Alle Artikel mit dem Schlagwort: Pantea Lachin

Ein Zimmer für Zwei

Beim diesjährigen doxs!-Festival liefen gleich drei Filme, deren Stoffe im vergangenen Jahr in der doku.klasse diskutiert wurden. Den Schlusspunkt bildete die Festivalpremiere von „Du warst mein Leben“ von Rosa Hannah Ziegler, einem dokumentarischen Kammerstück über eine spannungsreiche Mutter-Tochter-Beziehung. Die Intensität des Gezeigten ließ niemanden kalt. „Wir könnte ja heute vielleicht mal ein bisschen reden. Dann gucken wir einfach, was passiert.“ (Yasmin) Zwei Frauen in einem vielstöckigen Beton-Hotel auf Borkum. Im Hintergrund das Meer, der Ausblick ist diesig, es könnte schöner sein. Nach einer langen Zeit des Schweigens starten Yasmin und ihre Mutter Eleonore einen neuen Versuch, um sich auszusprechen und zueinander zu finden. Einfach gucken, was passiert. Das Gespräch beginnt stockend, gewinnt an Fahrt, bricht ab, flammt wieder auf, fasert aus. Reden, nicht reden, nur dasitzen, rauchen. Die Vergangenheit hängt wie Smog in der Luft, die Möwen tanzen über dem Balkon. 2016 stellte Rosa Hannah Ziegler ihren Stoff in der doku.klasse vor. Damals war noch völlig unklar, ob es überhaupt zu dem Treffen zwischen Mutter und Tochter kommen würde. Zu tief war der Bruch zwischen …

Bilder statt Rollen

Über jemanden oder mit jemandem sprechen? Von oben herab schauen oder auf Augenhöhe sein? Position beziehen und beziehen lassen. Regisseurin Pantea Lachin hat mit den TeilnehmerInnen der doku.klasse gemeinsam überlegt, wie ein respektvolles dokumentarisches Portrait über zwei achtzehnjährige Geflüchtete gelingen kann.

Das Auge ist kein Automat

Die doku.klasse präsentiert die StipendiatInnen des 4. Jahrgangs:  Pantea Lachin, Gerd Breiter und Andreas Bolm Eine Filmemacherin aus Berlin und ein Regie-Duo haben in diesem Jahr die Neugierde der doku.klasse geweckt. Ab Oktober 2017 werden sie ihre Stoffe mit den jugendlichen TeilnehmerInnen in Duisburg im Rahmen von eintägigen Workshops diskutieren. Für die StipendiatInnen eine Chance, die Themen und Sehgewohnheiten junger Zuschauer besser kennenzulernen und neue Potentiale in ihren Treatments zu entdecken. Die Jugendlichen wiederum sind direkt am künstlerischen Prozess beteiligt und erfahren aus erster Hand, wie filmisches Arbeiten funktioniert. Willkommen in der doku.klasse! Pantea Lachin porträtiert in „(un-)gleiche Freunde“ zwei junge geflüchtete Afghanen. Die Protagonisten Soheil und Yasser teilen das Alter (18 Jahre) und ihre Heimat, aber die Folgen ihrer Flucht nach Deutschland stellen die beiden vor ganz unterschiedliche Herausforderungen. Die Filmemacherin will mit diesem Film den einschlägigen Bildern und Narrativen von Migration eine neue Perspektive entgegensetzen. Ihr Stoff verhandelt grundsätzliche Fragen dokumentarischen Arbeitens: Nähe, Distanz, Voyeurismus, Respekt und Augenhöhe mit den Protagonisten. Gerd Breiter und Andreas Bolm begleitet in ihrem Projekt „Mein letztes Video“ einen 20-jährigen YouTuber bei seiner Entscheidung, nochmal ganz von vorne …