25. Jubiläum

25 Jahre doxs!

25 Festivalgeschichten aus 25 Jahren

doxs! wird 25. Ein Vierteljahrhundert voller Geschichten und Begegnungen mit jungen Menschen, auf und vor der Leinwand. Die vielen hundert Filme, die doxs! in dieser Zeit gezeigt hat, machten das Kino zu einem Ort, an dem sich die Wirklichkeit in immer anderen thematischen Facetten und in immer anderen dokumentarischen Formen entfaltete. Und an dem die jungen Zuschauer*innen und wir die Welt und uns jedes Mal besser kennengelernt haben. Unsere diesjährigen Plakate, Postkarten sowie das Programmheft und die Webseite schmücken verschiedene Zitate und Slogans, hinter denen 25 Geschichten, Anekdoten und Infos aus 25 Jahren Festivalgeschichte stecken.

Nach und nach werden sie auf dieser Seite preisgegeben. Viel Spaß beim Entdecken!

  1. Ist das hier alles echt?
  2. Der Festivalauftakt ist wie ein Raketenstart.
  3. Ganz nah dran! 
  4. Künstler sein ist keine Arbeit, sondern eine Lebensberufung.
  5. We take children’s films seriously.
  6. Jede Szene braucht noch ein bisschen Liebe.
  7. Weniger Dinos, mehr Dokus! 
  8. Jugendliche Ausstrahlung reicht nicht mehr. 
  9. Ich glaube, ich habe heute mein “Next Level” erreicht.
  10. Lassen Sie uns erzählen und nicht erziehen. 
  11. Das war schon der Film? War aber kurz.
  12. Jeder bringt sich selbst mit ins Kino.
  13. Wir könnten ja heute mal ein bisschen reden. Dann gucken wir einfach, was passiert.
  14. You can sit with us. 
  15. Mathearbeit? – Nicht gut! – Scheiß drauf, du bist in Duisburg.
  16. Das Format springt im Quadrat.
  17. Wenn Filme aufbrechen, empfiehlt sich das Kino als Reisebegleiter.
  18. Places to be.
  19. 25 Jahre doxs! alte Schachtel oder alte Socke?
  20. Das Duis in Duisburg kommt nicht von Düsen.
  21. Neue Stoffe braucht das Land.
  22. 12 o’clock, on a midweek, the cinema was full…there was such a buzz.
  23. Ein November ohne doxs! wäre möglich, aber sinnlos!
  24. You never work alone.
  25. Denken Sie an Duisburg, wenn Sie Zitronenfalter sehen.

1. Ist das hier alles echt?

Diese Frage stellt unser Publikum so oder ähnlich ziemlich oft und sie ist wirklich gut, denn darüber lässt sich lange nachdenken und diskutieren. Konkret gemeint ist das Geschehen auf der Leinwand. doxs! zeigt Dokumentarfilme. Aber was ist das eigentlich genau? Dokumentarfilme erzählen von echten Menschen, ihren Erlebnissen und den Themen, die sie beschäftigen. Unseren jüngeren Zuschauerinnen sagen wir manchmal: Das sind Filme über Menschen, die man besuchen könnte. Doch ganz so einfach ist es nicht. Manchmal kommen in einem Dokumentarfilm gar keine Menschen vor, sondern zum Beispiel Tiere. Manchmal sehen wir animierte Bilder und hören dazu die Stimmen realer Personen. Szenen können getanzt oder von Schauspielerinnen nachgestellt werden. Durch all diese gestalterischen Möglichkeiten findet jeder Film seine eigene Form. Aber ist dann wirklich alles echt? Auch bei einem Dokumentarfilm werden Absprachen getroffen, Interviews geführt, Grenzen gesetzt und viele Stunden Rohmaterial ausgewählt und bearbeitet. Einen Dokumentarfilm zu machen, verlangt deshalb von den Filmschaffenden und den Menschen vor der Kamera besonders viel Kommunikation, Sensibilität und Vertrauen. In unseren Filmgesprächen können wir genauer nachfragen: Wie ist der Film entstanden? Welche Entscheidungen wurden getroffen? Und wie geht es den Menschen aus dem Film heute? Was uns daran besonders gefällt: Dokumentarfilme knüpfen an die Lebensrealitäten junger Menschen an. Auch über dich könnte jemand einen Dokumentarfilm drehen. Deshalb ist es uns wichtig, dass sich viele unterschiedliche Menschen, Erfahrungen und Perspektiven in unserem Programm wiederfinden. Schließlich ist auch die Wirklichkeit vielfältig.

2. Der Festivalauftakt ist wie ein Raketenstart.

Die Organisation eines Festivals beginnt lange vor der eigentlichen Festivalwoche. Das Programm wird zusammengestellt, die Jurys werden besetzt, Spielorte angefragt und Gäste eingeladen. Wenn es endlich losgeht, fühlt sich der Festivalauftakt tatsächlich manchmal wie ein Raketenstart an: Alle Fäden laufen zusammen, Gäste und Publikum treffen aufeinander und aus monatelanger Planung wird ein gemeinsames Erlebnis. Genau das ist das Besondere an einem Festival. Viele Menschen kommen an einem Ort zusammen und teilen einen Moment, der sich so nicht wiederholen lässt. Natürlich klappt nicht immer alles auf Anhieb. Manchmal geschieht etwas, das niemand vorhersehen konnte. Aber auch das gehört dazu und macht die Festivalarbeit spannend.

Zoom-Meeting

Das Zitat stammt vom Festivalteam des Jahres 2020. Damals hatte der Raketenstart allerdings noch eine andere Bedeutung. Es war das erste Jahr der Corona-Pandemie. Fast wöchentlich änderten sich die Vorgaben. Morgens ging der erste Griff oft zum Handy: Wie haben sich die Infektionszahlen entwickelt? Welche neuen Regeln gelten? Und was bedeutet das für unser Festival? Immer wieder passten wir unser Konzept und unsere Planungen an. Doch nur wenige Tage vor dem Start kam die traurige Nachricht: Veranstaltungen mit Publikum im Kino waren nicht möglich. Also musste eine Alternative her. Die Schülerinnen nahmen per Videocall teil, sahen die Filme im Stream und konnten anschließend mit der Moderation und den Filmgästen sprechen. Heute ist es für viele selbstverständlich, von zu Hause an einem Treffen teilzunehmen. Für uns war das damals Neuland. Das Festivalteam saß gemeinsam im Büro vor einem großen Bildschirm, fast wie in einer Kontrollstation. Wir koordinierten die Videocalls, halfen bei technischen Problemen und achteten darauf, dass sich alle zur richtigen Zeit miteinander verbinden konnten. Auf dem Bild ist die Moderatorin Antje Knapp (live aus Spanien) im Filmgespräch mit dem Berliner Regie-Duo Laura Bleck und Faraz Shariat Feraz aus Berlin zu sehen. Die zugeschalteten Schülerinnen konnten Fragen zu ihrem Film AÏCHA auch über den Chat stellen. Die Pandemie hat gezeigt, wie flexibel Kulturveranstaltungen reagieren können, und uns ermutigt, neue digitale Möglichkeiten auszuprobieren. Trotzdem waren wir sehr froh, als wir uns wieder live im Kino begegnen konnten. Denn ein Festival ist eben doch am schönsten, wenn alle gemeinsam abheben.

3. Ganz nah dran!

So lautete der Slogan der ersten Ausgabe von doxs! im Jahr 2002. Ins Leben gerufen wurde das Festival von Gudrun Sommer, unterstützt von Margarete Fuchs – damals noch als Kinderkino der Duisburger Filmwoche. Damit gilt doxs! als das älteste Dokumentarfilmfestival für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Die Filmauswahl war noch kleiner, doch schon damals ging es darum, qualitativ hochwertige Dokumentarfilme für ein junges Publikum zu zeigen und in moderierten Filmgesprächen miteinander in den Dialog zu kommen.

Simone Scheidler mit Poster "Ganz nah dran"

Den Titel des Programmhefts zierten damals die Maskottchen Kamillo & Ton-I. Auf dem Foto sehen wir Simone Scheidler, die damals für das Programm zuständig war. Und was gab es außerdem? Eine Kinderdisco! Diese Idee greifen wir zum Jubiläum wieder auf: Am Festivalsamstag wird im Anschluss an das Familienprogramm im Stapeltor getanzt. Auch heute könnte das Motto kaum besser passen: Ganz nah dran! Das gilt für die Dokumentarfilme, die von den Lebenswelten junger Menschen erzählen und für das Festival mit seinen vielfältigen Angeboten, bei denen Filme gemeinsam entdeckt, besprochen und erlebt werden.

6. Jede Szene braucht noch ein bisschen Liebe.

Was Kilian Helmbrecht hier so liebevoll beschreibt, ist der Entstehungsprozess eines Dokumentarfilms. Kilian war bereits zweimal Stipendiat unserer DocuMasterclass, zuletzt 2022 mit seinem Filmprojekt Großstadt Odysseus. In der DocuMasterclass dreht sich alles um die Entwicklung neuer Filmideen. Filmschaffende treffen auf junge Teilnehmende aus Duisburg und besprechen ihre Projekte mit ihnen. Meist begleiten wir die Entstehung eines Films über zwei Jahre hinweg und kommen an drei entscheidenden Stationen zusammen: zuerst mit der Filmidee auf dem Papier, dem sogenannten Treatment, später bei einer Sichtung des Rohschnitts und schließlich zur Vorführung des fertigen Films im vollen Kinosaal. Bei jedem Treffen wird gemeinsam über den aktuellen Stand des Projekts gesprochen. Besonders spannend ist die Rohschnittsichtung. Dann haben die Filmschaffenden meist ziemlich viele Fragen an die jungen Teilnehmenden: Was funktioniert schon? Was ist noch unklar? Welche Szenen bleiben im Kopf? Kilians Film erzählt von einem jungen Mann, der in Berlin auf der schier unmöglichen Suche nach einer passenden Wohnung ist. Der Stoff kam bei den jungen Teilnehmenden sehr gut an und bot viele Identifikationsmomente. Dennoch ist der Film noch nicht fertig. Es wird noch an der Reihenfolge gefeilt, Szenen verändern sich in der Länge und Musik ausgewählt. Kurz gesagt: der letzte Feinschliff. Oder, wie Kilian es viel schöner auf den Punkt brachte: „Jede Szene braucht noch ein bisschen Liebe.“ Den vollständigen Bericht über den Workshop mit Kilian sowie Informationen zum Projekt und zur Bewerbung findet ihr hier.

7. Weniger Dinos, mehr Dokus!

Der Satz stammt von Bengisu Yüksel. 2016 nahm sie an unserem Stoffentwicklungsprojekt teil, das damals noch doku.klasse hieß und heute als DocuMasterclass weitergeführt wird. In einem Beitrag schrieb sie über ihre Erfahrungen im Projekt. Ihre Forderung ist unmissverständlich: Junge Menschen möchten gesehen und repräsentiert werden, ihre Geschichten auf der Leinwand sehen und mitgestalten. Den vollständigen Beitrag findet ihr hier.

Das Wort “Dinos” spielt wundervoll mit der doppelten Bedeutung von “Dinos” als Mainstreamprodukt für Kinder und “Dinos” als Bezeichnung für nicht besonders innovative Erwachsene. Wir brauchen Stoffe, die sich an junge Zielgruppen richten und ihre Stimmen mit einbeziehen.
(Sie zeigen ihre Perspektiven, greifen spezielle Ästhetiken auf und dienen der kulturellen und künstlerischen Entwicklung. Sie behandeln gesellschaftliche Themen und positionieren junge Menschen als extrem wichtigen Teil der Gesellschaft.)

doxs! versteht sich als Festival, das partizipative Formate fördert und entwickelt. Das heißt, junge Menschen kuratieren Filmprogramme, moderieren, entscheiden über Preise, schreiben Texte oder besprechen Filmideen in der DocuMasterclass. Wenn du also kein Dino bist und Lust hast, auch mal mitzuwirken, dann melde dich gerne bei uns!

9. Ich glaube, ich habe heute mein “Next Level” erreicht.

So selbstbewusst fasste Jugendjurymitglied Hiba Hajjioui ihren Auftritt direkt nach der Preisverleihung zusammen. Die wird bei doxs! jedes Jahr von unserer Jugendjury moderiert und mitgestaltet. Bis zu zwölf Schülerinnen aus Duisburg und der Region stellen sich dieser besonderen Aufgabe. Gemeinsam entscheiden sie über den Gewinnerfilm der GROSSEN KLAPPE und vergeben 5.000 Euro an die Regie. Gestiftet wird der Preis für den besten politischen Dokumentarfilm von der Bundeszentrale für politische Bildung. Bis dahin gibt es einiges zu tun: An mehreren Wochenenden schaut die Jury alle nominierten Filme und diskutiert intensiv darüber. Wie erzählt der Film sein Thema? Welche Bilder bleiben im Kopf? Und warum ist er für uns heute wichtig? Die Kriterien werden jedes Jahr gemeinsam neu ausgelotet. Bei bis zu zwölf Filmen zu einer Entscheidung zu kommen, ist nämlich gar nicht so einfach. Ist der Gewinnerfilm gefunden, schreibt die Jury ihre Begründung und kann zusätzlich eine lobende Erwähnung vergeben. Danach beginnt die Planung der Preisverleihung. Förderpartnerinnen und Filmschaffende werden auf der Bühne interviewt, die nominierten Filme vorgestellt und schließlich wird verkündet, wer gewonnen hat. Nach dem Film führt die Jury außerdem das Filmgespräch. Ein intensives Moderationstraining hilft allen dabei, sich gut auf ihren großen Auftritt vorzubereiten. Zusätzlich produziert die Jury Inhalte für Social Media und kuratiert ein eigenes Filmprogramm für das Freizeitprogramm im Stapeltor. Ein Höhepunkt ist für viele das Treffen mit den Filmemacher*innen nach der Preisverleihung. Bei einem Kakao können sich Jury und Filmschaffende kennenlernen und miteinander austauschen. Ganz schön viel zu tun! Wir sind allen Jurys sehr dankbar für ihr Engagement. Und für manche ist nach der Jugendjury noch lange nicht Schluss. Sie wirken später bei der DocuMasterclass mit, machen ein Praktikum beim Festival, werden Teil des Programmbeirats oder beteiligen sich an weiteren Projekten. Es ist schön zu sehen, wie sich die Jurymitglieder den Aufgaben stellen, gemeinsam Entscheidungen treffen und dabei über sich hinauswachsen. Next Level eben.

10. Lassen Sie uns erzählen und nicht erziehen.

Dieses Zitat stammt aus dem Vorwort des gemeinsamen Katalogs der Duisburger Filmwoche und doxs! 2019. Verfasst wurde es von der damaligen Doppelspitze beider Festivals Gudrun Sommer und Christian Koch. Der Satz beschreibt eine Haltung, die doxs! seit Gründung prägt: Film ist für uns keine pädagogische Maßnahme. Im Mittelpunkt steht das Kino als sinnliche und künstlerische Erfahrung.

Inspiriert ist diese Haltung unter anderem von Alain Bergala und seiner Idee einer „Schule des Sehens“. In seinem Buch Kino als Kunst. Filmvermittlung an der Schule und anderswo verbindet der französische Filmkritiker und Filmvermittler Gedanken über Filmkunst mit konkreten Erfahrungen aus der Vermittlung. Ihn beschäftigt die Frage, wie Kinder und Jugendliche vielfältige ästhetische Erfahrungen mit Kino machen können und was den Film von anderen Künsten und Medien unterscheidet. Auch wenn unsere Filme häufig von interessanten gesellschaftlichen Themen erzählen, sind sie mehr als Informationen über ein Thema. Was erfahren wir durch einen Blick, einen Schnitt oder die Dauer einer Einstellung, das uns eine bloße Information nicht vermitteln könnte? Wie wirken Bilder und Töne auf uns? Und warum bleibt uns eine bestimmte Szene noch lange im Gedächtnis? Unser Ziel ist es deshalb nicht, zu belehren oder zu bekehren. Wir möchten Neugier wecken, Gespräche anstoßen und unterschiedliche Zugänge zu den Filmen ermöglichen. Seit einigen Jahren erstellen wir kostenloses Begleitmaterial für Schulen. Darin finden sich Anregungen für Gespräche, filmpraktische Aufgaben und thematische Vertiefungen. Das Material gibt keine fertigen Antworten vor, sondern lädt dazu ein, selbst genauer hinzusehen, auszuprobieren und weiterzudenken.

11. Das war schon der Film? War aber kurz.

In einer Kinovorstellung einen Film zu sehen, der elf oder sogar nur drei Minuten dauert, ist zugegebenermaßen eher ungewöhnlich. Die überraschte Reaktion eines Schülers ist also durchaus verständlich. Auf Festivals, die Kurzfilme zeigen, ist das allerdings gang und gäbe. Und auch über einen nur wenige Minuten langen Film lässt sich bei doxs! ausführlich mit den Filmgästen sprechen. Fragen gibt es meistens mehr als genug. Kurzfilme sind eigenständige Filmwerke und – je nach Definition – meist nicht länger als 30 Minuten. Im doxs!-Programm finden sich neben längeren Filmen vor allem kurze Dokumentarfilme. Mehrere von ihnen laufen gemeinsam in einem Programmblock, der aus bis zu vier Filmen bestehen kann. Beim Kuratieren geht es deshalb nicht nur darum, einzelne Filme auszuwählen, sondern auch darum, sie zu einem stimmigen Programm zusammenzustellen. Welche Filme passen zueinander? Welche ergänzen sich gut? Bildet die Zusammenstellung in den Protagonist*innen und in der Regie eine Diversität ab? Kommen die Filme aus unterschiedlichen Ländern? Welche Filme lassen sich für bestimmte Altersgruppen zuordnen? Und entsteht eine spannende Mischung aus beobachtenden Dokumentarfilmen, experimentellen Arbeiten und Animadocs? Auch Tempo und Stimmung spielen eine große Rolle. Wenn wir das Festivalprogramm mit seinen rund 36 Filmen zusammenstellen, wird es manchmal ganz praktisch: Dann schreiben wir die Filmtitel auf kleine Zettel, verteilen sie auf dem Boden und schieben sie so lange hin und her, bis es plötzlich Klick macht.

Vor jedem Filmprogramm zeigen wir außerdem einen Festivaltrailer, der jedes Jahr extra angefertigt wird. Er bedankt sich bei unseren Partner*innen und stimmt mit einer kleinen Szene oder Geschichte auf das Festival ein. Sind diese Trailer nicht eigentlich selbst kleine Kurzfilme? Schaut gerne einmal rein: Auf dem doxs!-Kanal findet ihr die Trailer der vergangenen Jahre.

12. Jeder bringt sich selbst mit ins Kino.

Wenn wir ins Kino gehen, sehen wir niemals alle genau dasselbe. Jede Person bringt eigene Erfahrungen, Sehgewohnheiten, Vorlieben und auch die aktuelle Stimmung mit. Deshalb entsteht beim Filmschauen viel mehr als ein einfaches Urteil, wie gut oder schlecht. Und genau das macht die Filmgespräche so spannend: Hier ist Raum für unterschiedliche Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle. Was einer Person gefällt, muss nicht allen gefallen und das ist auch gut so. Das gilt übrigens schon bei der Auswahl unserer Festivalfilme. Unser Beirat schaut sich viele mögliche Filme an und bespricht sie gemeinsam. Dabei gehen die Meinungen schon mal weit auseinander und es wird leidenschaftlich diskutiert. Wenn das jemand beurteilen kann, dann Aycha Riffi, von der auch dieses Zitat stammt. Sie ist Mitglied unseres Beirats und moderiert, neben vielem anderen, seit 2002 jedes Jahr Filmvorstellungen bei doxs!. Damit feiert auch sie ihre 25. Festivalausgabe. Danke, Aycha! Wir hoffen, dass du dich noch viele weitere Jahre zu uns mit ins Kino bringst.

14. You can sit with us.

Im Kino sitzen viele Menschen nebeneinander, die sich vorher vielleicht noch nie begegnet sind. Für die Dauer eines Films teilen sie einen Raum, eine Geschichte und manchmal auch sehr unterschiedliche Gefühle und Meinungen. Für uns bedeutet „You can sit with us“ deshalb mehr als einen freien Platz im Kinosaal: Es ist eine Einladung.
Wir möchten jungen Menschen Zugänge zum Kino eröffnen und ihnen ermöglichen, nicht nur zuzuschauen, sondern das Festival mitzugestalten. Sie diskutieren mit Filmschaffenden, kuratieren Programme, vergeben Preise, schreiben Texte und bringen ihre eigenen Perspektiven ein. Gleichzeitig möchten wir eine künstlerische Vielfalt zeigen, in der unterschiedliche Lebensrealitäten, Erfahrungen und Ausdrucksformen sichtbar werden.

Besonders stolz sind wir darauf, dass wir alle unsere Angebote kostenfrei anbieten können. Denn die Frage, wer im Kino Platz nehmen und an Kultur teilhaben kann, sollte nicht vom Geldbeutel abhängen.

Ein freier Platz allein reicht allerdings nicht. Uns ist ebenso wichtig, wie wir miteinander umgehen. doxs! soll ein Ort sein, an dem Menschen respektvoll miteinander sprechen und einander zuhören. Was wir darunter verstehen und was wir voneinander erwarten, haben wir in unserem Code of Conduct festgehalten.

Also: Nehmt Platz. You can sit with us.

16. Das Format springt im Quadrat.

Dieser Reim war die Überschrift eines Vorworts von Tanja Tlatlik, der aktuellen Leiterin von doxs!, im gemeinsamen Festivalkatalog der Duisburger Filmwoche und doxs! aus dem Jahr 2023. Der Text beschäftigt sich mit dem oft engen Korsett fester Formate bei der Produktion von Filmen für Kinder und Jugendliche. Zugleich ist er ein Plädoyer für mehr Mut zu offenen, ungewöhnlichen und experimentierfreudigen Formen.

Ein Blick in unsere Programme zeigt: Gerade seine vielen Formen und Facetten machen den Dokumentarfilm so spannend. Mit Ästhetiken, die auch Reibungen ermöglichen und etwas Neues entstehen lassen. Etwas zwischen „relatable“ und „nie so gesehen“. Die Bandbreite reicht von beobachtenden Filmen und persönlichen Essays über Animadoks und Stop-Motion mit Puppen bis hin zu Desktop-Dokumentarfilmen, Tanz, Podcasts und Found Footage. Auch Game-Engines, Avatare, maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz kommen zum Einsatz. Der Dokumentarfilm erweitert seine Grenzen in alle Richtungen und sucht sich dafür immer häufiger Komplizen in anderen Kunstformen und Technologien.

Passend dazu gibt es seit 2023 die Sektion doxs! EXPANDED, in der wir experimentelle Dokumentarfilme präsentieren. Sie machen sicht- und erlebbar, was für eine visuelle und erzählerische Kreativität möglich ist, wenn sich Regisseur*innen nicht an Formatvorgaben abarbeiten müssen, sondern allein ihrer künstlerischen Vision folgen können. Oftmals kommen die Filme in dieser Sektion ganz ohne Text und Dialog aus, was sie besonders zugänglich macht und Menschen über Sprachgrenzen hinweg erreicht. 

17. Wenn Filme aufbrechen, empfiehlt sich das Kino als Reisebegleiter.

Dieser Satz ist aus der Feder von Mark Stöhr, der seit vielen Jahren die Synopsen – also die kurzen Beschreibungen unserer Filme – für das Programmheft schreibt. Mit diesen Worten stimmte er 2018 auf das Festivalprogramm ein.

Die Filme brechen zu einer Reise auf: Sie führen uns an andere Orte, in bislang unbekannte Lebenswelten und eröffnen neue Perspektiven. In den früheren Festivaljahren hatte das Programm einen sich jedes Jahr wechselnden Länderschwerpunkt. Heute kommen die Filme und ihre Macher*innen aus vielen Teilen der Welt nach Duisburg. Bei den Reisekosten werden wir jedes Jahr von Botschaften und Konsulaten unterstützt.

Damit das Publikum fremdsprachige Beiträge verstehen kann, erstellen wir Untertitel, aufgenommene Einsprachen oder die Filme werden live im Kino eingesprochen. Dann sitzt zum Beispiel Christian Kosfeld hinten im Saal und spricht den übersetzten Dialog in ein Mikrophon.

In Marks Satz steckt aber noch ein weiterer Gedanke: Das Kino wird zum Reisebegleiter – also zu dem Ort, an dem wir diese Bewegungen und Begegnungen gemeinsam erleben. Es begleitet sowohl die Filme auf ihrem Weg in die Welt als auch das Publikum auf einer gedanklichen oder emotionalen Reise.

18. Places to be.

The place to be? Für das Festival gehören dazu gleich mehrere. Es gibt Orte, ohne die doxs! kaum vorstellbar wäre. Natürlich denken wir dabei zuerst an das filmforum am Dellplatz. Hier findet der Großteil unserer Filmvorführungen statt, hier eröffnen wir das Festival und verleihen unsere Preise.

Vor allem in den vergangenen Jahren sind jedoch viele weitere Spielorte hinzugekommen. Das Wochenendprogramm findet im soziokulturellen Zentrum Stapeltor (siehe Foto) und im Café Edel statt. Während des Festivals und über das ganze Jahr hinweg setzen wir außerdem Projekte an den Quartiersstandorten des BDKJ oder am Campus Marxloh um. Und manchmal kommen wir direkt zum Publikum: Mit eigens entwickelten Angeboten besuchen wir Schulen und Kindergärten vor Ort.

Im Dezember geht unsere Filmreihe „kurzum“ gemeinsam mit den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen auf Tour durch die Region. Zusammen mit Kooperationskinos veranstalten wir Vorführungen in Bochum, Dinslaken, Duisburg, Essen, Hamm, Mülheim und Oberhausen. Auch auf anderen Festivals sind doxs!-Programme zu sehen, zum Beispiel beim Internationalen Frauen Film Fest Dortmund+Köln oder beim KinderFilmFest Münster. Mit Edimotion, dem Festival für Filmschnitt und Montagekunst, kooperieren wir bei der Jungen Jury. Als Jurymitglieder, Fachgäste und Referent*innen oder bei der Arbeit in Auswahlgremien ist das doxs!-Team zudem in ganz Europa unterwegs. Wir strecken gerne unsere Fühler aus und sind immer offen für spannende neue Kooperationen.

Während der Festivalwoche sind viele Vorstellungen schnell ausgebucht. Das freut uns natürlich sehr, bedeutet aber auch: Nicht alle Schulklassen, die gerne kommen möchten, finden einen Platz. Deshalb suchen wir nach neuen Möglichkeiten, um künftig noch mehr jungen Menschen einen Festivalbesuch zu ermöglichen. Denn ein Place to be ist für uns überall dort, wo Filme gemeinsam gesehen, besprochen und erlebt werden.

19. 25 Jahre doxs! alte Schachtel oder alte Socke?

Happy Birthday to us! Längst ist das Festival aus den Kinderschuhen herausgewachsen: doxs! wird 25 Jahre alt, ein ganzes Vierteljahrhundert. In einigen Bundesländern, auch in Nordrhein-Westfalen, gibt es Bräuche rund um den 25. Geburtstag. Dahinter steckt die reichlich veraltete Vorstellung, dass man bis dahin „normalerweise“ eine Partnerschaft gefunden und geheiratet haben sollte. Ist das nicht der Fall, bekommt das Geburtstagskind einen kleinen Denkzettel verpasst. In der traditionellen und ziemlich binären Logik dieses Brauchs erhalten unverheiratete Frauen einen Schachtelkranz und werden zur „alten Schachtel“ erklärt. Unverheiratete Männer gelten dagegen als „alte Socke“ und bekommen einen Sockenkranz.

Zwar gibt es in diesem Jahr tatsächlich bedruckte doxs!-Socken, doch die alten Geburtstagsbräuche sind aus unserer Sicht selbst ganz schön in die Jahre gekommen. Von wegen Quarterlife-Crisis: Wir lassen uns davon nicht beeindrucken. Das Festival bleibt frei und wild!

20. Das Duis in Duisburg kommt nicht von Düsen.

Diesen Funfact über unsere Festivalstadt hat sich Konrad Neiße 2024 besonders gut gemerkt. In dem Jahr war er bei doxs! für die Gäste- und Jurybetreuung zuständig. Nach einer Stadtführung fasste er seine wichtigste Erkenntnis im Festivalmitschnitt so zusammen: „Das Duis in Duisburg kommt nicht von Düsen, sondern ist ein altdeutsches Wort für swamp. Duisburg heißt auf Englisch also einfach swampy castle.“ Für viele internationale Filmemacherinnen ist die Einladung zu doxs! zugleich der erste Besuch in Duisburg, manchmal sogar in Deutschland. Wir möchten gute Gastgeber*innen sein und dafür sorgen, dass sich alle bei uns wohlfühlen und möglichst viele Eindrücke mit nach Hause nehmen. Neben den Filmvorstellungen und Gesprächen mit dem Publikum gehören deshalb auch gemeinsame Essen und Führungen durch Duisburg zum Festival. Dabei lernen sich die Gäste untereinander kennen, tauschen sich aus und knüpfen neue Kontakte. Ein besonders beliebtes Ziel ist der Landschaftspark. Dort kann man sich nicht nur davon überzeugen, dass es im Ruhrgebiet die beste Currysauce gibt. Auch die alte Industriearchitektur begeistert viele unserer Gäste: Sie sieht ziemlich filmreif aus und war tatsächlich schon in zahlreichen Filmen zu sehen. Ein großer Dank gilt unseren Partner*innen vor Ort, vor allem Duisburg Kontor mit dem Stadtmarketing und dem Landschaftspark, die diese Führungen möglich machen. Und ganz nebenbei lernen auch wir jedes Jahr etwas Neues über unsere Stadt!

21. Neue Stoffe braucht das Land.

Diese Überschrift stammt aus dem Vorwort der doku.klasse-Publikation von 2019. Heute heißt das Stoffentwicklungsprojekt DocuMasterclass – an der Suche nach neuen Geschichten hat sich aber nichts geändert. Auch bei unserer Filmrecherche sind wir ständig auf der Suche nach spannenden Arbeiten für ein junges Publikum.

In dem Satz steckt zugleich ein Appell: Es braucht Menschen, die neue Filme wagen und eine Förderung, die Nachwuchsfilmer*innen dabei unterstützt. In den doxs!-Programmen zeigen wir viele Filme von Student*innen, die an Film- oder Kunsthochschulen entstanden sind. Besonders freut es uns, wenn sie Filme für und mit jungen Menschen drehen, wie zum Beispiel Florentin Dotzauer (siehe Foto), der seinen Film “Cool, wenn’s anders läuft“ oder Diana Cam Van Nguyen aus Tschechien, die bereits zwei Mal den Hauptpreis des Festivals gewann.  Manche hatten dieses Publikum anfangs gar nicht besonders im Blick. Erst durch ihre Festivalerfahrungen und die Gespräche im Kino entdecken sie die Arbeit mit jungen Zuschauerinnen für sich und machen anschließend in diesem Bereich weiter. Auch deshalb sind Festivals wichtige Plattformen für angehende Dokumentarfilmerinnen:

Hier können sie ihre Filme zeigen, direkte Reaktionen erleben und neue Kontakte knüpfen. Die Gründe, Dokumentarfilme für ein junges Publikum zu machen, sind vielfältig. Für viele Filmschaffende ist die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen besonders interessant, weil diese sich in Umbrüchen und Veränderungen befinden. Manchmal sind es auch Themen, die ihnen in ihrer Kindheit wichtig waren und von denen sie sich gewünscht hätten, sie wären in einem Film repräsentiert. Oder sie lassen sich von jungen Menschen in ihrem Umfeld inspirieren. Und manchmal sind Filmschaffende ganz überrascht, wenn ihr Film von einem Kinder- und Jugendfilmfestival eingeladen wird. Denn welche Filme eigentlich für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene sind, lässt sich gar nicht immer eindeutig sagen. Die Grenzen sind fließend. Wenn ihr mehr über das Filmemachen erfahren wollt, hört doch mal in unsere Festivalpodcasts rein. Darin spricht Regisseur Bernd Sahling mit anderen Regisseur*innen über ihre Arbeit.

Bernd Sahling

22. 12 o’clock, on a midweek, the cinema was full…there was such a buzz.

Was hier beschrieben wird, ist die besondere Atmosphäre im Kinosaal, wenn endlich alle Elemente für die Vorstellung zusammenkommen. Der Film, ein voller Kinosaal, ein gespanntes Publikum, die Moderation, das Festivalteam und internationale Filmgäste. Der Satz stammt von Richard Misek, dem Gewinner der GROSSEN KLAPPE 2023 für seinen Film “A History Of The World According To Getty Images”. Für den Filmemacher aus Großbritannien war es nicht nur der erste Besuch bei doxs! und in Duisburg, sondern auch die erste Einladung eines Kinder- und Jugendfestivals. Damit ist er nicht allein. Zahlreiche Filme, die auf unserem Festival gezeigt werden, wurden nicht speziell für ein junges Publikum gemacht. Für viele Filmemacher*innen ist bei doxs! also das erste Screening vor Schüler*innen. Das kann selbst Q&A-Profis ins Schwitzen bringen, besonders, wenn ihr Film im ersten Slot läuft. Dann beginnt die Vorstellung nämlich schon um acht Uhr morgens. Doch die Rückmeldungen zu den Filmgesprächen sind immer wieder begeistert. Die Filmschaffenden erzählen von neuen und überraschenden Fragen, von ehrlichem Lob und ebenso direkter Kritik – und eben von dieser ganz besonderen Stimmung im Saal.

Das vollständige Interview mit Richard Misek und Marlon Miketta findet ihr hier.

23. Ein November ohne doxs! wäre möglich, aber sinnlos!

Portrait Julia Niessen

Damit hat Julia Niessen völlig recht! Von 2012 bis 2018 war sie für die Organisation des Festivals zuständig. 2021 wählte sie einen Film für das Best-of-Programm aus. Für unsere Gäste von nah und fern heißt es Anfang November jedes Jahr: auf nach Duisburg! Denn doxs! findet jedes Jahr gemeinsam mit der Duisburger Filmwoche in der ersten vollen Novemberwoche statt. Ein fester Zeitraum ist wichtig, denn er erleichtert viele Kooperationen, macht das Festival in der Stadt sichtbar und hilft dabei, Überschneidungen mit anderen Festivals und Kulturveranstaltungen möglichst zu vermeiden. Im November wird es zwar früh dunkel, doch die bunten Festivalplakate strahlen in der Stadt. Außerdem ist Regenwetter das beste Kinowetter. 2023 besuchte Julia das Festival wieder als ECFA Doc Award Jurymitglied mit ihrer Familie. So ganz ohne doxs! geht es eben doch nicht. Zumindest nicht im November.

24. You never work alone.

Festivalarbeit ist Teamarbeit. Wir verlassen uns aufeinander, und jede Person trägt ihren Teil zum großen Ganzen bei. Besonders intensiv wird die Zusammenarbeit während der Festivalwoche. Dann kommen auch all diejenigen nach Duisburg, die über das Jahr hinweg an anderen Orten für doxs! arbeiten. Manche begleiten uns für ein einzelnes Projekt, andere bleiben viele Jahre. Zu unserem 20. Jubiläum haben wir 2021 unter dem Motto „You never work alone“ die Namen aller aktuellen und ehemaligen doxs!-Mitarbeitenden gesammelt. Fünf Jahre später sind einige hinzugekommen – höchste Zeit also für ein Update. Wer dort nicht gelistet ist, sind die vielen Mitarbeiter*innen der VHS Duisburg und der jeweiligen Standorte. Ein herzliches Dankeschön an diese und:

Alejandro Bachmann ⋅ Alexander Scholz ⋅ Alexandra Hümbs ⋅ Alexandra Steinert ⋅ Alissa Larkamp ⋅ Andrea Cheie-Berwanger ⋅ Andreas Brinke ⋅ Andreas Erhard Meier ⋅ Angela Matianis ⋅ Angelina Beichelt ⋅ Ann Kathrin Thöle ⋅ Anna Wahle ⋅ Anne Fiehn ⋅ Annika Ebert ⋅ Antje Knapp ⋅ Aycha Riffi ⋅ Barbara Fischer-Rittmeyer ⋅ Barbara Loest ⋅ Barbara Pichler ⋅ Bashar Almurabea ⋅ Bastian Wartberg ⋅ Behrooz Karamizade ⋅ Bengisu Yüksel ⋅ Bernd Sahling ⋅ Bettina Braun ⋅ Bettina Cohnen ⋅ Beyit Aydogdu ⋅ Birgit Finger ⋅ Bjorn Hickmann ⋅ Bozena Leschczyk ⋅ Brigitte Zeitlmann ⋅ Camilla Böttinger ⋅ Carla Steves ⋅ Caro Lutz ⋅ Caroline Villis ⋅ Carsten Siehl ⋅ Cathrin Ernst ⋅ Ceyda Celikdemir ⋅ Christian Fremder ⋅ Christian Koch ⋅ Christian Scholz ⋅ Christian Kosfeld ⋅ Christian Lailach ⋅ Christian Meister(†) ⋅ Christian Stewen ⋅ Christiane Tefert ⋅ Christine Sbaschnigg ⋅ Claudia Ziegenfuss ⋅ Daniel Hermsdorf ⋅ Dirk Fleiter ⋅ Dirk Hausmann ⋅ Dirk Rose ⋅ Dirk Uhlig ⋅ Ela Görgülü ⋅ Erika Wickel ⋅ Esther Buss ⋅ Eva Königshofen ⋅ Eva Maria Schneider-Reuter ⋅ Finia Thiele ⋅ Finn Schenkin ⋅ Franziska Merlo ⋅ Frédéric Jaeger ⋅ Gert Hermans ⋅ Gudrun Kanacher ⋅ Gudrun Sommer ⋅ Guillaume-Martin Ratté ⋅ Henrik Lietmann ⋅ Herbert Fell ⋅ Herman Hanenberg ⋅ Houda Ben Said ⋅ Ina Bunge ⋅ Inga Meckel ⋅ Ingo Eulen ⋅ Iris Heckmann ⋅ Jan Galka ⋅ Jan Künemund ⋅ Jana Wiechers ⋅ Jana Wolff ⋅ Janine Rosen ⋅ Jasmin Kreilos ⋅ Jens Lindackers ⋅ Jens Schulte ⋅ Jessica Manstetten ⋅ Jette Evers ⋅ Jihad Azahrai ⋅ Jörg Haassengier ⋅ Jonas Heidebrecht ⋅ Jos Rittenauer ⋅ Judith Funke ⋅ Judith Nieveler ⋅ Julia Niessen ⋅ Julia Praschma ⋅ Jürgen Brügger ⋅ Justus Hilgering ⋅ Jutta Doberstein ⋅ Kathi Kaiser ⋅ Kevin Steinkopf ⋅ Klaus-Dieter Felsmann ⋅ Konrad Neisse ⋅ Larissa Braunöhler ⋅ Lars Klostermann ⋅ Laura Zimmermann ⋅ Lena Berk ⋅ Lena Tuitjer ⋅ Leonie Bieger ⋅ Leonie Kuller ⋅ Leonie Schlüter ⋅ Leopold Grün ⋅ Linda Teutrine ⋅ Lisa Rölleke ⋅ Luca Stradmann ⋅ Magarete Fuchs ⋅ Marco Wilms ⋅ Maria Knaub ⋅ Marion Hecker ⋅ Martha Leidorf ⋅ Mark Oliver Schröder ⋅ Mark Stöhr ⋅ Markus Schneider ⋅ Malik Makhlouf ⋅ Malte Petermann ⋅ Marlon Miketta ⋅ Martin Heilmann ⋅ Max Neumann ⋅ Melika Gothe ⋅ Melisa Atalay ⋅ Michael Steinert ⋅ Mirjam Baumert ⋅ Monika Hörr ⋅ Nadine Veith ⋅ Natalie Wölfel ⋅ Natascha Frankenberg ⋅ Nathalie Frank ⋅ Niklas Kammermeier ⋅ Nils Fröhlich ⋅ Nils Verhoeven ⋅ Nina Kaiser ⋅ Nina Selig ⋅ Oliver Baumgarten ⋅ Özcan Süzer ⋅ Özden Aygul ⋅ Paula Stübs (†) ⋅ Petra L. Schmitz ⋅ Petra Rockenfeller ⋅ Pia Nelles ⋅ Ralph Etter ⋅ René Schwenk ⋅ Rita Gross (†) ⋅ Rolf Breuer (†) ⋅ Roman Fasching ⋅ Sabine Bellert ⋅ Sabine Pekasch ⋅ Samina Gul ⋅ Sarah Adams ⋅ Sarah Grimberg ⋅ Sascha Kräme ⋅ Sebastian Stüven-Moska ⋅ Sibel Kaya-Yesiyayla ⋅ Silke Schönfeld ⋅ Simon Bierwald ⋅ Simone Scheidler ⋅ Sina Musche ⋅ Sina Wellge ⋅ Sofie Mörchen ⋅ Sonja Baumhauer ⋅ Stefan Claudius ⋅ Stefan Schröer ⋅ Stefanie Schlüter ⋅ Stephanie Lang-Kral ⋅ Susanne Meier ⋅ Sven Ilgner ⋅ Sven Neidig ⋅ Tanja Schwenk ⋅ Tanja Tlatlik ⋅ Tanja Zappavigna ⋅ Theda Kluth ⋅ Thomas Schostok ⋅ Tobias Diekmann ⋅ Tobias Lelgemann ⋅ Tom Hafner ⋅ Uwe Ahlgrimm ⋅ Verena Lodwig ⋅ Verena Uppenkamp ⋅ Victoria Brüker ⋅ Volker Köster ⋅ Volko Kamensky ⋅ Werner Ruzicka ⋅ Zauri Matikashvili