{"id":546,"date":"2014-11-27T16:51:45","date_gmt":"2014-11-27T14:51:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/?p=546"},"modified":"2018-05-23T13:26:17","modified_gmt":"2018-05-23T11:26:17","slug":"der-diskussionsstoff-wird-uns-nicht-ausgehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/der-diskussionsstoff-wird-uns-nicht-ausgehen\/","title":{"rendered":"\u201eDer Diskussionsstoff wird uns nicht ausgehen\u201c"},"content":{"rendered":"<h2>Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen e.V. ist Partner der doku.klasse. Im Gespr\u00e4ch erkl\u00e4rt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Joachim von Gottberg, wie wichtig Medienkompetenz gerade im Internetzeitalter ist, aber warum diese trotzdem einen effektiven Jugendschutz nicht ersetzen kann.<\/h2>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>Reality-Formate spielen nach wie vor eine wesentliche Rolle im TV. Immer mehr Jugendliche erkennen, dass diese Formate eine Inszenierung von Wirklichkeit darstellen. Was kann ein Projekt wie die doku.klasse bei der Auseinandersetzung mit filmischer Realit\u00e4t leisten?<\/h3>\n<p>J.v.G.: Wenn man naiv und ohne Vorwissen audiovisuelle Medien anschaut, kann man leicht den Eindruck erhalten, man habe es mit abgef\u00fcllter Realit\u00e4t zu tun. Aber auch Berichterstattung und Dokumentarfilme bilden die Realit\u00e4t bekanntlich nicht ab, sondern fassen sie zusammen und treffen dabei immer eine subjektive Auswahl. Je mehr Erfahrungen die jungen Zuschauer mit der Produktion von Fernsehbeitr\u00e4gen haben, desto mehr werden sie grunds\u00e4tzlich der Realit\u00e4tssuggestion der Programme misstrauen. <br \/>Die doku.klasse leistet hier einen wichtigen Beitrag. Wenn man versteht, wie Bilder und Geschichten ausgesucht und aufgemotzt werden, um einen Beitrag mit m\u00f6glichst hoher Spannung herzustellen, lernt man, plausible Kriterien zu entwickeln, um den Wahrheitsgehalt von Fernsehsendungen zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<h3>Die FSF hat mit FaMe (&#8222;Faszination Medien&#8220;) eine umfangreiche medienp\u00e4dagogische DVD-ROM aufgelegt. Welche Rolle spielt Medienkompetenz f\u00fcr den Jugendschutz? Kann oder muss in Zeiten des Internets Medienkompetenz Jugendschutz ersetzen?<\/h3>\n<p>J.v.G.: Durch das Internet wird uns kaum noch die Wahl zwischen der St\u00e4rkung von Medienkompetenz und der Kontrolle des Zugangs bestimmter Inhalte gegen\u00fcber Kindern und Jugendlichen, also dem Jugendschutz, gelassen. Das Internet ist nun mal nicht so zu kontrollieren wie das Kino, der DVD-Vertrieb oder das Fernsehen. Umso gr\u00f6\u00dfer wird die Verpflichtung, daf\u00fcr zu sorgen, dass Kinder und Jugendliche m\u00f6glichst fr\u00fch und m\u00f6glichst viel \u00fcber die inhaltlichen und finanziellen Interessen der Medienanbieter lernen. Dar\u00fcber, ob das wirklich zu einem selbstbestimmten und kompetenten Ausw\u00e4hlen und Verarbeiten jugendschutzrelevanter Inhalte f\u00fchrt, k\u00f6nnen wir gegenw\u00e4rtig nur spekulieren. Aber wir haben keine andere Wahl, als es zu versuchen.<\/p>\n<h3>Die FSF feiert dieses Jahr ihr 20-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um. Wie hat sich \u00fcber die Jahre Ihre Arbeit ver\u00e4ndert?<\/h3>\n<p>J.v.G.: Zun\u00e4chst einmal f\u00e4llt auf, dass die damals &#8222;neuen\u201c Medien in die Jahre gekommen sind. Verglichen mit dem grenzenlosen Zugang, den das Internet heute gegen\u00fcber allen Inhalten bietet, war die damals bef\u00fcrchtete Brutalisierung des Fernsehens durch die Vermehrung der Kan\u00e4le eher harmlos. Uns es zeigt sich auch: Die prognostizierte Verrohung und Sexualisierung der Jugendlichen hat nicht stattgefunden.<\/p>\n<h3>Auch ein Verdienst des Jugendschutzes?<\/h3>\n<p>J.v.G.: Mit Sicherheit. Und das nicht nur deshalb, weil besonders problematische Inhalte ins Nachtprogramm verschoben oder in einzelnen F\u00e4llen sogar v\u00f6llig verboten wurden. Wenn in Darstellungen ethische Grenzen \u00fcberschritten werden und darauf ein medialer gesellschaftlicher Diskurs folgt, wird Jugendlichen klar, dass das Dargestellte au\u00dferhalb des gesellschaftlichen Normalit\u00e4tskonzepts liegt. \u00dcber den Jugendschutz kann symbolisch \u00fcber das gestritten werden, was der Gesellschaft an Grenzen und Tabus wichtig ist. Dieser Diskurs ist ganz gut gelungen, er hat auch die Anbieter erreicht. Viele Diskussionen von damals m\u00fcssen wir heute gar nicht mehr f\u00fchren, weil die Sender verstanden haben, dass bestimmte Grenzen zu Recht bestehen. Die Debatte um Scripted Reality zeigt aber, dass uns wahrscheinlich in absehbarer Zeit die Diskussionsstoffe um das, was geht oder nicht geht, kaum ausgehen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen e.V. ist Partner der doku.klasse. 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