Alle Artikel mit dem Schlagwort: FSF Berlin

doku.klasse

Radikaler Reset

Die doku.klasse öffnete beim doxs!-Festival wieder die Türen ihres Ateliers. Mit Freier Mensch von Andreas Hartmann wurde zum dritten Mal ein Film gezeigt, den die Klasse bereits im Projektstatus kennengelernt hatte. Es ist das eindrückliche Porträt eines jungen japanischen Aussteigers – mit einer unerwarteten Wendung.

doku.klasse

Kein Spinner, sondern ein Suchender

Die doku.klasse mit Andreas Hartmann zu seinem Projekt „Freier Mensch“ Kei hätte den Weg seiner Eltern gehen können, aber er scherte aus. Der Preis dafür ist ein prekäres Leben ohne festen Wohnsitz in Kyoto. Ob der 22-Jährige mit seiner Obdachlosigkeit zufrieden sei, wurde im Workshop gefragt. „Ja“, antwortete Andreas Hartmann, „es war seine freie Entscheidung.“

doku.klasse

Die Persönlichkeit ist interessant, nicht die Blindheit

Die doku.klasse mit Bernd Sahling zu seinem Projekt „Im Nest der Katze“ Bernd Sahling ist nicht unbedingt ein Anhänger von Treatments im Dokumentarfilm. „Ein Treatment zu schreiben, ist schwierig für einen Dokumentaristen. Wir beschreiben Dinge, die wir beobachtet haben. Aber die Situationen sind meist andere, wenn irgendwann gedreht werden kann.“ Daher hat er in seinem Konzept den Fokus auf die vorherigen drei Teile seiner Langzeitbeobachtung von Anne gelegt. Er begleitet die blinde junge Frau schon seit ihrem zweiten Lebensjahr. Vor kurzem hat sie ihr Studium in Leipzig abgebrochen und ist zurück zu ihren Eltern nach Erfurt gezogen. Ein neuer Lebens-abschnitt beginnt – und Sahling möchte ihn vor dem Hintergrund des Vergangenen dokumentieren.

doku.klasse

Perspektiven einer Privilegierten

Die doku.klasse mit Eva Hausberger zu ihrem Projekt „Maria Luisa“ Eine Millionärstochter, die Flüchtlinge rettet. Die Geschichte ist wie gemacht für die Medien. Entsprechend groß war der Hype um die 19-jährige Maria Luisa und ihre Familie, die 2014 ein Schiff kauften und seither von Malta aus Hilfseinsätze auf dem Mittelmeer fahren. Die junge Frau empfinde die Betitelung „Millionärstochter“ als Stigmatisierung, erzählt Eva Hausberger, die Maria Luisa besucht hat. Sie wolle ihr Geld lieber mit Bedürftigen teilen – wisse auf der anderen Seite aber sehr wohl auch die materiellen Vorzüge ihres Milieus zu schätzen. Diese Diskrepanz zwischen Helfen und High Society ist ein wesentlicher narrativer Baustein des Films für Hausberger. Dass Maria Luisa entgegen ihrer ursprünglichen Absicht mittlerweile zum Studieren nach London gezogen ist, ist für die österreichische Regisseurin kein Problem. Im Gegenteil. London als globales Finanzzentrum stehe für die Kluft zwischen Arm und Reich und eigne sich daher ebenfalls als Basisstation für die Erzählung. Spannend sei, ob Maria Luisa auch von London aus weiterhin so aktiv in der Flüchtlingshilfe bleibe.