{"id":830,"date":"2015-11-20T12:12:54","date_gmt":"2015-11-20T10:12:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.do-xs.de\/doku-klasse\/?p=830"},"modified":"2018-05-23T13:26:16","modified_gmt":"2018-05-23T11:26:16","slug":"wichtig-ist-dass-die-inhalte-gut-sind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wichtig-ist-dass-die-inhalte-gut-sind\/","title":{"rendered":"\u201eWichtig ist, dass die Inhalte gut sind\u201c"},"content":{"rendered":"<h2><b>Philipp Walulis ist ein Grenzg\u00e4nger zwischen Fernsehen und Internet. Seine Sendung \u201eWalulis\u00a0sieht fern\u201c, f\u00fcr die er 2012 einen Grimme-Preis erhielt, l\u00e4uft im ARD-Spartensender EinsPlus und wird in Einzelclips \u00fcber die sozialen Medien verbreitet. Im Interview spricht der 35-J\u00e4hrige dar\u00fcber, warum das Fernsehen auch ohne Fernsehapparat funktioniert, wie das geplante Jugendangebot von ARD und ZDF richtig gut werden k\u00f6nnte und was f\u00fcr ihn pers\u00f6nlich Erfolg bedeutet.<\/p>\n<p> <\/b><\/h2>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><b>Was wei\u00dft du \u00fcber die Zuschauer deiner Sendung?<\/b><br \/> Dass sie zwischen 20 und 35 Jahre alt sind und zu 70 Prozent aus M\u00e4nnern bestehen.\u00a0<\/p>\n<p><b>So genau kann man das sagen?<br \/> <\/b>Ja, dank der YouTube- und Facebook-Fans. Im Fernsehen k\u00f6nnte man eine so detaillierte Angabe gar nicht treffen. Schon gar nicht, wenn man in einem Spartenkanal l\u00e4uft wie wir mit \u201eWalulis sieht fern\u201c.\u00a0<\/p>\n<p><b>Ist f\u00fcr dich das klassische, lineare Fernsehen noch zu retten?<br \/> <\/b>Das kommt darauf an, wie man Fernsehen definiert. Ist Fernsehen das, was aus einem alten R\u00f6hrenmonitor in einem verstaubten Wohnzimmer kommt? Oder bedeutet Fernsehen einfach allgemein Bewegtinhalte? Der Verbreitungsweg, also ob diese Inhalte jetzt \u00fcber einen Fernsehapparat, \u00fcber ein Handy oder Tablet gesendet und konsumiert werden, ist meiner Meinung nach egal. Wichtig ist, dass sie gut sind. Denn wir konkurrieren nicht mehr wie bisher mit 30 Kan\u00e4len, sondern mit der ganzen Welt.<\/p>\n<p><b>F\u00fcr die Sender ist es also gar nicht unbedingt entscheidend, auf welchem Medium sie gesehen werden?<\/b><br \/> Nat\u00fcrlich ist es f\u00fcr die Sender eine Herausforderung, wenn das Fernsehger\u00e4t immer mehr an Dominanz verliert. Aber es muss jetzt nicht ihr Ende bedeuten. Zudem glaube ich, dass die Leute auch in Zukunft manchmal einfach keine Lust haben, sich aktiv durch Tausende von Mediatheken zu klicken, sondern stattdessen weiterhin den Sendern die Entscheidung \u00fcberlassen wollen, womit sie berieselt werden.<\/p>\n<p> <b>War \u201eWalulis sieht fern\u201c mit seinem Clip-Konzept von Anfang an gar nicht auf die normale Fernsehverbreitung angelegt?<\/b><br \/> Nein, uns ging und geht es um kleine Elemente, die man heraustrennen und dann auf YouTube und in den sozialen Medien verbreiten kann. Die Ausstrahlung im Fernsehen war erst in einem zweiten Schritt von Belang, weil Fernsehen einfach die Sichtbarkeit einer Sendung erh\u00f6ht.<\/p>\n<p> <b>Was unterscheidet Satire im Netz von Satire im Fernsehen?<\/b><br \/> Bei Satire im Web ist das Einstiegslevel sehr niedrig. Auch Menschen, die sich keine eigene Fernsehsendung leisten k\u00f6nnen oder acht Jahre Comedy studiert haben, um bei der \u201eHeute Show\u201c mal einen Witz zu schreiben, k\u00f6nnen dort ver\u00f6ffentlichen und sich selbst ausprobieren. Da ist nat\u00fcrlich auch viel Mist dabei. Aber das ist erst einmal egal, denn das Internet hat unendlich viel Platz f\u00fcr Mist. Es geht darum, die guten Sachen zu finden. Und viele satirische Ideen funktionieren nur im Netz.<\/p>\n<p><b>Zum Beispiel?<br \/> <\/b>Unser \u201eHeftiger-Generator\u201c, der ZEIT-Schlagzeilen in Heftig-Sprech umwandelt. Daf\u00fcr bietet das Fernsehen gar nicht die technischen Voraussetzungen. So etwas ist nur im Web umsetzbar. Oder auch der gesamte Crowd-Aspekt. Wenn wir uns lustige Hashtags ausdenken und diese bei Twitter eine kleine Bewegung ausl\u00f6sen.<\/p>\n<h2><b><i>\u201eWenn jemand eine Vision hat, sollten ihm nicht zu viele Menschen reinreden\u201c<\/p>\n<p><\/i><\/b><\/h2>\n<p><b>Wie bewertest du die Pl\u00e4ne von ARD und ZDF f\u00fcr einen Jugendkanal, der ja jetzt ein Online-Jugendkanal werden soll?<br \/> <\/b>Ich finde es grunds\u00e4tzlich gut, wenn ein solches Jugendangebot nicht im klassischen Gehege der Fernsehsender angesiedelt ist, sondern sich au\u00dferhalb der etablierten Strukturen aufbaut. Dadurch entzieht man sich den normalen Fernsehregeln, sei es inhaltlich, politisch, strategisch oder formattechnisch. Nat\u00fcrlich kann so etwas auch grandios in die Hose gehen. Solange ARD und ZDF aber nicht anfangen, verzweifelt irgendwelche YouTuber zu kopieren, sondern sich auf ihre eigene Power besinnen \u2013 sprich: ordentliche Redakteure, ordentliche Journalisten, Technikverst\u00e4ndnis \u2013, kann daraus durchaus etwas Gutes werden.<\/p>\n<p><b>Was ja aber immer auch von der entsprechenden Budgetierung abh\u00e4ngt.<br \/> <\/b>Nat\u00fcrlich. Auch junge Inhalte m\u00fcssen qualitativ hochwertig gemacht werden, und Qualit\u00e4t kostet halt auch Geld. Deswegen muss man aufpassen, dass man nicht eine wacklige Webcam hinstellt und einen Affen von der Stra\u00dfe davor setzt.<\/p>\n<p><b>W\u00e4re die inhaltliche Partizipation der Zielgruppe wie bei der doku.klasse f\u00fcr dich ein denkbares Konzept, wenn es um die Entwicklung eines Formats geht?<br \/> <\/b>Ich sehe das f\u00fcr mich eher skeptisch. Wenn jemand eine Vision hat und genau wei\u00df, was er machen m\u00f6chte, dann sollte er das auch machen, ohne dass ihm zu viele Menschen reinreden. Sei das nun innerhalb des Senders oder von au\u00dfen. Nat\u00fcrlich ist es interessant zu erfahren, wie eine Sache wo ankommt. Doch das sollte man nicht zu hoch h\u00e4ngen. Denn schnell rutscht man in eine passive Fehlervermeidungshaltung hinein oder versucht, die Verantwortung f\u00fcr das, was man macht, ein St\u00fcck weit auf andere abzuw\u00e4lzen. Nach dem Motto: Wir haben&#8217;s getestet, ich kann nichts daf\u00fcr.<\/p>\n<h2><b><i>\u201eMan sollte sich nicht wahnsinnig machen lassen von Quoten, Klickzahlen oder Kritiken\u201c<\/p>\n<p><\/i><\/b><\/h2>\n<p><b>Ist Erfolg ausschlie\u00dflich eine messbare Gr\u00f6\u00dfe?<\/b><br \/> Auf keinen Fall. In Zukunft wird man sich generell \u00fcberlegen m\u00fcssen, wie man Erfolg \u00fcberhaupt messen will. Das wird auch eine Frage f\u00fcr den Jugendkanal sein. Schaut man sich nur die Klickzahlen an und sagt: Wir machen ganz viele kleine Videos, die m\u00f6glichst aufreizende Thumbnails am Anfang haben, wo jeder drauf klicken will, egal, ob er danach entt\u00e4uscht ist, Hauptsache, er hat drauf geklickt? Oder geht es nur um die Einschaltquote und sagt man: Wir m\u00fcssen am Anfang der Sendung ganz rei\u00dferisch sein, damit die Leute dran bleiben, und wenn es nach hinten ausfranst \u2013 egal? Man sollte sich, finde ich, nicht wahnsinnig machen lassen von Quoten, Klickzahlen oder auch Kritiken<\/p>\n<p><b>Was ist denn dann f\u00fcr dich Erfolg?<br \/> <\/b>Wenn ich eine Sache gemacht habe, die mir Spa\u00df gemacht hat. Dann sage ich: Das ist ein Erfolg gewesen.<\/p>\n<p><b>Und es ist egal, was andere dar\u00fcber denken?<\/b><br \/> Zu einem gro\u00dfen Teil, ja. Da gibt es einen Selbstschutzmechanismus. Wenn es manchen Leuten nicht gef\u00e4llt, dann gef\u00e4llt es ihnen eben nicht. Die Welt ist gro\u00df, man kann auch woanders hingucken.<\/p>\n<h2><b>\u00a0<\/b><\/h2>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Philipp Walulis ist ein Grenzg\u00e4nger zwischen Fernsehen und Internet. Seine Sendung \u201eWalulis\u00a0sieht fern\u201c, f\u00fcr die er 2012 einen Grimme-Preis erhielt, l\u00e4uft im ARD-Spartensender EinsPlus und wird in Einzelclips \u00fcber die sozialen Medien verbreitet. Im Interview spricht der 35-J\u00e4hrige dar\u00fcber, warum das Fernsehen auch ohne Fernsehapparat funktioniert, wie das geplante Jugendangebot von ARD und ZDF richtig gut werden k\u00f6nnte und was f\u00fcr ihn pers\u00f6nlich Erfolg bedeutet.<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":831,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[41,40],"class_list":["post-830","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-salon","tag-fernsehen","tag-philipp-walulis"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-content\/uploads\/philipp_walulis_burger_c_chris_fay-Kopie.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/830","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=830"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/830\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":834,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/830\/revisions\/834"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/media\/831"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=830"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=830"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.do-xs.de\/documasterclass\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=830"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}