{"id":2841,"date":"2024-10-16T15:02:13","date_gmt":"2024-10-16T13:02:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/?p=2841"},"modified":"2024-10-17T15:41:40","modified_gmt":"2024-10-17T13:41:40","slug":"lotti-lea-und-die-rolle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/lotti-lea-und-die-rolle\/","title":{"rendered":"Rollenwechsel in Halle 9: Lotti zwischen Stahl und Selbstfindung"},"content":{"rendered":"<p>Als Lea Schlude das letzte Mal mit ihrem Stoff \u201cLotti auf Schicht\u201d nach Duisburg reiste, lie\u00dfen sich Protagonistin Lotti und ihre Welt nur durch Zitrusfr\u00fcchte und kleine Tierfiguren veranschaulichen. Nachdem die Teilnehmenden nun lange auf die Folter gespannt wurden, kehrte Lea dieses Mal mit einem beinah fertiggestellten Dokumentarfilm zur\u00fcck. Gemeinsam mit der Filmschaffenden versammelte sich die DocuMasterclass Mitte September zur Rohschnitt-Sichtung des Stoffes, der mittlerweile einen neuen Titel tr\u00e4gt.<!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/documasterclass-lea-schlude.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-large wp-image-2844\" src=\"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/documasterclass-lea-schlude-1067x800.png\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"630\" srcset=\"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/documasterclass-lea-schlude-1067x800.png 1067w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/documasterclass-lea-schlude-400x300.png 400w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/documasterclass-lea-schlude-768x576.png 768w, https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/documasterclass-lea-schlude.png 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Lea Schlude erz\u00e4hlte zu Beginn der Rohschnitt-Sichtung, dass Lotti inzwischen nicht mehr im Schichtbetrieb, sondern als Technikerin bei Thyssenkrupp arbeite. \u201eLotti auf Schicht\u201c hei\u00dft jetzt \u201cRollenwechsel in Halle 9\u201d. Lotti jongliert mit vielerlei Rollen, nicht nur die, die tonnenschwer durch die tosenden Fabrikhallen des Gelsenkirchener Stahlwerks man\u00f6vriert werden. Lotti ist Freundin, Partnerin, Tochter, engagiertes Mitglied der IG Metall Gewerkschaft, und nach wie vor die einzige Frau bei Thyssenkrupp in Gelsenkirchen. Wir beobachten Lotti dabei, wie sie versucht, all ihren Rollen gleicherma\u00dfen gerecht zu werden. Wie sieht das in der filmischen Umsetzung aus? Geht es hier um Lotti oder doch viel mehr um strukturelle Konflikte und Probleme, f\u00fcr die sie sinnbildlich einsteht? Fragen, die das DocuMasterclass Plenum nach der Sichtung immer wieder in den Raum wirft. Fragen auf die Lea Schlude mit ihrer Kamera Antwort sucht. \u201eLotti will nicht geframed werden\u201c sagt die Filmschaffende. Eine herausfordernde Situation f\u00fcr ein filmisches Portr\u00e4t, das sich mit der Vielschichtigkeit seiner Protagonistin auseinandersetzt. Mit Filmteam im Schlepptau zieht Lotti in der Fabrikhalle oder im Gemeinschaftsraum der Gewerkschaft die Aufmerksamkeit auf sich, die sie sonst professionell weg nickt. Die Teilnehmenden des Workshops beobachten, dass es nicht einfach ist der Protagonistin nahe zu kommen. Die Gruppe nimmt Lotti und die Art und Weise, wie die Kamera sie einf\u00e4ngt, ganz genau unter die Lupe. Es sind sich alle einig; Lottis \u201cRollenwechsel\u201d ist nicht immer direkt zu durchschauen. Vor ihren Freundinnen wirkt sie eher introvertiert und scheint ihr seri\u00f6ses Auftreten aus dem Arbeits- oder Gewerkschafts-Kontext nicht ganz ablegen zu k\u00f6nnen. Ihr Privatleben und die Arbeitswelt verschwimmen und der Blick in ihre ganz pers\u00f6nliche innere Welt bleibt aus.<\/p>\n<p>F\u00fcr Diskussion sorgte die musikalische Untermalung der Maschinenr\u00e4ume und der finalen Szene, in der Lotti auf ihrem Motorrad zu deutschem Pop-Rap \u00fcber die Autobahn brettert. Lea Schlude findet, dass die kontrastvolle Musik die Trennung der zwei R\u00e4ume \u2013 der private und der Arbeitsraum &#8211; in denen sich die Protagonistin bewegt, unterstreicht. Einige Teilnehmende sind der Meinung, dass die Musik teilweise etwas klischeebehaftet wirkt. Den massiven Maschinen durch klassische Musik etwas Grazi\u00f6ses oder K\u00fcnstlerisches beizumessen ist ein h\u00e4ufig genutztes Stilmittel. \u201eRollenwechsel in Halle 9\u201c endet mit dem Lied &#8222;Fimenello\u201d von Nina Chuba. Teilnehmender Trevor ist der Meinung, dass das Lied gut passt: \u201eDas kommt bestimmt direkt aus Lottis Playlist\u201c.<\/p>\n<p>F\u00fcr Lea Schlude ist das Portr\u00e4t ihrer Protagonistin nur ein beil\u00e4ufig gezeichnetes. Eine non-voyeuristische Skizze, die am ausdrucksst\u00e4rksten ist in den Momenten, die am Rande passieren. Etwa dann, wenn Lotti und ihre Freundinnen tanzend Nudelwasser abgie\u00dfen oder wenn wir in der Vogelperspektive \u00fcber Fabrikd\u00e4cher blicken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Lea Schlude das letzte Mal mit ihrem Stoff \u201cLotti auf Schicht\u201d nach Duisburg reiste, lie\u00dfen sich Protagonistin Lotti und ihre Welt nur durch Zitrusfr\u00fcchte und kleine Tierfiguren veranschaulichen. Nachdem die Teilnehmenden nun lange auf die Folter gespannt wurden, kehrte Lea dieses Mal mit einem beinah fertiggestellten Dokumentarfilm zur\u00fcck. Gemeinsam mit der Filmschaffenden versammelte sich die DocuMasterclass Mitte September zur Rohschnitt-Sichtung des Stoffes, der mittlerweile einen neuen Titel tr\u00e4gt.<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":2842,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[45,8,1],"tags":[160,158,5],"class_list":["post-2841","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-archiv","category-atelier","category-startseite","tag-documasterclass","tag-docume","tag-featured"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/JuliaPraschma_doku.klasse2023_07_web.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2841","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2841"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2841\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2848,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2841\/revisions\/2848"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2842"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2841"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2841"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2841"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}