Salon

„Dieses Gespräch hat so oder so ähnlich stattgefunden“

Die Referenz erweisen (5): Eva Königshofen, Autorin und Kritikerin, im Austausch mit der Filmemacherin Katharina Pethke

„Es gibt eigentlich kein Problem, was die Wirklichkeit im Dokumentarfilm betrifft. Es gibt höchstwahrscheinlich nur verschiedene Nadelöhre, die bestimmte Handlungsweisen im filmischen Arbeiten annehmen.“ (K. Pethke)

 

Der Mailwechsel

Eva Königshofen: Also erstmal vorweg, für die Transparenz: Dieses Gespräch hat so oder so ähnlich stattgefunden?

Katharina Pethke: Genau, dieses Gespräch hat so stattgefunden. Schriftlich, als Mailverkehr.

Eva Königshofen: Und dann haben wir beschlossen es einzusprechen.

Katharina Pethke: Genau, das haben wir gemacht. Als Mailwechsel, über zwei Wochen verteilt.

Eva Königshofen: Du warst in der Zeit in der Postproduktionsphase deines neuen Films JEDERMANN UND ICH und du hast eine Ausstellung in Stuttgart aufgebaut.

Katharina Pethke: Du hattest zwei Bewerbungsgespräche, warst in Bochum und hast in Berlin Leute besucht.

Eva Königshofen: Wir kannten uns vorher nicht.

Katharina Pethke: Als Vorbereitung zu diesem Gespräch gab es ein Telefonat und Du hast alle meine Filme geguckt. Was für eine Ehre!

Eva Königshofen: Jetzt bist du in Hamburg und ich in Frankfurt und wir schauen uns durch unsere Bildschirme hindurch an. Hallo, schön dich mal  „in echt“ zu sehen. Beide haben wir ein Handy in der Hand, die Tonaufnahme läuft und wir sprechen los:

Katharina Pethke studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Visuelle Kommunikation in Hamburg, bevor sie an die Kunsthochschule für Medien in Köln wechselte und dort mit Auszeichnung abschloss. Ihre Filme In dir muss brennen (2009), Louisa (2011) und Jedermann (2016) sowie ihre Projektvorhaben erlangten zahlreiche Preise, Auszeichnungen, Artist-in-Residencies und Stipendien. Von 2012 bis 2019 war Katharina Pethke Professorin für Grundlagen im Bereich Film an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. Mit dem für ZDF/3sat produzierten Film DAZWISCHEN ELSA (2019) war sie in der doku.klasse zu Gast – er wurde für den Grimme-Preis 2020 nominiert. Ihr neuester Film JEDERMANN UND ICH (2021) feiert seine Weltpremiere bei DOK Leipzig 2021 im Deutschen Wettbewerb.

Eva Königshofen lebt in Frankfurt am Main und arbeitet in den Bereichen Dramaturgie, Kulturjournalismus und Vermittlung. Sie moderiert einen Podcast für das Künstlerhaus Mousonturm, schreibt über Film und Comics und organisiert mit Freundinnen eine feministische Wikipedia-Schreibwerkstatt.