240121_111906426-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/PXL_20240121_111906426-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ohne Sauerstoffflasche und nur mit einer Harpune macht sich Mitsuki auf die Jagd. Aufgewachsen in Japan, lebt die 26-j\u00e4hrige Meeresbiologie-Studentin seit einigen Jahren in Kalifornien und hat sich vom Newbie zur Weltrekordhalterin im Speerfischen entwickelt. Sie ist eine von wenigen Frauen in diesem Sport, der in den USA h\u00e4ufig von Ex-Soldaten ausge\u00fcbt wird. F\u00fcr Mitsuki ist das Speerfischen weniger ein Wettbewerb als eine Lebenseinstellung. Als Kind w\u00e4re sie bei einem Schwimmunfall fast ertrunken und hielt sich danach bis zu ihrem 21. Lebensjahr vom Wasser fern. Auf Social Media weist sie auf die Effekte des Klimawandels hin und zeigt, wie man Fische voll verwertet. Das Portr\u00e4t einer beeindruckenden jungen Frau, die dazu anregt, sich mit Fragen von Identit\u00e4t, Kultur und Geschlechterrollen auseinanderzusetzen.<br \/>\nFlorian ist kein Unbekannter f\u00fcr die doku.klasse, denn sein Film \u201e<a href=\"https:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/stoffe\/2016-2\/\">Joe Boots\u201c<\/a> wurde bereits 2016 in der doku.klasse und dann im doxs! Festivalprogramm gezeigt. Man merkt, dass sich alle \u00fcber das erneute Wiedersehen freuen und dass es heute nicht nur um das neue Filmprojekt gehen soll, sondern auch um Florians fr\u00fchere Projekte und seine Herangehensweise an Dokumentarfilme. Er berichtet von seinem Bezug zu Japan, dem Land, in dem er nach dem Abitur einige Zeit gelebt hat und wo sein erster Dokumentarfilm entstanden ist. \u201eThe Video Market\u201c (2008), der die Verk\u00e4ufer*innen auf einem Markt in Japan in den Fokus nimmt, wird bei der doku.klasse nochmal gezeigt und diskutiert. F\u00fcr seine pers\u00f6nliche Entwicklung sei dieser Dreh sehr wichtig gewesen, erz\u00e4hlt Florian:<\/p>\n<h3>\u201eDas war f\u00fcr mich wie ein Extremkurs Dokumentarfilm\u201c<\/h3>\n<p>Die Teilnehmenden sind insbesondere davon fasziniert, wie der Prozess des Dokumentarfilmens selbst total transparent gemacht wird. Anschlie\u00dfend steht der Kurzfilm \u201eJoe Boots\u201c im Fokus. Die ersten Reaktionen nach dem Sichten machen deutlich, dass es sich hier um einen ganz besonderen Film handelt. \u201eDer geht richtig an die Nieren\u201c, stellt eine Teilnehmerin fest. Joe Boots, der titelgebende Protagonist, ist ein amerikanischer Veteran, der an PTSD (Postraumatische Belastungsst\u00f6rung) leidet. Die besondere Kraft des Films entfaltet sich durch die au\u00dfergew\u00f6hnliche Narration von Joe, aber auch durch die immersiven Slow-Motion-Bilder, die Florian und sein Drehpartner Johannes Waltermann eingebaut haben. <br \/>\nAnhand von \u201eJoe Boots\u201c debattiert die doku.klasse l\u00e4nger \u00fcber die Bedeutung der Beziehung zwischen dem Filmschaffenden und dem Protagonisten. Gerade beim Dokumentarfilm ist dies ein ganz wichtiger Aspekt, da sind sich alle einig. Auch Florian erz\u00e4hlt, wie sich das Verh\u00e4ltnis im Laufe der Zeit gewandelt hat \u2013 inzwischen sind er und Joe quasi befreundet und waren gemeinsam auf Festivaltour. Das Kennenlernen von potenziellen Protagonist*innen sei immer etwas ganz Besonderes, so Florian \u2013 \u201edenn keine zwei Protagonist*innen sind gleich\u201c. An dieser Stelle wendet sich die doku.klasse dem neuen Filmprojekt zu, das Florian und Johannes gerade planen. <br \/>\n\u201eSpeara\u201c, so lautet der aktuelle Arbeitstitel, die weibliche Bezeichnung eines Speerfischers. Und darum soll es auch gehen, um Mitsuki, eine Weltrekordhalterin im Speerfischen, die aus Japan kommt und in Los Angeles lebt. Florian berichtet, wie er \u00fcber einen Zeitungsartikel auf Mitsuki aufmerksam geworden ist und sie dann \u00fcber Instagram kontaktiert hat. Die Unterwasserwelt habe ihn schon immer fasziniert und Mitsuki als Protagonistin scheint f\u00fcr ihn viele spannende Aspekte zu vereinen: Was es bedeutet, sich als Frau in einer M\u00e4nnerdom\u00e4ne zu beweisen, wie es ist, als Japanerin in Amerika zu leben und was das Speerfischen als nachhaltige Fischerei mit Klimawandel und Umweltschutz zu tun hat. Beim ersten Treffen h\u00e4tten sie sich sofort verstanden, sogar absurde Gemeinsamkeiten festgestellt: So, wie Florian nach dem Abitur unbedingt aus Deutschland wegwollte und nach Japan gegangen ist, wollte Mitsuki unbedingt aus den Wertvorstellungen Japans ausbrechen und nach Amerika gehen. \u201eSie meinte dann beim Gespr\u00e4ch: Komm mit tauchen!\u201c, und so konnte Florian Mitsuki beim Tauchen begleiten und Material f\u00fcr einen Teaser sammeln, den die doku.klasse gemeinsam schaut. Alle nehmen eine besondere Stimmung durch die Wasseraufnahmen wahr und es wird viel dar\u00fcber diskutiert, wie sich die Unterwasserszenen beim tats\u00e4chlichen Dreh praktisch umsetzen lassen \u2013 schlie\u00dflich sind weder Florian noch Johannes Taucher. Tats\u00e4chlich h\u00e4tten sie aber bereits mit einem Tauchkurs begonnen, erz\u00e4hlt Florian. Au\u00dferdem geht es um die gesprochene Sprache in den Interviews. Es g\u00e4be die M\u00f6glichkeit, mit Mitsuki auf Englisch oder Japanisch zu sprechen. Die doku.klasse ist sich einig, dass die Protagonistin selbst entscheiden sollte, mit welcher Sprache sie sich am wohlsten f\u00fchlt. <br \/>\nDie doku.klasse ist sehr gespannt, mehr von \u201eSpeara\u201c zu sehen und freut sich auf die Rohschnittsichtung, die vielleicht schon im n\u00e4chsten Jahr stattfinden wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Tauchstation \u201eDas ist eine Geschichte, die es total wert ist, erz\u00e4hlt zu werden\u201c, bekr\u00e4ftigt eine Teilnehmerin der doku.klasse am Endes des Treffens mit Regisseur Florian Baron und spricht damit wohl der gesamten Gruppe aus der Seele. Die doku.klasse trifft sich diesmal schon zu einem ganz fr\u00fchen Zeitpunkt des Filmprozesses mit Florian, um \u00fcber sein neues Projekt \u201eSpeara\u201c zu sprechen. &nbsp; Ohne Sauerstoffflasche und nur mit einer Harpune macht sich Mitsuki auf die Jagd. Aufgewachsen in Japan, lebt die 26-j\u00e4hrige Meeresbiologie-Studentin seit einigen Jahren in Kalifornien und hat sich vom Newbie zur Weltrekordhalterin im Speerfischen entwickelt. Sie ist eine von wenigen Frauen in diesem Sport, der in den USA h\u00e4ufig von Ex-Soldaten ausge\u00fcbt wird. F\u00fcr Mitsuki ist das Speerfischen weniger ein Wettbewerb als eine Lebenseinstellung. Als Kind w\u00e4re sie bei einem Schwimmunfall fast ertrunken und hielt sich danach bis zu ihrem 21. Lebensjahr vom Wasser fern. Auf Social Media weist sie auf die Effekte des Klimawandels hin und zeigt, wie man Fische voll verwertet. 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