Stoffe

Die Themenbandbreite der Einreichungen zur doku.klasse 2017 hätte vielfältiger nicht sein können. Mit welchen Projektvorschlägen die diesjährigen StipendiatInnen überzeugen konnten, erfahrt ihr hier. 

(un)gleiche Freunde | Pantea Lachin 

Pantea Lachin

Ich möchte mit Mitteln der Irritation eine ‚Automatisierung’ der Wahrnehmung unterbrechen.“

Soheil und Yasser sind beide 18 und kamen vor knapp zwei Jahren aus Afghanistan nach Berlin. Der eine flüchtete allein, der andere mit seinen Eltern und Geschwistern, doch unterwegs ging der Vater verloren. Zwei junge Männer in einem fremden Land und einer fremden Kultur, die plötzlich erwachsen werden müssen – und keine allzu großen Chancen haben, dauerhaft in Deutschland zu bleiben. Wie viel Energie und Fantasie investiert man in eine Zukunft, die ungewiss ist?
Für die filmische Umsetzung wählt die Autorin einen experimentellen Ansatz. Mittels Strategien der Verfremdung und Irritation will der Film die „automatisierte Wahrnehmung“ des Zuschauers aufbrechen und frische Perspektiven auf die Erzählung von Flucht und Migration eröffnen. Dazu zählt auch das Hinterfragen der klaren Trennung zwischen Regie und Protagonisten, zwischen Betrachter und Betrachteten. Eine dokumentarische Begegnung auf Augenhöhe und aus unterschiedlichen Blickwinkeln. 

 

Mein letztes Video | Gerd Breiter & Andreas Bolm

Andreas Bolm

„Die Konsequenz seines Handelns macht uns neugierig. Dieser Schritt ist ein Vorstoß in ein unbekanntes Terrain.“

Anton ist YouTuber, ein Star der Szene, Projektionsfigur für viele, meist jugendliche Follower. Unter dem Künstlernamen „Reyst“ veröffentlicht er seit Jahren Videotagebücher. Für seinen Blog hat Anton alles auf eine Karte gesetzt. Er schmiss die Schule und machte sein Leben zum Content für andere. Bis zu einer halben Million Abonnenten sehen sich mittlerweile seine Clips an. Anton verdient gut, reist viel und wird umworben von Agenturen, die an seiner Popularität mitverdienen wollen. Doch jetzt, mit 20, soll Schluss sein mit YouTube. Anton plant den Ausstieg. Blockbuster statt Blog – ihm schwebt ein eigener Spielfilm vor. Mit einem letzten Video will er sich aus seiner alten Karriere verabschieden, um eine neue zu starten. „Träume sind da, um verwirklicht zu werden. Du kannst alles, wenn du es wirklich willst.“ Erneut geht Anton volles Risiko. Wird er auf die täglichen Kicks und Klicks verzichten können?

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