07.11. 14:30-16:00 Jury Takeover

JURY TAKEOVER

Am Samstag Nachmittag übernimmt unsere Jugendjury das Ruder. Sie kuratiert selbst ein Filmprogramm aus den für den Filmpreis GROSSE KLAPPE nominierten Beiträgen. Sie gestaltet und moderiert die Filmveranstaltung, begleitet von anregenden Gespr.chen
über das Gesehene. Ein Film steht bereits fest, die weiteren Filme werden zeitnah bekannt gegeben.

KUS KUS BENG BENG
KISS KISS BANG BANG

NL 2025, 28 Min., Ollie Launspach

Ollie Launspach

Ollie Launspach interessiert sich für die unordentlichen, intimen Dynamiken zwischen Menschen und erzählt davon mit leichtem, aber genauem Blick. 2025 schloss er sein Studium an der Niederländischen Filmakademie ab. Sein Abschlussfilm lief im Kurzdokumentarfilm-Wettbewerb des IDFA.

KUS KUS BENG BENG/KISS KISS BANG BANG, Ollie Launspach

„Du bist so schön wie noch nie“ – „Ich glaube dir kein Wort.“ Ollie durchläuft eine Transition. Der Prozess ist von großen Zweifeln begleitet. Ist es die richtige Entscheidung? Liebt ihn seine Freundin Sterre auch mit männlichen Geschlechtsmerkmalen? Trägt sie die Wunden der Operationen mit? Voller Angst und fast wie bei einem Verhör befragt er sie immer wieder. Sterre reagiert gestresst, verstört, verletzt. Ein Paar, das sich über alles liebt – und sich alles abverlangt.

Content Note: Queerfeindlichkeit, Medizinische Eingriffe

LA CHAMBRE DE MA SOEUR
DAS ZIMMER MEINER SCHWESTER

FR 2025, 31 Min., Pauline Doméjean

Pauline Doméjean

Pauline Doméjean arbeitet seit 2018 als Kamerafrau im Spiel- und Dokumentarfilm und studierte an der La Fémis in Paris. Ihre Arbeiten liefen auf internationalen Festivals, unter anderem in Cannes, Berlin, Locarno und Clermont-Ferrand. La Chambre de ma sœur ist ihr erster Film als Regisseurin außerhalb der Filmschule.

Filmografie (Auswahl)
Dernier Automne (2019)
Bahia (2018)
La Station (2017)
Autoroute 90 (2016)

LA CHAMBRE DE MA SOEUR/DAS ZIMMER MEINER SCHWESTER, Pauline Doméjean

Justine liegt im Bett, ihre Schwester richtet ihre Kamera auf sie. In diesem intimen Rahmen lebt und entfaltet die junge Frau ihr Leben. Sie scrollt durch ihre Feeds, schwänzt die Schule, erzählt von ihren Dating-Erfahrungen, teilt sich die Matratze mit Freund*innen und Klamottenbergen, lacht, weint, grübelt. „Emotional labil zu sein, ist nicht einfach.“ Sind Justines depressiven Episoden eine Frage der Hirnchemie? Sie weiß: Nur Liegen ist keine Lösung. Manchmal hilft nur Tanzen, Tanzen, Tanzen!

Content Note: Depressionen, Sexualisierte Gewalt

SOIXANTE-SEPT MILLISECONDES
SIEBENUNDSECHZIG MILLISEKUNDEN

FR 2025, 15 Min., fleuryfontaine

fleuryfontaine (Galdric Fleury & Antoine Fontaine)

Unter dem Namen fleuryfontaine untersuchen Galdric Fleury und Antoine Fontaine, wie künstliche Umgebungen Körper und Verhalten formen — in Installationen, Filmen und Performances. Beide kommen von der Architektur und studierten am Le Fresnoy. Ihre Filme liefen bei Visions du Réel, in Annecy und beim IDFA.

Filmografie (Auswahl)
Contraindre (2020)
Ange (2019)

SOIXANTE-SEPT MILLISECONDES/SIEBENUNDSECHZIG MILLISEKUNDEN, Fleuryfontaine

Für 67 Millisekunden ist die Patrone auf der Aufnahme einer Überwachungskamera zu sehen. Der Augenblick, in dem sie die Polizeiwaffe verlässt – bevor sie einen jungen Mann am Auge trifft. Der Vorfall erregte in Frankreich großes Aufsehen. Der Mann war unbewaffnet, die Aktion der Einsatzkräfte schien willkürlich. „Diese Patrone ist nur ein kleiner Teil eines riesigen Arsenals.“ In der Rekonstruktion ihrer Flugbahn wirft der Film Fragen auf zu den Gewaltauswüchsen in der Arbeit der französischen Polizei.

Content Note: Physische Gewalt, Rassismus, Klassismus