
MO 2.11. DI 3.11. MI 4.11. DO 5.11. FR 6.11. SA 7.11. SO 8.11.
doxs! wird 25. Ein Vierteljahrhundert voller Geschichten und Begegnungen mit jungen Menschen, auf und vor der Leinwand. Die vielen hundert Filme, die doxs! in dieser Zeit gezeigt hat, machten das Kino zu einem Ort, an dem sich die Wirklichkeit in immer anderen Facetten entfaltete und in immer anderen dokumentarischen Formen erzählt wurde.
Und an dem die Zuschauer*innen die Welt und sich jedes Mal besser kennengelernt haben.
Doch wir bleiben nicht in der Vergangenheit stehen, sondern freuen uns auf die aktuelle Ausgabe – mit neuen Entdeckungen und verblüffenden Perspektiven. Wir reisen nur mit Taschenlampe durch die tiefschwarzen Nächte auf Kuba und an der Seite eines Roboterhundes in die kriegsversehrte Ukraine. Besuchen mit einem hörgeschädigten Mädchen ein Musikfestival für Gehörlose und navigieren mit einer Gamerin durch das Setting eines Videospiels, das nicht nur für Männer entworfen wurde. Die Suche nach der eigenen Identität, nach einem stabilen Zuhause, nach Zuversicht in einer komplizierten Welt: Das Leben der jungen Protagonist*innen in den 33 Filmen des diesjährigen Programms ist oft ein Labyrinth – aber sie bahnen sich ihren Weg mit Entschlossenheit und Kreativität.
Wir freuen uns, Sie in Duisburg willkommen zu heißen!
Das doxs!-Team
Die Kinovorführungen finden im Beisein der internationalen Filmemacher*innen statt und werden von unseren Medienpädagog*innen moderiert. Fremdsprachige Filme für Klassen bis zum Alter von zehn Jahren werden live deutsch eingesprochen. Für die älteren Schüler*innen ab 12 Jahren gibt es deutsche Untertitel.
Das Festivalprogramm von doxs! ist für alle Schulen und Kitas kostenlos. Bitte melden Sie sich vorher an – und kontaktieren Sie uns auch bei Fragen zur Barrierefreiheit. Wenn Sie Fragen zur Anfahrt haben, melden Sie sich ebenfalls bei uns. Es besteht die Möglichkeit, den KunstKulturBus zu nutzen.
Luca Stradmann
Tel: 0203 283984620
E-Mail:
Montag, 2. November 2026
JÉSUS MARIE JOSEPH
JESUS MARIA JOSEF
FR 2025, 4 Min., Patxi Meerman

Eine kleine griechische Insel mit weißen Häusern und ausgetretenen Treppen, die sich wie Wellen den Berg hinunterrollen. Hier vergeht die Zeit nur ganz gemächlich. Plötzlich zerreißt das Läuten einer Glocke die Stille. Was hat es damit auf sich? Ein dreijähriger Junge platzt vor Neugierde und Tatendrang und macht sich auf die Suche nach dem Geheimnis des Klangs.
MOVEMENTS TO RESIST
DE 2025, 9 Min., Clara Bausch

Hier tanzen alle nach ihren eigenen Regeln. Mädchen, Jungs, Erwachsene. Auch der Ort ist nicht festgelegt. Manchmal hüpfen und rollen sich die Tänzer*innen durch einen Raum, manchmal bewegen sie sich auf einem Feld. Gefilmt wurden sie mit altem Filmmaterial, das von Hand entwickelt wurde. Die Aufnahmen flimmern und haben Kratzer – und fast scheint es so, als hätten die Bilder Lust mitzutanzen.
LA DESESPERACIÓ DE LA PELL
DIE VERZWEIFLUNG DER HAUT
SP 2025, 20 Min., Mireia Vilapuig

Mit 13 bekam die Regisseurin eine Kamera. Ein einziges Video existiert noch aus der Zeit: Sie filmt ihr Gesicht wie das einer Fremden. 13 – ein Lebensjahr zum Vergessen und zum Erinnern. „Es ist, als würde ich mir aus der Vergangenheit ein Zeichen senden.“ Die Haut schmerzte. Sie rasierte sich zum ersten Mal die Beine. Und sie erfuhr, was es heißt, in einer Männerwelt aufzuwachsen: Belästigungen, Bedrohungen, Blicke. Nie hat sie darüber gesprochen, alles war gelöscht wie die Videos von der Speicherkarte ihrer Kamera.
Content Note: Sexualisierte Gewalt
VIDKRYTYI SVIT
HOMECOMING
UA 2026, 19 Min, Roman Khimei, Yarema Malashchuk

Wie sechs Millionen andere Ukrainer*innen ist ein junger Gamer geflohen. Jetzt kehrt er zurück – als Roboterhund. Von Polen aus steuert er seinen mechanischen Avatar durch sein Heimatdorf. Er begegnet Buffy, einem Hund, der noch Welpe war, als er ging. Er läuft durch seine Schule. Und er besucht seine Mutter. „Vermisst du dein Zuhause?“ – „Nicht mehr.“ Der Erinnerungsstrom hängt an einem seidenen Faden, jederzeit kann die Verbindung abbrechen.
Content Note: Krieg
58 KILO
DE 2025, 22 Min., Fine Gumpert

Immer wieder werfen sich Sofia und Klara zu Boden. Jeder Wurf und jedes Abrollen macht sie besser und stärkt ihr Selbstvertrauen. Die beiden jungen Frauen sind Ringerinnen in einer ländlichen Gegend in Kirgisien. Sofia ist das Herz der lokalen Szene und trainiert den Nachwuchs. Klara ist ihr größtes Talent. „Ich wünschte mir, dass mehr Mädchen ringen. Sie sind manchmal besser als Jungs.“ Ihr Sport kann Sofia und Klara Türen öffnen – raus aus der Enge und alten Rollenbildern, hinein in eine offenere Zukunft.
Gemeinsam widerständig – Filmfestivals und Schulen im Dialog für Demokratie
Fachveranstaltung im Bora
Am Eröffnungstag präsentiert doxs! zusammen mit LICHTSPIEL – Netzwerk kulturelle Filmbildung e.V. die Auftaktveranstaltung zum Thema “Gemeinsam widerständig”. Filmfestivals agieren als starke Partner der Demokratie. Ausgehend von aktuellen Festivalerfahrungen diskutieren wir, wie sich Filmvermittlung unter den Bedingungen von Rechtsruck, Demokratieverlust und gesellschaftlicher Polarisierung verändert. Im Rahmen der Veranstaltung richten wir den Fokus auf die Zusammenarbeit von Filmfestivals und Schulen.

Durch welche Formen politischer Einflussnahme wird die Kooperation erschwert? Wie kann Filmvermittlung Räume für Austausch schaffen und Themen verhandeln, die in Schule oder Familie oft ausgeblendet werden? Welche Rolle spielen dabei Netzwerke, Ministerien, Trägerschaften und Förderstrukturen? Welche Filme möchten junge Menschen sehen und welche braucht es, um ihr Demokratiebewusstsein zu stärken? Und wie können Festivals und Schulen solidarisch zusammenarbeiten? Anhand konkreter Praxisbeispiele möchten wir Erfahrungen teilen und Strategien der Resilienz entwickeln.
Eingeladen sind Filmvermittler*innen, Pädagog*innen, Schüler*innen, Student*innen, Film- und Kulturschaffende. Die Teilnahme ist kostenfrei. Wir empfehlen vorab den Besuch des Festivalprogramms ab 14 Jahren von 12:30 – 14:00 Uhr.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit LICHTSPIEL – Netzwerk kulturelle Filmbildung e.V. statt und ist mitgestaltet von Fatoş Tuna, Ralph Etter, Sarah Adam und Stefanie Schlüter.
Dienstag, 3. November 2026
MARTA, AISHA Y EL VOLCÁN
MARTA, AISHA UND DER VULKAN
SP 2025, 8 Min., Alexandre Peralta

85 Tage lang spuckte der Vulkan auf La Palma Feuer. Über 1.000 Häuser wurden zerstört. Auch das Haus von Martas Großeltern fiel der Lava zum Opfer. Von ihrer Schule ist nur noch der Speiseplan von 2021 übrig. „Ich hätte lieber nicht die Gefühle von Traurigkeit und Schmerz kennengelernt.“ Doch die Neunjährige lässt sich nicht entmutigen. Zusammen mit ihrer Freundin Aisha spielt sie in den Trümmern und denkt an die Zeit vor dem großen Ausbruch zurück.
RACONTE-MOI L’HIVER
ERZÄHL MIR VOM WINTER
BE/FR 2025, 5 Min., Pascale Hecquet

Ist der Winter eher gut oder schlecht? Eine Gruppe von siebenjährigen Schüler*innen hat dazu ganz unterschiedliche Meinungen. Super ist: Man kann im Winter den Weihnachtsbaum mit so viel Glitzer überschütten, dass es ein Jahr dauert, bis alles entfernt ist. Doof ist: Manchmal helfen die Handschuhe nicht vor Kälte und Nässe. Was man unbedingt machen sollte: Einen Schneeball im Winter einfrieren und im Sommer werfen.
TISÍCE HODIN
TAUSENDE STUNDEN
CZ 2026, 7 Min., Barbora Vanická

Ein Sammler hat tausende von Stunden damit verbracht, unzählige alte Dinge zusammenzutragen. In einem Haus mit spitzem Dach haben sie ein neues Zuhause gefunden. Doch die Vergangenheit ist hier nicht eingefroren. Schuhe bewegen sich ohne Füße, Uhren ticken, Statuen drehen ihre Köpfe, ein Teppich spuckt Marmorkugeln und saugt sie wieder ein. Die Dinge sind so lebendig wie nie zuvor, und manchmal machen sie sogar Quatsch zusammen.
↻ WIEDERHOLUNG: MITTWOCH 4.11., 14:00 – 15:30 UHR
Mit Graphinéma Filmplakate gestalten
Internationales Gastspiel in Kooperation mit dem BDKJ
Raum: BDKJ am Dellplatz

Mit Graphinéma gestalten Kinder und Jugendliche ein eigenes großformatiges Kinoplakat. Aus magnetischen Farben, Schriften und dreidimensionalen Formen entstehen spielerisch individuelle Bildwelten, die Szenen, Stimmungen oder Figuren eines Films aufgreifen. So wird ausprobiert, kombiniert und assoziiert – und jedes Plakat erzählt seine ganz eigene Geschichte. Anschließend können die entstandenen Motive gemeinsam betrachtet und die dargestellten Filme erraten werden.
Das Angebot kann im Anschluss an einen Kinobesuch oder unabhängig davon innerhalb der verfügbaren Zeiten gebucht werden. Besonders am Nachmittag richtet es sich an Gruppen aus dem Offenen Ganztag und dem Freizeitbereich. Während des Festivals sind die gestalteten Plakate im Schaufenster des BDKJ-Raums zu sehen.
Das Graphinéma wurde vom Grafikdesign-Kollektiv Jaune Sardine entwickelt und gemeinsam mit dem Kino l’Alhambra in Marseille sowie Cannes Cinéma, den regionalen Kompetenzzentren für Filmbildung, produziert.
Anmeldung erforderlich
Workshopslots à 60 min.
RIDING TIME
FR/UK 2025, 19 Min., Roopa Gogineni & Farhaan Mumtaz

Beim Neza Bazi galoppieren die Reiter mit hoher Geschwindigkeit über das Feld und stechen mit einer Lanze kleine Holzpflöcke aus dem Boden. Ein uralter Sport – für manche auch ein Alte-Männer-Sport. Der 13-jährige Jaleal aus dem nordenglischen Bradford, Sohn einer Britin und eines Pakistani, mischt die Szene auf. Er versteht sich blind mit den Pferden und verbringt die meiste Zeit im Stall und auf Turnieren. Über drei Sommer lang entfaltet sich ein Kosmos, in dem sich Tradition und Teenagersein vermischen.
MNEMA
PT 2026, 10 Min., Inês Costa & Carolina Bonzinho

Von Jungs für Jungs gemacht: Die Spieleindustrie ist männlich dominiert. „Frauen sind immer die Prinzessinnen, die gerettet werden müssen und deren Körper gefallen sollen.“ Mnema schlägt sich durch das Setting eines Videospiels. Immer neue Hindernisse und Labyrinthe stellen sich ihr entgegen – doch mit jedem neuen Level findet sie mehr Gleichgesinnte. „Erst war ich die einzige. Dann waren wir zwei. Jetzt sind wir viel mehr.“
KNOCKOUT DREAMS
DE 2026, 26 Min., Andreas Birkenheier

Angespannt sitzt Ilias in der Umkleide. Wird er wieder verlieren? Der 13-Jährige boxt in einem Club, in dem vorwiegend junge Migranten trainieren. Hier findet er Halt und Rollenbilder in einem unsicheren Umfeld. „Was, wenn einer von uns abgeschoben wird und wir uns nicht mehr wiedersehen?“ Seine Trainerin versucht, dem Teenager den Druck zu nehmen. Doch Ilias will es sich und den anderen beweisen. Acht Kämpfe hat er verloren, beim neunten Mal soll es klappen.
Content Note: Rassismus
MUREWA
UK 2025, 14 Min., Ché Scott-Heron Newton

Als sich Marlon und Murewa kennenlernten, verwandelte sich die langweilige südenglische Küstenstadt Worthing in den aufregendsten Ort der Welt. Jede freie Minute verbrachten sie auf ihren Skateboards und filmten sich dabei. „Du warst wie ein Bruder für mich.“ Dann brach der Kontakt ab. Marlon ging nach London, Murewa landete im Gefängnis. Zwei Leben mit völlig unterschiedlichen Richtungen. Jetzt, nach Jahren des Schweigens, sprechen die Freunde zum ersten Mal wieder miteinander.
NOT SCARED, JUST SAD
LB/BG 2025, 18 Min., Isabelle Mecattaf

Beirut im Herbst. Die israelische Armee überzieht die Stadt mit Bomben und Raketen. In der Wohnung ihrer Eltern filmt die Regisseurin sich und ihre Angehörigen, während ringsum Rauchsäulen aufsteigen. Bei jeder Explosion durchzuckt ein Schrecken die Gesichter. Besorgte Telefonate werden geführt, News im Netz gecheckt. Aber sie essen auch zusammen, plaudern und scherzen. „Unsere Lage ist so dramatisch, dass wir lachen müssen.“ Ein letzter Rest Normalität im Ausnahmezustand.
Content Note: Krieg
COMME UNE PIEUVRE
WIE EIN OKTOPUS
FR 2025, 23 Min., Maude Vuillez

Maude kann ihren eigenen Herzschlag nicht hören, trotzdem hat sie sich immer der Welt der Hörenden zugehörig gefühlt. Viele Situationen sind für sie anstrengend, in Bars, im Theater – im Auto kann sie nur aus dem Fenster schauen, während sich die anderen unterhalten. Als Maude ein Musikfestival für Gehörlose besucht und vier Tage auf einer vibrierenden Plattform tanzt, ändert das grundlegend ihre Sicht auf sich selbst: „Inmitten all der Menschen hatte ich plötzlich das Gefühl, meinem wahren Ich gegenüberzustehen.“
Mittwoch, 4. November 2026
doxs! sélection

Was erzählen französische Dokumentarfilme über die Welt, in der wir leben? Drei Filme werfen einen neugierigen Blick auf junge Menschen, die ihren eigenen Weg suchen: Aicha, Kimberlyn und Nell zeigen auf dem Rugbyfeld, wie viel Kraft darin steckt, Geschlechterklischees hinter sich zu lassen, während Rania und Samara in Marseille den Sommer genießen, als gäbe es kein Morgen. Und durch die Fenster eines Wohnhauses entfaltet sich ein choreografisches Mosaik aus kleinen Gesten und großen Momenten des Alltags.

Präsentiert wird das Programm von Schüler*innen des Steinbart-Gymnasiums, die französische Filme aus 25 Jahren doxs! gesichtet, diskutiert und ausgewählt haben. Ein Projekt in Kooperation mit dem Deutsch-Französischen Jugendwerk.
Les roses et les bleus
FR 2021, 23 min., Claudia Lopez Lucia
Inside
FR 2021, 6 min., Yann Chapotel
La vraie vie
FR 2018, 18 min., Benjamin Chevallier
RISKY ROUTES
CH 2025, 7 Min., Jonas Steiner

Achtung, Katze! Eine Kröte kann sich gerade noch rechtzeitig unter einem Blatt verstecken, bevor sie entdeckt wird. Auf dem Weg zu ihren Laichgewässern sind die warzigen Amphibien vielen Gefahren ausgesetzt. Ihr größter Feind: Fahrzeuge. Helfer*innen tragen sie über die Straßen, damit sie unbeschadet ihre Reise fortsetzen können. Und dann sind da auch noch die Krötchenmännchen, die mit allen Mitteln um die Weibchen kämpfen.
MARIA A PIEDI NUDI
BARFUß MARIA
FR 2025, 41 Min., Rebecca Digne

Maria lebt in einer verwunschenen Welt in der Toskana mit Hunden, Katzen, Pferden, Hühnern und Enten. Ständig ist sie auf den Beinen und streift barfuß durch ihr Paradies. Doch die Zeit läuft langsam ab. Der Vermieter möchte aus dem Hof, in dem die Achtjährige mit ihren Eltern wohnt, ein Weingut machen. „Meine größte Angst ist, dass ich mit dem Haus alle Erinnerungen verliere.“ Mit einer Super-8-Kamera hält sie alles fest – Rolle für Rolle, damit sie ein Stück ihres alten Zuhause ins neue mitnehmen kann.
KUS KUS BENG BENG
KISS KISS BANG BANG
NL 2025, 28 Min., Ollie Launspach

„Du bist so schön wie noch nie“ – „Ich glaube dir kein Wort.“ Ollie durchläuft eine Transition. Der Prozess ist von großen Zweifeln begleitet. Ist es die richtige Entscheidung? Liebt ihn seine Freundin Sterre auch mit männlichen Geschlechtsmerkmalen? Trägt sie die Wunden der Operationen mit? Voller Angst und fast wie bei einem Verhör befragt er sie immer wieder. Sterre reagiert gestresst, verstört, verletzt. Ein Paar, das sich über alles liebt – und sich alles abverlangt.
Content Note: Queerfeindlichkeit, Medizinische Eingriffe
SUEÑA AHORA
BLACKOUT DREAMS
IT/CU 2025, 20 Min., Gabriele Licchelli, Francesco Lorusso & Andrea Settembrini

Wenn auf Kuba – wie so oft – der Strom ausfällt, sind die Nächte tiefschwarz. Trotzdem geht das Leben weiter. Mit Autoscheinwerfern, Taschenlampen und Kerzen schaffen sich die Menschen kleine Leuchtinseln. Ein Lehrer und sein Schüler spielen Schach. Ein Priester liest in der Bibel über die Erschaffung von Dunkelheit und Licht. Ein Mann spielt seiner Frau auf der Gitarre ein Lied vor. „Hat es dir gefallen?“ – „Es war wunderschön.“ Eine geheimnisvolle Schattenwelt, bis der nächste Tag anbricht.
MARTA, AISHA Y EL VOLCÁN
MARTA, AISHA UND DER VULKAN
SP 2025, 8 Min., Alexandre Peralta

85 Tage lang spuckte der Vulkan auf La Palma Feuer. Über 1.000 Häuser wurden zerstört. Auch das Haus von Martas Großeltern fiel der Lava zum Opfer. Von ihrer Schule ist nur noch der Speiseplan von 2021 übrig. „Ich hätte lieber nicht die Gefühle von Traurigkeit und Schmerz kennengelernt.“ Doch die Neunjährige lässt sich nicht entmutigen. Zusammen mit ihrer Freundin Aisha spielt sie in den Trümmern und denkt an die Zeit vor dem großen Ausbruch zurück.
RACONTE-MOI L’HIVER
ERZÄHL MIR VOM WINTER
BE/FR 2025, 5 Min., Pascale Hecquet

Ist der Winter eher gut oder schlecht? Eine Gruppe von siebenjährigen Schüler*innen hat dazu ganz unterschiedliche Meinungen. Super ist: Man kann im Winter den Weihnachtsbaum mit so viel Glitzer überschütten, dass es ein Jahr dauert, bis alles entfernt ist. Doof ist: Manchmal helfen die Handschuhe nicht vor Kälte und Nässe. Was man unbedingt machen sollte: Einen Schneeball im Winter einfrieren und im Sommer werfen.
TISÍCE HODIN
TAUSENDE STUNDEN
CZ 2026, 7 Min., Barbora Vanická

Ein Sammler hat tausende von Stunden damit verbracht, unzählige alte Dinge zusammenzutragen. In einem Haus mit spitzem Dach haben sie ein neues Zuhause gefunden. Doch die Vergangenheit ist hier nicht eingefroren. Schuhe bewegen sich ohne Füße, Uhren ticken, Statuen drehen ihre Köpfe, ein Teppich spuckt Marmorkugeln und saugt sie wieder ein. Die Dinge sind so lebendig wie nie zuvor, und manchmal machen sie sogar Quatsch zusammen.
Donnerstag, 5. November 2026
LA PETITE ÉCOLE
DIE KLEINE SCHULE
FR 2025, 21 Min., Alice Voisin

Die Notunterkunft in Ivry-sur-Seine ist eine Zwischenstation für Geflüchtete. Hier ist alles auf Zeit, auch für die Kinder, die in der Schule einen Anker finden in ihren unbeständigen Leben. Gemeinsam lernen sie Französisch, pflanzen Blumenzwiebeln, lachen und weinen zusammen. „Wir sprechen nicht dieselbe Sprache, aber wir verstehen einander.“ Jedes Mal ist wieder schwer zu begreifen: Warum muss eine Freundschaft plötzlich zu Ende sein, die gerade erst begonnen hat?
A FILM WITH SEVEN RESOLUTIONS
IT 2026, 4 Min., Josh Weissbach

Am letzten Tag des alten Jahres fragt Ava ihren Vater, was ein Vorsatz ist. Am ersten Tag des neuen Jahres beginnen sie, einen Film darüber zu drehen. Die Liste der Vorsätze ist vielfältig. Weniger quatschen im Unterricht und wenn, dann an den richtigen Stellen. Das Zimmer aufräumen und ausmisten. Häufiger ins Theater gehen. Ava merkt: Die Perspektive auf sie und ihr Leben ändert sich, wenn sie Projekte hat.
IK ZOU JE GRAAG ZIEN
ICH WÜRDE DICH GERNE SEHEN
BE 2025, 12 Min., Sébastien Segers, Petronella Van der Hallen & Zaïde Bil

Sie wollen nur ihre Väter sehen, doch der Weg dorthin führt durch Schleusen und dicke Stahltüren. 16.000 Kinder in Belgien haben einen Elternteil hinter Gittern. Die Besuche folgen strengen Regeln. Die gelben Stühle sind für die Kinder, die blauen für die Häftlinge. Eine Lautsprecherstimme gibt Anweisungen. „Am Anfang war es seltsam, aber man gewöhnt sich daran.“ Trotzdem bleibt die Frage: Warum kommen die Väter der anderen zum Geburtstag, der eigene nicht?
Mit Graphinéma Filmplakate gestalten
Internationales Gastspiel in Kooperation mit dem BDKJ
Raum: BDKJ am Dellplatz

Mit Graphinéma gestalten Kinder und Jugendliche ein eigenes großformatiges Kinoplakat. Aus magnetischen Farben, Schriften und dreidimensionalen Formen entstehen spielerisch individuelle Bildwelten, die Szenen, Stimmungen oder Figuren eines Films aufgreifen. So wird ausprobiert, kombiniert und assoziiert – und jedes Plakat erzählt seine ganz eigene Geschichte. Anschließend können die entstandenen Motive gemeinsam betrachtet und die dargestellten Filme erraten werden.
Das Angebot kann im Anschluss an einen Kinobesuch oder unabhängig davon innerhalb der verfügbaren Zeiten gebucht werden. Besonders am Nachmittag richtet es sich an Gruppen aus dem Offenen Ganztag und dem Freizeitbereich. Während des Festivals sind die gestalteten Plakate im Schaufenster des BDKJ-Raums zu sehen.
Das Graphinéma wurde vom Grafikdesign-Kollektiv Jaune Sardine entwickelt und gemeinsam mit dem Kino l’Alhambra in Marseille sowie Cannes Cinéma, den regionalen Kompetenzzentren für Filmbildung, produziert.
Anmeldung erforderlich
Workshopslots à 60 min.

IN EINEM ANDEREN LAND (AT)
DE 2026, 60 Min., Britt Beyer

Sie haben ihre Familien und Freund*innen zurückgelassen – und leben jetzt in einem anderen Land: junge russische Systemkritiker*innen. Dank eines humanitären Visums kam der 28-jährige Anwalt Artjom Klyga 2023 nach Deutschland. Er berät russische junge Männer, die nicht in den Krieg ziehen wollen oder die von der Front desertiert sind. Artjom weiß: Solange das Putin-Regime an der Macht ist, gibt es für ihn kein Zurück.
Content Note: Krieg
Die DocuMasterclass ist ein Stipendiat*innen-Programm für Filmschaffende, die mit
jungen Menschen in Workshops über ihre Stoffe sprechen.
In Kooperation mit 3sat, der Grimme Akademie und Deutschlandfunk Kultur
DREAMS FOR A BETTER PAST
NL/SP 2025, 21 Min., Albert Kuhn

Nie mehr zurückschauen – das hat sich der Vater von Bert geschworen. Warum zog er als junger Mann fast fluchtartig nach Spanien? Warum ist der Großvater auf alten Filmaufnahmen oft nur halb im Bild? Bert rennt gegen eine Wand des Schweigens. „Um darüber hinwegzukommen, muss ich die Schritte meines Vaters zurückverfolgen.“ Er rollt dessen Leben auf und recherchiert die Rolle des Großvaters im Zweiten Weltkrieg. Ein Abgrund tut sich auf, der endlich zur Sprache kommt.
LA CHAMBRE DE MA SOEUR
DAS ZIMMER MEINER SCHWESTER
FR 2025, 31 Min., Pauline Doméjean

Justine liegt im Bett, ihre Schwester richtet ihre Kamera auf sie. In diesem intimen Rahmen lebt und entfaltet die junge Frau ihr Leben. Sie scrollt durch ihre Feeds, schwänzt die Schule, erzählt von ihren Dating-Erfahrungen, teilt sich die Matratze mit Freund*innen und Klamottenbergen, lacht, weint, grübelt. „Emotional labil zu sein, ist nicht einfach.“ Sind Justines depressiven Episoden eine Frage der Hirnchemie? Sie weiß: Nur Liegen ist keine Lösung. Manchmal hilft nur Tanzen, Tanzen, Tanzen!
Content Note: Depressionen
Freitag, 6. November 2026
Preisverleihung


Die Preisverleihung wird von unserer Jugendjury gestaltet und moderiert.
Die Jury schaut vorab alle nominierten Filme, diskutiert gemeinsam und wählt den Preisträgerfilm. Die GROSSE KLAPPE prämiert europäische Produktionen, die in besonderem Maße die ästhetische und politische Auseinandersetzung fördern und die Lebenswirklichkeit von jungen Menschen präsentieren. Sie ist mit 5.000 Euro dotiert und wird von der Bundeszentrale für politische Bildung / bpb gestiftet.

In Kooperation mit der European Children’s Film Association (ECFA) wird zusätzlich der ECFA Documentary Award verliehen. Für den Wettbewerb nominiert sind Festivalbeiträge, die sich an die junge Zuschauergruppe der Vier- bis Zwölfjährigen richten. Der Gewinnerfilm wird von einer internationalen Fachjury ausgewählt. 2026 sind das unter anderem:
Mariella Harpelunde Jensen ist ehemalige Festivalleitung von Buster, dänische Regisseurin, Drehbuchautorin und Autorin mit Schwerpunkt Kinderfilm und -fernsehen.
Lina Paulsen leitet das Junge Kurzfilm Festival Hamburg Mo&Friese und betreibt das Stopptrickstudio Blainville.
Teodora Minea koordiniert das Dokumentarfilmfestival Astra Film Junior und arbeitet als Medienpädagogin für verschiedene Festivals in Rumänien.
doxs! EXPANDED
Mit ungewöhnlichen Perspektiven und Formen eröffnen diese Filme neue Blicke auf die Welt. In THE END wird der Kinoraum selbst zum Rätsel: Projektoren, Kameras und Schatten verwandeln sich, während das Publikum längst in VR-Brillen versunken ist. A BODY WITHOUT A HORSE? folgt einem Körper, der sich durch Bewegungen, Sprache und Metaphern auf die Suche nach dem macht, was fehlt. FROM ECUADOR WITH LOVE betrachtet eine Rosenfarm aus der Perspektive der Pflanzen und erzählt von einem globalen System, in dem Blumen und Menschen ihren festen Platz im System haben. In PERSEIDAS taucht das Licht der Sternschnuppen einen Sommerwald in ein magisches Spiel aus Bewegung, Wasser und Dunkelheit.
THE END
AT 2025, 8 Min., Claudia Larcher

UM CORPO SEM CAVALO?
EIN KÖRPER OHNE PFERD?
BR/PT/FIN/BE 2026, 9 Min., Lara Fuke

FROM ECUADOR WITH LOVE
EC/DE 2025, 10 Min., Jonathan Brunner

PERSEIDAS
AT 2025, 10 Min., Natalia del Mar Kašik

Mit Graphinéma Filmplakate gestalten
Internationales Gastspiel in Kooperation mit dem BDKJ
Raum: BDKJ am Dellplatz

Mit Graphinéma gestalten Kinder und Jugendliche ein eigenes großformatiges Kinoplakat. Aus magnetischen Farben, Schriften und dreidimensionalen Formen entstehen spielerisch individuelle Bildwelten, die Szenen, Stimmungen oder Figuren eines Films aufgreifen. So wird ausprobiert, kombiniert und assoziiert – und jedes Plakat erzählt seine ganz eigene Geschichte. Anschließend können die entstandenen Motive gemeinsam betrachtet und die dargestellten Filme erraten werden.
Das Angebot kann im Anschluss an einen Kinobesuch oder unabhängig davon innerhalb der verfügbaren Zeiten gebucht werden. Besonders am Nachmittag richtet es sich an Gruppen aus dem Offenen Ganztag und dem Freizeitbereich. Während des Festivals sind die gestalteten Plakate im Schaufenster des BDKJ-Raums zu sehen.
Das Graphinéma wurde vom Grafikdesign-Kollektiv Jaune Sardine entwickelt und gemeinsam mit dem Kino l’Alhambra in Marseille sowie Cannes Cinéma, den regionalen Kompetenzzentren für Filmbildung, produziert.
Anmeldung erforderlich
Workshopslots à 60 min.
Samstag, 7. November 2026
Freizeit im Stapeltor

Familienprogramm im Stapeltor
Filme zum Staunen, Fragen und Entdecken
Für Kinder ab vier Jahren führt das Filmeschauen zu kleinen und großen Entdeckungen. Wir folgen einem neugierigen Jungen auf der Suche nach einem geheimnisvollen Klang, fragen uns, was am Winter eigentlich gut ist, und besuchen ein Haus, in dem alte Dinge plötzlich ein ganz eigenes Leben entwickeln. Gemeinsam basteln und die Faszination des Films erkunden. Kommt einfach vorbei!
JÉSUS MARIE JOSEPH
JESUS MARIA JOSEF
FR 2025, 4 Min., Patxi Meerman
RACONTE-MOI L’HIVER
ERZÄHL MIR VOM WINTER
BE/FR 2025, 5 Min., Pascale Hecquet
TISÍCE HODIN
TAUSENDE STUNDEN
CZ 2026, 7 Min., Barbora Vanická
JURY TAKEOVER

Am Samstag Nachmittag übernimmt unsere Jugendjury das Ruder. Sie kuratiert selbst ein Filmprogramm aus den für den Filmpreis GROSSE KLAPPE nominierten Beiträgen. Sie gestaltet und moderiert die Filmveranstaltung, begleitet von anregenden Gespr.chen
über das Gesehene. Ein Film steht bereits fest, die weiteren Filme werden zeitnah bekannt gegeben.
SOIXANTE-SEPT MILLISECONDES
SIEBENUNDSECHZIG MILLISEKUNDEN
FR 2025, 15 Min., Fleuryfontaine

Für 67 Millisekunden ist die Patrone auf der Aufnahme einer Überwachungskamera zu sehen. Der Augenblick, in dem sie die Polizeiwaffe verlässt – bevor sie einen jungen Mann am Auge trifft. Der Vorfall erregte in Frankreich großes Aufsehen. Der Mann war unbewaffnet, die Aktion der Einsatzkräfte schien willkürlich. „Diese Patrone ist nur ein kleiner Teil eines riesigen Arsenals.“ In der Rekonstruktion ihrer Flugbahn wirft der Film Fragen auf zu den Gewaltauswüchsen in der Arbeit der französischen Polizei.
Content Note: Physische Gewalt, Rassismus, Klassismus
Sonntag, 8. November 2026
im Café Edel.

Mein halber Vater
AT, 92 Min., Viki Kühn
Über Nacht wurde das starke Familienoberhaupt zum Pflegefall: Der Vater der Regisseurin erlitt während einer Herz-OP einen schweren Schlaganfall. Von seinem alten Leben ist nichts mehr geblieben. Er ist halbseitig gelähmt und kann kaum sprechen. Sein Ehrgeiz ist Frustration gewichen, die Gelassenheit zur Apathie geworden. Bücher, die er früher geliebt und leidenschaftlich gesammelt hat, sind nur noch Papier. Er schweigt und sieht fern. Viki Kühn sucht liebevoll nach den Spuren ihres Vaters in dem einst so großen Körper, der nun zusammengesunken im Sessel sitzt, und beobachtet, was der Schicksalsschlag mit ihr, ihrer Mutter und dem Rest der Familie macht. Ein Film über die Vergangenheit, die Gegenwart und das, was kommen mag.

Die Regisseurin Viki Kühn ist Stipendiantin der DocuMasterclass 2024. Zusammen mit Studierenden und jungen Teilnehmenden besprach sie ihre Stoffidee zu “Mein halber Vater”. Für diese Festivaledition kommt sie erneut nach Duisburg. Im gemeinsamen Gespräch geht es um Ideen, Entscheidungen und den Weg von der ersten Konzeptphase bis zur filmischen Umsetzung – und um die Rolle, die junge Perspektiven dabei spielen.
Rechte der Fotos liegen bei den Filmemacher*innen.
Archiv
Programm 2025 Download (PDF)
Programm 2024 Download (PDF)
Programm 2023 Download (PDF)
Programm 2022 Download (PDF)
Programm 2021 Download (PDF)
Programm 2020 Download (PDF)
Programm 2019 Download (PDF)
Programm 2018 Download (PDF)
Programm 2017 Download (PDF)
